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Christoph Daum kehrt nach acht Jahren Pause in die Bundesliga zurück © getty

Mit neuen Hoffnungsträgern will sich Köln im Oberhaus festsetzen. Der Petit-Transfer ist abgeschlossen. Die Bundesliga-Vorschau

Von Jan Reinold

München - Der Beginn der Bundesliga-Saison 2008/2009 rückt immer näher. Sport1.de stellt in der Bundesliga-Vorschau alle 18 Teams vor. Im zweiten Teil geht es um den ersten Bundesliga-Meister.

Der 1. FC Köln ist nach zwei Jahren Zweitklassigkeit wieder zurück in Deutschlands Eliteliga.

Wieder mal, muss es korrekt heißen, denn seit dem ersten Abstieg vor zehn Jahren ist es schon der vierte Aufstieg der "Geißböcke".

"Wir gehen nicht mehr weg, wie ein perfekter Fleck", singen "Wir sind Helden" in ihrem Lied "Gekommen um zu bleiben".

Der FC will sich langfristig in der höchsten deutschen Spielklasse halten. Das gilt auch für seinen Trainer.

Daum zurück nach acht Jahren

Für Christoph Daum ist es die ganz persönliche Rückkehr nach acht Jahren (Zwangs-) Abstinenz vom Oberhaus. Werbung

Meier) endlich durchbrochen wird, haben die Domstädter so viel Geld wie noch nach keinem Aufstieg in den Kader investiert.

Der Coup mit Petit

Ein ganz großer Coup könnte die Verpflichtung des portugiesischen Nationalspielers Petit sein.

Der neue Star ist 31 Jahre alt und kommt von Benfica Lissabon. Petit erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2010 mit einer Option für ein weiteres Jahr. Petit stand seit 2002 bei Benfica unter Vertrag. Für die Nationalmannschaft Portugals absolvierte der EM-Teilnehmer 57 Länderspiele.

Wer ist neu?

Fünf Spieler gingen, bisher kamen acht Neue.

Manasseh Ishiaku kam für 2,5 Millionen Euro von Absteiger MSV Duisburg und soll den nach Leverkusen abgewanderten Torjäger Patrick Helmes ersetzen.

Einen vereinsinternen Ablöse-Rekord stellte man bei der Verstärkung der Abwehrzentrale auf, für die der Brasilianer Pedro Geromel für ebenfalls 2,5 Millionen Euro von Vitoria Guimaraes aus Portugal geholt wurde.

Weitere bekannte Zgänge sind Linksverteidiger Pierre Womé (ablösefrei von Werder Bremen) und Mittelfeldspieler Wilfried Sanou (ablösefrei vom SC Freiburg).

Den gesuchten hochklassigen defensiven Mittelfeldspieler könnte man in Petit gefunden haben. Ein Offensivspieler soll noch kommen. Das "Projekt P" - die Rückkehr von Lukas Podolski - hat sich vorerst erledigt.

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Wer ist der Hoffnungsträger?

Der Trainer! In Daums erster Periode als Cheftrainer am Geißbockheim (1986 bis 1992) erlebten die Kölner ihre letzte Glanzzeit.

Daum führte den Verein damals zurück in die Bundesligaspitze und wurde zweimal Vizemeister (1989 und 1990) sowie einmal Dritter (1988).

Zudem hat der FC ein neues Maskottchen. Nachdem Hennes VII. aus gesundheitlichen Gründen in Rente gehen musste, wurde der 16 Monate alte "Hennes VIII." - vormals als "Bock ohne Namen" bekannt - als neuer Geißbock "vereidigt".

Wie ist die Stimmung?

Die Vorbereitung lief durchwachsen, die größten Sorgen bereitete ausgerechnet Neuzugang Ishiaku. Der Nigerianer laboriert noch immer an einer Sprunggelenkverletzung aus der Vorsaison und musste immer wieder pausieren.

Dennoch herrscht in Köln Aufbruchstimmung, im Umfeld des Vereins wird sogar (schon wieder!) vom Uefa-Cup geträumt.

Das oftmals überhöhte Anspruchsdenken und die wankelmütige Stimmung in der Medienmetropole bereiteten in der Vergangenheit aber schon so manches Mal Probleme.

Nicht umsonst appelliert Daum daher an den "Realitätssinn" der Kölner und warnt, dass man sich in einer "Aufbauphase" befinde und die Saison "kein Selbstläufer" werde.

Was sind die Ziele?

Offiziell lautet die Vorgabe von Daum einen Mittelfeldplatz zu erreichen, wobei der 54-Jährige betont, dass damit "die Bandbreite von Platz sieben bis 15" gemeint ist.

Das "übergeordnete Ziel" sei es aber, "den 1. FC Köln wieder dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren" und "ein neues Kapitel FC-Geschichte zu schreiben."

Damit sei aber (noch) nicht das Erreichen eines internationalen Wettbewerbes gemeint: "Weder wir, noch jemand aus unserem Umfeld wird vom Uefa-Cup sprechen", stellte Daum klar.

Sport1-Prognose:

Köln gilt als der schwächste der drei Aufsteiger, doch die gezielten Verstärkungen in der Abwehr und im Sturm sowie die geplante Verpflichtung eines Hochkaräters für das Mittelfeld geben Anlass zur Hoffnung.

Allerdings bleibt abzuwarten, ob die verletzungsanfälligen Wome und Ishiaku zu echten Leistungsträgern werden und ob der Kader den gehobenen Ansprüchen des Oberhauses genügt.

Viel wird zudem von einem gelungenen Start abhängen. In bester Erinnerung dürfte noch die Katastrophen-Hinrunde 2005/2006 sein, als der FC zwölf sieglose Spiele in Folge ablieferte und so bereits im Dezember den Grundstein für den direkten Wiederabstieg gelegt hatte.

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