vergrößernverkleinern
Mesut Özil wechselte im Januar 2008 von Schalke 04 zu Werder Bremen © imago

Werder Bremen wartet auf ein neues Angebot aus Madrid, derweil bestätigt Özils Vater die Einigung mit Florentino Perez.

Von Matthias Becker

München - Der Transfer-Poker um Mesut Özil steht kurz vor der Entscheidung - und da verliert der ein oder andere im Umfeld von Real Madrid offenbar ein wenig die Nerven.

Nachdem Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs am Dienstag feststellte, dem Klub liege "kein neues Angebot vor. Und das erste hatten wir ja bereits abgelehnt", reagiert die Real Madrid nahestehende Sportpresse beleidigt.

Werder mache die Verhandlungen zur "Seifenoper" und fordere nun angeblich die Fantasiesumme von 30 Millionen Euro für Özil, schreibt die "as".

Laut Özils Vater Mustafa, gab es bereits einen Klub, der bereit war, jenen Betrag zu bezahlen. Inter Mailand habe 30 Millionen geboten, allerdings wollte sein Sohn nicht zum Champions-League-Sieger wechseln, erklärte Mustafa Özil der "Hürriyet".

"Unser Wort ist heilig"

Vielmehr haben sich Vater und Sohn am Wochenende im Anwesen von Real-Präsident Florentino Perez eingefunden und dem Real-Präsidenten die Zusage gegeben, dass Özil spätestens 2011 im "königlichen" Trikot auflaufen werde.

"Unser Wort ist heilig. Wir sind sehr zuverlässig, wenn wir uns einmal entschieden haben", sagte Mustafa Özil.

Sein Spross soll einen Fünfjahresvertrag erhalten, der ihm jährlich fünf Millionen Euro einbringen würde.

Verhandlungen in der "Sackgasse"

Trotz der angeblichen Einigung für kommende Saison würde Real den Deal natürlich gerne schon jetzt eintüten. Momentan herrsche zwischen Madrid und Bremen aber ein "Kalter Krieg" schreibt die "Marca" und wirft Werder vor, seinen Mittelfeldspieler am Montag aufs Mannschaftsfoto "gezwungen" zu haben.

Die Verhandlungen zwischen den Bremern und den "Königlichen" seien in einer "Sackgasse" angekommen.

Entscheidung vor Sampdoria-Spiel

Abgesehen davon, dass Özil auf dem Teamfoto von Werder einen recht ungezwungenen Eindruck macht, ist Letzteres wohl kaum Fakt. Vielmehr gehen Werder und Real in die vermutlich entscheidende Runde im Kampf um Özil.

Die Ausgangslage ist klar: Die "Königlichen" müssten den Spieler vor Werders Partie in der Champions-League-Qualifikation am Mittwoch gegen Sampdoria Genua (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) verpflichten.

Läuft Özil nämlich in diesem Spiel auf, kann er für Real im Europacup nicht mehr eingesetzt werden.

Alternative: 2011 ablösefrei nach Madrid

In diesem Fall wollen die Madrilenen bis zum kommenden Jahr mit der Verpflichtung des Nationalspielers warten. Dann läuft Özils Vertrag in Bremen aus, und er könnte ablösefrei nach Madrid wechseln.

Schon allein deshalb sind die von der "as" genannten Forderungen Bremens von 30 Millionen ins Reich der Fabel zu verweisen.

Allofs wartet auf das Angebot

Deutlich verlässlicher sind da die 18 bis 20 Millionen Euro, die im Bremer Umfeld als Schmerzgrenze genannt werden.

Allofs glaubt fest daran, dass sich Real diesen Forderungen noch einmal annähern wird. "Es ist zu erwarten, dass da noch etwas kommen wird. Und wenn das so ist, werden wir uns damit beschäftigen", sagt er.

Die Fakten seien klar: "Wer Mesut für die Champions League haben will, der muss sich bis Mittwoch oder besser noch früher entscheiden. Es ist jetzt an Real, die richtige Reaktion zu zeigen."

Real will 15 Millionen bieten

Die könnte schon sein, ein erhöhtes Angebot nicht nur in den Medien zu streuen, sondern tatsächlich auch nach Bremen zu übermitteln.

Der derzeitige Stand ist, dass Real bereit ist, zwölf Millionen Euro sofort und weitere drei Millionen leistungsabhängig an Werder zu überweisen.

Die Differenz zwischen den Vorstellungen beider Klubs beläuft sich also bestenfalls nur auf drei Millionen Euro - normalerweise für einen Verein wie Real Madrid keine große Hürde, wenn er einen Spieler wirklich will.

Kollegen genervt

Was der Spieler wirklich will, hat er in den vergangenen Tagen deutlich gemacht. Am Montag hielt sich Özil mit weiteren Aussagen zurück.

Womöglich auch um die Kollegen, mit denen er vielleicht ja weiter zusammenarbeiten muss, nicht noch mehr gegen sich aufzubringen.

Die reagieren auf das anhaltende Palaver um ihren Regisseur vor der eminent wichtigen Partie gegen Sampdoria mitunter gereizt.

Wiese fordert Klarheit

"Wir wissen alle, was auf dem Spiel steht. Ob da jetzt noch irgendeiner wechselt oder nicht, ist zweitrangig", sagte Aaron Hunt der "Syker Kreiszeitung".

Tim Wiese ergänzte gewohnt direkt: "Wir wollen wissen, was da jetzt abgeht. Da muss endlich Klarheit rein."

Einzelne Fans pöbelten Özil am Montag nach dem Training schon an. Nicht nur in Spanien liegen die Nerven blank.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel