vergrößernverkleinern
Marko Arnautovic (r.) kam von Twente Enschede zu Werder Bremen © getty

Bei SPORT1 spricht Werder-Coach Thomas Schaaf über den schmerzhaften Ausfall Naldos und das vermeintliche "Enfant terrible" Marko Arnautovic.

Von Martin van de Flierdt

München - Die Voraussetzungen könnten wahrlich günstiger sein.

Am Samstag startet Werder Bremen mit dem Spiel bei 1899 Hoffenheim (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) in die neue Bundesligasaison - und muss plötzlich ohne Mesut Özil auskommen.

"Natürlich wären wir stärker, wenn Mesut Özil noch dabei wäre", sagt Trainer Thomas Schaaf zum Transfer des Nationalspielers, der sich am Dienstag für kolportierte 18 Millionen Euro nach Madrid verabschiedete.

"Und natürlich fehlt er uns."149130(DIASHOW: Özils Karriere in Bildern)

In Teil 16 der SPORT1-Interviewserie vor Saisonstart spricht Schaaf auch über den schmerzhaften Ausfall Naldos und das vermeintliche "Enfant terrible" Marko Arnautovic.

SPORT1: Herr Schaaf, Mesut Özil ist weg. Wie gehen Sie damit um?

Thomas Schaaf: Es gibt immer wieder die Situation, dass man auf Spieler verzichten muss. Natürlich wären wir stärker, wenn Mesut Özil noch dabei wäre. Und natürlich fehlt er uns. Aber wir hoffen, den Verlust kompensieren und unsere Stärke beibehalten zu können - auch aus der Erfahrung heraus, dass sich andere stärker einbringen und durchsetzen, wenn uns Spieler verlassen. Wir haben uns auch in der Vergangenheit nicht verrückt gemacht und werden unseren Weg weitergehen.

SPORT1: Werder hat drei Trainingslager abgehalten, um die WM-Teilnehmer heranführen zu können. Wie weit sind die verbliebenen Nationalspieler denn aktuell?

Schaaf: Die letzten, die eingestiegen sind, sind jetzt zwei Wochen dabei. Natürlich können sie nicht auf dem gleichen Stand sein wie die anderen, die am 5. Juli angefangen haben. Da gibt es noch etwas nachzuholen. Das wird nicht innerhalb von Tagen realisierbar sein. Wir werden versuchen, es in den nächsten Wochen und Monaten hinzubekommen.

SPORT1: Am Wochenende starten Sie bei 1899 Hoffenheim in die Bundesligasaison. Wie sehr schmerzt da der Ausfall von Naldo?

[kaltura id="0_sqk0un4y" class="full_size" title=" Das Leben geht auch ohne zil weiter "]

Schaaf: Sehr, er hat im Prinzip in der Vorbereitung ja gar nicht richtig mit uns trainieren können. Er ist ein wichtiger Spieler für uns und hat in den letzten Jahren hervorragende Leistungen gebracht und eine tolle Entwicklung genommen. Deshalb hätten wir ihn sehr gerne dabei. Er wird uns fehlen, das tut uns weh.

SPORT1: Ist absehbar, wann er wieder zur Mannschaft stößt?

Schaaf: Nein. Wir können es aber nicht ändern. Selbst wenn wir die eine oder andere Träne verdrücken, werden wir ihn dadurch nicht wieder dazu bekommen. Also konzentrieren wir uns auf die Spieler, die da sind.

SPORT1: In der Innenverteidigung ist also Sebastian Prödl gefordert. Ist er in der Lage, Naldo ordentlich zu vertreten und endlich den Talentstatus abzustreifen?

Schaaf: Man muss seine Situation genauer betrachten. Er war des Öfteren verletzt oder angeschlagen. Gerade für einen jungen Spieler ist es aber wichtig, Konstanz zu erreichen. Wir haben vor der Saison aber auch klar gesagt: Jetzt muss der nächste Schritt kommen. In der Vorbereitung hat er fast alle Spiele gemacht und sich angeboten. Wir hoffen, dass er das auch in den Pflichtspielen umsetzen kann.

SPORT1: Auch auf dem teuersten Neuzugang Marko Arnautovic ruhen große Hoffnungen. Kann er aktuell sportlich schon helfen?

Schaaf: Er ist ein Spieler, der für besondere Dinge steht. In seinen jungen Jahren hat er schon viele tolle Dinge geleistet. Wir hoffen, dass er sich hier möglichst schnell zurechtfindet und uns richtig kennenlernt, damit er seine Fähigkeiten voll einbringen kann. Dafür muss man ihm Zeit geben. Aber das eine oder andere wird er jetzt schon realisieren können.

SPORT1: Der Boulevard hat ihn schnell als schwierigen Typen abgestempelt. Inwiefern ist das für Sie nachvollziehbar?

Schaaf: Die WM war vorbei, die Bundesliga hat noch nicht angefangen. Da muss man den Blätterwald eben anderweitig füllen. Dann kommt den Leuten so ein Spieler wie Marko, der sicher eine Eigenmarke ist, gerade recht.

SPORT1: Was ist denn dran an den Meldungen, dass er ein Exzentriker ist, mit dem Sie schon das eine oder andere ernste Wort wechseln mussten?

Schaaf: Es gab beispielsweise ein Bild von ihm und mir auf dem Platz. Darunter stand: "Arnautovic muss zum Rapport". Das war völliger Blödsinn. Aber es gibt sicher Dinge, die man ihm näher bringen muss.

SPORT1: Und zwar?

Schaaf: Was konkret wir von ihm erwarten. Wichtig ist, dass wir ihm helfen, dass er sich hier zurechtfindet. Er muss lernen, wie die Philosophie von Werder Bremen funktioniert und wie wir sie auf dem Platz umsetzen wollen. Dass das nicht von heute auf morgen funktionieren kann, ist selbstverständlich.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel