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Toni Kroos (r.) hat auf Trainer Louis van Gaal Eindruck gemacht © imago

Bayern-Trainer Louis van Gaal stellt für Toni Kroos sein System um. Denn Kroos kann etwas, was Franck Ribery nicht kann.

Von Martin Hoffmann und Benjamin Bauer

München - Ein Mann der forschen Töne ist Toni Kroos in seinen eineinhalb Jahren außerhalb von München nicht geworden.

Das persönliche Saisonziel des Bayern-Rückkehrers formuliert er gegenüber SPORT1 ganz unverfänglich.

"Ich werde versuchen, auf meine Spielzeiten zu kommen", meint der 20-Jährige. Und ehe das zu ambitionslos klingt, fügt er noch hinzu: "Und natürlich dann auch gut zu spielen." Natürlich.

Es sind bescheiden formulierte Ansprüche. Aber eine gewisse Demut ist in Kroos' Lage vielleicht auch gesund.

Wiederholt sich die Geschichte?

Schließlich sucht der Youngster seinen Platz in einem starbesetzten Team, das in der Vorsaison bestens funktioniert und fast alles gewonnen hat.

Und weil kein Stammspieler dieses Team verlassen hat, fragten sich nicht wenige, ob Kroos da nicht wieder zum Reservistendasein verdammt sein würde.

So wie vor zwei Jahren, ehe sein Umfeld erfolgreich auf das Leihgeschäft mit Leverkusen drängte.

Aktuell in der Startelf

Dort wäre Kroos eigentlich auch gerne noch geblieben - aber die Bayern beharrten unnachgiebig auf seiner Rückkehr.

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Verstanden hat das nicht jeder, so prächtig wie der Klub in der Offensive besetzt ist: Wo sollte da noch Platz für Kroos sein?

Aktuell hat Kroos aber den erhofften Platz in der Startelf - auf einer Position, die es in der Vorsaison bei den Bayern gar nicht gab: der des Zehners.

Comeback der Zehner-Rolle

Es ist die Rolle, für die Louis van Gaal zu Beginn seiner Bayern-Zeit Franck Ribery umschulen wollte.

Weil der aber lieber links blieb und andere wie Alexander Baumjohann nicht gut genug für den Job waren, stellte van Gaal auf ein System ohne klassischen Spielmacher um.

Beim Pokalerfolg gegen Windeck verhalf Kroos der Zehn zu einem Comeback. Es war ein eher unauffälliges, trotz Kroos' Torerfolg zum 3:0.

Er habe im Vergleich zu diesem Auftritt - wie das gesamte Team - "ein paar Sachen zu verbessern", weiß Kroos.

Komplimente von Ribery

Nichtsdestotrotz hält van Gaal ihn für gut genug, die Zehner-Rolle auszufüllen. "Ich habe großes Vertrauen in ihn", sagte der Niederländer der "Bild". "Mit Kroos sind wir gezwungen, 4-4-1-1 zu spielen."

Franck Ribery kann daran nichts Schlechtes finden: "Es ist gut, einen klassischen Zehner, einen Spielmacher im Team zu haben", meinte er kürzlich im Pressetalk des FCB.

Kroos stehe die Rolle gut. Er habe "eine gute Saison in Leverkusen gespielt, ist sicher am Ball, besitzt eine tolle Technik und spielt saubere Pässe".

Robbens Ausfall hilft

Kroos wird zu Saisonbeginn wohl ausreichend Gelegenheit haben, die Vorschusslorbeeren zu bestätigen.

Die Verletzung von Arjen Robben - der die Nummer zehn trägt, die der FC Bayern einst eigentlich für Kroos reservieren wollte - erleichtert dem Top-Talent im Moment das Leben.

Weil Thomas Müller so auf der rechten Angriffsseite dessen Platz einnimmt - und nicht mit Kroos um den Platz im Zentrum konkurriert.

Kroos sieht sich nicht als Profiteur

Kroos als Profiteur des Robben-Ausfalls - so will er selbst sich freilich nicht dargestellt sehen.

"Glaube ich nicht", antwortet er auf die Frage, ob Robbens Muskelriss ihm zugute komme.

"Unabhängig von Verletzungen" würde er versuchen, "auf meine Einsatzzeiten zu kommen". So forsch ist er dann doch.

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