Mesut Özil nimmt bei Real Madrid die sportliche Herausforderung an. Wenn er sich durchsetzt, reift er endgültig zum Weltstar.

Man kann beinahe froh sein, dass Werder Bremen am Mittwoch in der Champions-League-Quali antritt.

Denn ohne dieses Druckmittel wäre der Transferpoker mit Real Madrid um Mesut Özil wohl noch bis zum Ende der Wechselperiode in zwei Wochen weitergegangen.

So aber steht der Abgang des WM-Shootingstars zu den "Königlichen" seit Dienstagnachmittag fest.

Für Özil ist der Schritt eine große Chance, aber auch ein großes Risiko.

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Dem Werben des wohl berühmtesten Vereins der Welt, das zeigte zuletzt Sami Khedira, kann sich nach wie vor fast kein Fußball-Profi entziehen.

Ob Özil allerdings beim spanischen Rekordmeister glücklich wird, ist eine ganz andere Frage.

Viele Experten trauen dem relativ introvertierten Deutsch-Türken aus Gelsenkirchen den Sprung in die "Löwengrube" Real (noch) nicht zu und vermuten, der 21-Jährige werde dem brutalen Konkurrenzkampf nicht gewachsen sein.

Man kann es aber auch von der anderen Seite sehen: Wenn Özil auch bei Real das hält, was er bei Werder und vor allem der WM versprochen hat, wird er in Madrid den Durchbruch zum Weltstar schaffen. Das Potenzial dazu hat er in jedem Fall.

Es spricht daher für den Nationalspieler, dass er diese sportliche Herausforderung ungeachtet aller Gefahren annimmt - wofür er natürlich auch finanziell reich entlohnt wird.

Wirtschaftlich können sich auch Werders hanseatische Kaufleute nicht beklagen, denn nun erhalten sie mindestens 15 Millionen Euro für Özil, während sie im nächsten Sommer leer ausgegangen wären.

Das Bremer Modell, Topstars zu entwickeln und dann teuer zu verkaufen, bleibt also bestehen.

Sportlich schwächt sich der Verein damit zwar in schöner Regelmäßigkeit und verhindert so das dauerhafte Mitspielen um die Meisterschaft.

Doch damit sind die Bremer immer wieder klargekommen. Zumal so mancher irgendwann reumütig zurückkehrt - wie zuletzt Frings, Borowski oder Pizarro.

Man darf gespannt sein, ob das bei Özil auch so sein wird.

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