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Auf Lewis Holtby (r.) ruhen in Mainz nicht nur die Hoffnungen von Trainer Thomas Tuchel © getty

Im zweiten Teil des Bundesliga-Formchecks nimmt SPORT1 das Liga-Mittelfeld unter die Lupe. Wer darf diesmal nach oben schauen?

Von Björn Seitner

München - Es ist alles eine Frage der Perspektive.

Während das Tabellenmittelfeld für Traditionsklubs wie den 1. FC Köln oder Eintracht Frankfurt seit nun bald eineinhalb Jahrzehnten immer nur eine Durchgangsstation sein soll, würde sich der FSV Mainz 05 über eine Wiederholung von Platz neun der Vorsaison sicherlich freuen wie über eine Meisterschaft.

Als Bundesliga-Niemandsland werden die Ränge neun bis 13 oftmals betitelt.

Doch es hängt eben genau an der Perspektive der Klubs, ob diese Niemands- auch gelobtes Land oder Enttäuschung ist.

SPORT1 analysiert im zweiten Teil des Bundesliga-Formchecks die Kandidaten für das Liga-Mittelfeld.

1. FSV Mainz 05

Nach den Turbulenzen der Vorsaison hatten sich die Mainzer schon über den ruhigen Sommer gefreut. 2009 schied man noch in der ersten Pokalrunde beim VfB Lübeck aus und ersetzte Aufstiegstrainer Jörn Andersen durch Neuling Thomas Tuchel - vor dem ersten Spieltag.

Ähnliches war 2010 nicht ins Sicht, bis der Transfer von Aristide Bance kam. Der plötzliche Wechsel des Mittelstürmers zu Al Ahli nach Dubai schockierte das Mainzer Umfeld.

Zehn Treffer erzielte der 25-Jährige in der vergangenen Saison. Noch viel wichtiger: Das 4-2-3-1-System von Tuchel war auf den hünenhaften Angreifer zugeschnitten, die Laufwege des Teams darauf abgestimmt.

Nun haben die Mainzer zwar Millionen in der Tasche, aber nach Tim Hoogland und Malik Fathi einen weiteren potenziellen Stammspieler verloren.

Holtby sieht die nötige Qualität

Doch damit ist nicht zwangsläufig ein Qualitätsverlust verbunden. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Lewis Holtby, von Schalke 04 ausgeliehenes Supertalent.

Mit zwei Toren schoss Holtby die Mainzer gegen den Berliner AK in die zweite Runde des DFB-Pokals.

Im SPORT1-Interview ist Holtby von seiner Arbeitsplatzwahl begeistert: "Es steckt so viel Qualität und Bereitschaft in der Truppe, dass wir das Gleiche wie in der vergangenen Saison abliefern könnten."

Kann Allagui Bance ersetzen?

Eine wichtige Rolle wird dabei nach dem Bance-Abgang auch Neuzugang Sami Allagui zukommen. Der Deutsch-Tunesier erzielte vergangene Saison zwölf Tore in der Zweiten Liga für Greuther Fürth und versucht nun den Sprung in die Bundesliga.

"Das ist eine richtig gute Verpflichtung für uns. Der weiß einfach, wo das Tor steht, knipst und ist schnell", sagt Holtby über den Stürmer.

Fuchs kommt aus Bochum

Insgesamt haben die Mainzer auf dem Transfermarkt ihren Möglichkeiten entsprechend das Beste rausgeholt. Für Fathi wurde Linksverteidiger Christian Fuchs vom VfL Bochum geholt. Der hat Bundesligaerfahrung und ist mit seinen gefährlichen Freistößen eine Waffe für die Offensive.

Würden die Mainzer wieder im Mittelfeld landen, wären sie hochzufrieden. Im Sommer 2011 soll schließlich das neue Stadion bezogen werden.

Vorzugsweise als Bundesligist.

Eintracht Frankfurt

Mit dem zehnten Platz und 46 Punkten der Vorsaison hat Michael Skibbe bei Eintracht Frankfurt etwas fast einmaliges geschafft. Nur ein Mal (2007/08) in den vergangenen 15 Jahren schnitten die Frankfurter genauso gut ab.

Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen hält vor der neuen Spielzeit trotzdem den Ball flach. Wie schon in den vergangenen Jahren richtet er im SPORT1-Interview die "Saisonziele an den wirtschaftlichen Möglichkeiten" aus.

Deshalb geht es für den Vorstandsvorsitzenden vor allem "Kontinuität". Also wieder ein Platz im gesicherten Mittelfeld?

Testspielsieg gegen Chelsea

Die Eintracht-Fans werden sicherlich von etwas mehr träumen, nachdem man in der vergangenen Spielzeit vor allem zuhause schon große Gegner wie den FC Bayern und Bayer Leverkusen geschlagen hat.

Auch der Start in die neue Spielzeit verlief problemlos. Mit Wilhelmshaven hatte die Eintracht im DFB-Pokal keine Schwierigkeiten. Und auch der 2:1-Testspielsieg gegen den FC Chelsea lässt die Erwartungen steigen.

Tzavellas soll Spycher ersetzen

Zudem hat Coach Skibbe endlich die so oft geforderten Verstärkungen für die Offensive bekommen. Halil Altintop wurde gehalten, mit Theofanis Gekas ein weiterer bundesligaerfahrener Torjäger geholt. Mit Ioannis Amanatidis, letzte Saison weitestgehend verletzt, steht ein weiterer erstklassiger Angreifer zur Verfügung.

Den Abgang von Linksverteidiger und Kapitän Christoph Spycher soll durch Neuzugang Georgios Tzavellas (kam von Panionios Athen) kompenisiert werden.

1899 Hoffenheim

Die unruhigen Zeiten sollen bei 1899 Hoffenheim endgültig vorbei sein. Seit dem Gewinn der Herbstmeisterschaft im Dezember 2008 ging es für die truppe von Ralf Ragnick lange Zeit bergab.

Die Maßgabe für die dritte Bundesligasaison lautet deshalb: zurück zum schönen Spiel.

Die Ansprüche sollen dabei aber nicht durch die Decke gehen, ein einstelliger Tabellenplatz würde wohl als Erfolg gesehen.

Starke löst Hildebrand ab

Der Kader wurde für dieses Ziel nur punktuell verändert. Auf - letztlich erfolglose - Millionentransfers wurde verzichtet.

Der Vertrag mit dem selten überragenden Torhüter Timo Hildebrand wurde nicht verlängert, dafür kam in Tom Starke (vom MSV Duisburg) der beste Zweitliga-Torwart der vergangene Saison.

Peniel Mlapa kommt von 1860 München und soll das Geschäft im Angriff beleben. Hier erhoffen sich die offenheimer aber auch eine Leistungssteigerung des eingeschworenen Trios Demba Ba, Vedad Ibisevic und Chinedu Obasi.

Letzterer fällt allerdings noch bis in den September verletzt aus.

Was bringt die neue Führungebene?

Den größten Umbruch gab es im Team um das Team. Manager, Psychologe, Athletiktrainer und Assistenzcoach sind, zumindest auf diesen Positionen, neu.

Alle zusammen haben eine Maßgabe, wie auch Routinier Josip Simunic im Interview mit SPORT1 bestätigt, nicht die gleichen Fehler machen wie im Vorjahr. Man habe aus den "schlechten Erfahrungen" der Vorsaison gelernt, sagte Simunic.

Im zweiten Teil analysiert SPORT1 die rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Köln

>>>HIER geht es zum zweiten Teil

TEIL1 des Bundesliga-Checks: Die Abstiegskandidaten

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