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Packendes Duell: Leverkusens Simon Rolfes (r) klärt mit letztem Einsatz gegen Mesut Özil © getty

Dank einer beeindruckenden Vorstellung in Bremen ist Leverkusen wieder Tabellenführer - Werder bleibt erneut viel schuldig.

Bremen - Zum Jubiläum wieder an der Spitze: In seinem 1000. Bundesligaspiel hat Bayer Leverkusen zumindest für 24 Stunden wieder die Tabellenführung übernommen.

Die Westdeutschen setzten sich nach einer starken Leistung bei Werder Bremen verdient mit 2:0 (0:0) durch und landeten damit den dritten 2:0-Sieg hintereinander.

Der Vizemeister hingegen kassierte seine erste Heimniederlage und verliert immer mehr den Kontakt zum oberen Tabellendrittel.

"Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war toll. Wir haben in der Abwehr sehr gut gestanden und kaum Chancen zugelassen. Und vorne haben wir auf unsere Chance gewartet", meinte Bruno Labbadia.

Der Bayer-Coach ergänzte: "Wir haben bislang in dieser Saison sehr gut gespielt und können das gut werten. Gegen ein Stück weit Euphorie ist nichts auszusetzen. Wir wissen aber auch, wo wir herkommen."

Allofs spricht von Krise

Euphorie in Leverkusen, Enttäuschung dagegen in Bremen, wo Sportdirektor Klaus Allofs in der ersten Reaktion nach Abpfiff gar von einer Krise sprach.

Auch Werder-Coach Thomas Schaaf blies Trübsal: "Wir bringen unser Spiel nicht durch und machen immer wieder die gleichen Fehler. Wir müssen nun Ruhe bewahren. Wir haben momentan nur ein Ziel, und das ist das nächste Spiel."

Vor 37.142 Zuschauern im Weserstadion gelang Arturo Vidal in der 71. Minute der Führungstreffer. Der Chilene schob den Ball nach einem Fangfehler von Werder Bremens Ersatztorhüter Christian Vander aus kurzer Distanz über die Linie.

Tohuwabohu in der Defensive

Nach einem erneuten Durcheinander in der Bremer Hintermannschaft sorgte der Ex-Bremer Manuel Friedrich in der 81. Minute für den Endstand.

Diese Torerfolge krönten eine sowohl spielerisch als auch kämpferisch beeindruckende Vorstellung der Gäste, die nach einer schwachen Auftaktviertelstunde das Heft immer mehr in die Hand nahmen und den Platzherren kaum Raum zur Entfaltung ließen.

Zwar musste man den Hanseaten zugute halten, dass mit Torwart Tim Wiese, Nationalspieler Clemens Fritz, Mittelfeldspieler Diego und Torjäger Claudio Pizarro gleich vier wichtige Stammspieler verletzungsbedingt fehlten.

Schaaf ruft vergebens

Dennoch hinkt Werder seiner Normalform weit hinterher. Trainer Thomas Schaaf versuchte immer wieder durch laute Rufe und weit ausholenden Gesten Einfluss auf die Aktionen seiner Schützlinge zu nehmen, doch vergeblich.

Selbst zu einer wirklichen Schlussoffensive konnten sich die Norddeutschen, die im sechten Pflichtspiel in Folge sieglos blieben, nicht mehr aufraffen.

Ganz anders die Leverkusener: Klug dirigiert vom Brasilianer Renato Augusto ließen sie die Platzherren speziell im Mittelfeld immer wieder schlecht aussehen und hätten bei besserer Chancenverwertung sogar noch höher gewinnen können.

Bayer am Ende ganz cool

Im Gefühl des sicheren Sieges ließ es das Team von Coach Bruno Labbadia in den Schlussminuten sogar ruhig angehen, um sich für das bereits am Freitag bevorstehende Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg zu schonen.

Lediglich Innenverteidiger Per Mertesacker sowie mit Abstrichen Mannschaftskapitän Frank Baumann erreichten bei den Norddeutschen Normalform.

Stärkster Leverkusener Akteur neben Renato Augusto war Nationalspieler Simon Rolfes.

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