vergrößernverkleinern
Demba Ba erzielte in der vergangenen Saison zwölf Treffer für Hoffenheim © imago

Vor Beginn neuen Saison nimmt Sport1.de in der Bundesligavorschau alle Teams unter die Lupe. Den Anfang macht 1899 Hoffenheim.

Von Matthias Becker

München - Der Beginn der Bundesliga-Saison 2008/2009 rückt immer näher. Sport1.de stellt in der Bundesligavorschau alle 18 Teams vor. Den Anfang macht ein absoluter Bundesliga-Neuling: 1899 Hoffenheim.

Es war ein ambitionierter Plan, den Software-Milliardär Dietmar Hopp vor zwei Jahren verkündete:

Binnen fünf Jahren wollte er seinen Heimatverein TSG Hoffenheim fit für den Aufstieg in die Bundesliga machen.

Es sollte die Krönung eines Experiments werden, das bereits in den Jahren zuvor mit dem kontinuierlichen Aufbau einer professionellen Jugendarbeit begonnen hatte. Werbung

Plansoll-Übererfüllung mit Rangnick

Dem schon zu Regionalliga-Zeiten verpflichteten Top-Trainer Ralf Rangnick gelang mit dem, inzwischen als 1899 Hoffenheim firmierenden, Klub schon im Mai der Durchmarsch in die Bundesliga.

Diese Übererfüllung des Plansolls ermöglicht jetzt eine neue Phase des Experiments: Wie weit kann ein Verein aus einer 3.300-Einwohner-Gemeinde in der deutschen Fußball-Hierarchie aufsteigen, wenn sportliche und wirtschaftliche Planung langfristig angelegt und abgesichert sind?

Ansturm auf die Dauerkarten

Das Ziel der Hoffenheimer ist es, sich im fußballerisch - seit dem Absturz von Traditionsklub Waldhof Mannheim - brach liegenden Rhein-Neckar-Raum als erste Adresse zu etablieren.

Und da ist der Bundesliga-Neuling auf einem guten Weg: Für die erste Saison im Oberhaus wurden schon weit über 10.000 Dauerkarten verkauft. Die Region nimmt also wie erwünscht Anteil am Aufschwung des Experiments Hoffenheim.

Zur Rückrunde soll das neu erbaute Stadion in Sinsheim eingeweiht werden, bis dahin finden die Heimspiele im Mannheimer Carl-Benz-Stadion statt.

Wer ist neu?

Bislang verpflichtete Hoffenheim mit Rechtsverteidiger Andreas Beck vom VfB Stuttgart nur einen neuen Spieler.

Für den 21-Jährigen legten die Kraichgauer stolze 3,3 Millionen Euro auf den Tisch. Sehr viel mehr soll auf dem Transfermarkt auch nicht passieren.

Da Stürmer Chinedu Obasi nach großem Theater für die Olympia-Auswahl Nigerias freigestellt wurde, "würden wir bis zum Auftakt gegen Cottbus gerne noch einen Stürmer verpflichten", erklärte Rangnick im "kicker".

Wer ist der Hoffnungsträger?

Die millionenschweren Zugänge der vergangenen Spielzeit waren für Hoffenheim absolute Volltreffer. Ob Carlos Eduardo, Demba Ba oder Obasi: Die jungen Offensivkräfte prägten den Stil der Rangnick-Elf und waren Garanten für den Aufstieg.

Allerdings kam der Neuling mit seinen jungen Kreativen nicht sorgenfrei durch den Sommer. Carlos Eduardo ließ laut Rangnick im Urlaub die Zügel zu sehr schleifen, Obasi wird zu Saisonbeginn in Peking weilen.

Umso wichtiger wird es sein, dass die in der Winterpause verpflichteten Ramazan Özcan (Tor) und Marvin Compper auch in der Bundesliga die Defensive zusammenhalten.

Was sind die Ziele?

"Wir wollen uns so schnell wie möglich akklimatisieren und unseren Stil pflegen", definierte Rangnick schon eine Woche nach dem Aufstieg im Gespräch mit Sport1.de die Ziele für die Bundesliga.

Aus den Äußerungen verschiedener Vereinsverantwortlicher wird deutlich, dass 1899 zwar mit Respekt an die neue Aufgabe herangeht, sich aber keinesfalls im Abstiegskampf wiederfinden will.

"Rang 8 bis 14" sei die Tabellenregion "in die wir wollen", sagte Rangnick dem "kicker".

Dass dies nur der Anfang auf dem Weg zu Höherem sein soll, wird aber auch klar. "Nach unserer rasanten Entwicklung mit zwei Aufstiegen in Folge wäre ein ruhigeres Jahr nicht verkehrt. Das Umfeld muss mitwachsen", erklärte Rangnick in der "Welt".

Sport1-Prognose:

Hoffenheim muss aufpassen, dass die Ansprüche im boomenden Umfeld nicht schneller wachsen als das Potenzial der Mannschaft.

Spielerisch hat die Mannschaft absolut das Zeug dazu, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben und die Rolle der Überraschungsmannschaft vom Karlsruher SC zu übernehmen.

Entscheidend wird dabei sein, dass die jungen Leistungsträger im stärkeren Scheinwerferlicht der Bundesliga nicht übermütig werden.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel