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... sichert sich Real Madrid. Mesut Özil wechselt von Werder Bremen zu den "Königlichen". Die spanische Zeitung "As" berichtet von einer Ablöse von 15 Millionen Euro, fünf Millionen Jahresgehalt und einer Laufzeit von sechs Jahren - die Entscheidung beendet eine lange Arie
Mesut Özil wechselte im Januar 2008 von Schalke 04 zu Werder Bremen © getty

Das Transfer-Hickhack ist vorbei, die Klubs haben sich geeinigt: Mesut Özil verlässt Werder Bremen und schließt sich Real Madrid an.

Von Matthias Becker

Bremen/München - Das beispiellose Theater hat ein Ende - und Mesut Özil hat seinen Willen bekommen.

Mit sofortiger Wirkung wechselt der Nationalspieler von Werder Bremen zu Real Madrid. 149130(DIASHOW: Özils Karriere in Bildern)

Nach einem tagelangen Transfer-Poker einigten sich beide Klubs am Dienstagnachmittag auf den Transfer.

Özil trainierte bereits nicht mehr mit dem Werder-Team und wird der Mannschaft nun auch im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Sampdoria Genua (Mi., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) fehlen.

Während die Vereine über die Modalitäten des Wechsels Stillschweigen vereinbarten, berichten die spanischen Sportblätter "as" und "Marca" übereinstimmend von einer Ablösesumme in Höhe von 15 Millionen Euro. Laut "Bild" sollen es sogar 18 Millionen sein.

Werder-Boss Klaus Allofs machte deutlich, dass er an einer raschen Entscheidung interessiert war.

Schaaf: "Qualität verloren"

"Es musste jetzt etwas passieren, um alles wieder zu beruhigen", meinte Bremens Vorstandsvorsitzender, der die letztlich geräuschlose Einigung so erklärte: "Es hat geklappt, weil einfach mehr Geld geboten wurde."

Trainer Thomas Schaaf sagte: "Wir wissen, dass wir mit Mesut stärker waren und Qualität verloren haben. Aber auch aus der Erfahrung heraus, dass wenn uns einige Spieler verlassen, sich andere stärker einbringen und durchsetzen, hoffen wir natürlich den Verlust kompensieren und unsere Stärke beibehalten zu können."

Keine Angst vor den Superstars

Özil selbst meinte bei "Sky": "Ich hatte schöne Jahre hier in Bremen. Jetzt habe ich in meiner Karriere den nächsten Schritt gemacht und freue mich auf die nächste Aufgabe." Er brauche keine Angst zu haben, "denn ich weiß um mein Potenzial".

Özil: "Mourinho wollte mich unbedingt, deswegen habe ich mich für Real entschieden."

Vertrag bis 2016

Bereits zuvor hatte er gesagt: "Es ist ein Traum für jeden Fußballspieler, bei einem der besten Klubs der Welt zu spielen. Und wenn man dann die Möglichkeit hat, warum sollte man sie nicht nutzen?"

Der Offensivakteur wird bereits am Mittwoch zum medizinischen Check in Madrid erwartet und soll danach einen Sechsjahresvertrag unterschreiben, der ihm pro Jahr fünf Millionen Euro Gehalt garantiert.

"Wir respektieren Mesuts Wunsch, schon jetzt den nächsten Schritt in seiner Karriere zu gehen", sagte Allofs zum Transfer.

Vater bestätigt Einigung

Obwohl Werder-Boss Allofs noch am Freitag ein erstes Angebot Reals als "indiskutabel" zurückgewiesen und am Montag eine neue Offerte aus der spanischen Hauptstadt dementiert hatte, verdichteten sich die Anzeichen für einen Wechsel zuletzt immer mehr.

Özils Vater Mustafa erklärte der türkischen Zeitung "Hürriyet", er habe Real-Präsident Florentino Perez am Wochenende in Begleitung seines Sohnes besucht und die Zusage für einen Wechsel spätestens 2011 gegeben.

Dann wäre Özils Vertrag in Bremen ausgelaufen und die "Königlichen" hätten den derzeit 21-Jährigen ablösefrei verpflichten können.

2008 vom FC Schalke gekommen

Özil schnürte gut zweieinhalb Jahre die Fußballschuhe für Werder. Im Januar 2008 wechselte der Mittelfeldspieler vom FC Schalke 04 nach Bremen.

Mit den Grün-Weißen zog er 2009 ins UEFA-Cup-Finale ein und wurde im gleichen Jahr DFB-Pokalsieger. Den entscheidenden Treffer zum 1:0-Finalerfolg gegen Bayer Leverkusen erzielte er selbst.

Insgesamt bestritt Özil für Werder 71 Spiele und erzielte dabei 12 Treffer.

Unter den Top-Ten der WM

Darüber hinaus konnte Özil im Sommer 2009 mit der deutschen U-21-Nationalmannschaft die Europameisterschaft gewinnen.

Bei der WM 2010 in Südafrika erreichte er mit der DFB-Elf den dritten Platz und wurde als einer von zehn Kandidaten für die Auszeichnung des besten Spielers nominiert.

Mourinho lobt Özil

In Madrid trifft er Nationalmannschaftskollege Sami Khedira wieder, der bereits am 30. Juli zum spanischen Rekordmeister gewechselt war. Khedira hatte am Freitag im Testspiel beim FC Bayern seinen ersten Einsatz im Real-Trikot absolviert.

Schon damals hatte der neue Real-Coach Jose Mourinho seinen Wunsch geäußert, auch noch Özil zu verpflichten.

"Özil ist ein guter Spieler und ich würde mich freuen, wenn er zu Real käme", sagte Mourinho.

Sein Wunsch wurde ihm nun erfüllt, weitere Transfers sind bei Real in diesem Sommer nicht geplant.

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