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Für Felix Magath ist Schalke 04 die neunte Station als Vereinstrainer © getty

Felix Magath spricht im Interview über Schalkes Transfer-Politik, Superstar Raul, Vertragsgerüchte und die Kritik der Fans.

Von Oliver Müller und Christian Paschwitz

München - Der FC Schalke 04 hat einen regelrechten Vorbereitungsmarathon hinter sich - 16 Spiele in knapp sechs Wochen sind eine Hausmarke.

Und auch sonst gibt es bei den Knappen gewisse Abnutzungserscheinungen: 209112 (DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Beim Pflichtspiel-Auftakt im DFB-Pokal gegen Drittligist VfR Aalen taten sich die "Königsblauen" angesichts eines 2:1 bei langer Überzahl ziemlich schwer.

Dazu zog sich Felix Magath mit der Degradierung des Fan-Beauftragten Rolf Rojek noch den Unmut der Fans auf sich.

Was läuft mit Misimovic?

In Teil 17 der SPORT1-Interview-Serie nimmt Schalkes Coach auch dazu Stellung, spricht zudem über Zvejzdan Misimovic und Superstar Raul. (DATENCENTER: Der Bundesliga-Spielplan)

SPORT1: Herr Magath, wie sehen Sie nach Platz zwei im Vorjahr nun die Chancen auf die Meisterschaft?

Felix Magath: Favorit auf den Titel ist immer der FC Bayern. Denn sie haben den besten Kader. Bei uns hat man in der Vorbereitung gesehen, dass uns in einigen Mannschaftsteilen noch die Qualität fehlt, um ganz oben anzugreifen.

SPORT1: Ist es denn richtig, dass Sie daher noch einen offensiven Mittelfeldspieler und einen Stürmer holen werden?

Magath: Es wird auf jeden Fall noch Verpflichtungen bei Schalke 04 geben. Auf welcher Position werden wir sehen. Der Umbau der Mannschaft hat gerade erst richtig begonnen.

SPORT1: Als einer der Top-Favoriten dafür hält sich hartnäckig der Name Zvejzdan Misimovic. Was ist da dran?

Magath: Der Markt ist immer in Bewegung, und da führt man viele Gespräche. Insofern kann und will ich zu aktuell gehandelten Namen im Moment nichts sagen.

SPORT1: Wie schwer wird es, so kurz vor dem Saisonstart noch die möglichen Neuzugänge zu integrieren?

Magath: Es werden noch neue Leute kommen, aber zum Einspielen ist keine Zeit mehr. Das ist klar. Daher müssen wir die Spieler, die wir noch holen, dann möglichst schnell integrieren.

SPORT1: Eigentlich wollten Sie die Planungen schon längst abgeschlossen haben. Warum ist das nicht der Fall?

Magath: Es ist auf alle Fälle schwierig in diesem Jahr. Man merkt, dass das Geld bei fast allen Vereinen knapp ist. Von daher ist auch wenig Bewegung auf dem Markt. Auch wegen der Weltmeisterschaft haben viele Klubs erstmal abgewartet. Jetzt hofft jeder, der Geld braucht, dass die Preise weiter oben bleiben. Und diejenigen Vereine, die noch Spieler wollen, hoffen, dass die Preise gegen Ende der Wechselperiode runter gehen.

SPORT1: Der Transfer-Kracher des Sommers war der Wechsel von Real-Ikone Raul - zu Schalke 04. Welche Bedeutung hat dieser Zugang?

Magath: Raul ist ein absoluter Gewinn für die Mannschaft, zu dem gerade unsere vielen jungen Spieler aufschauen können. Deshalb bin ich stolz, dass Schalke einen so renommierten Profi holen konnte. Raul ist noch immer einer der besten Spieler der Welt.

SPORT1: Dennoch hat es nach der Absetzung von Rolf Rojek als Fan-Beauftragtem zuletzt deutliche Kritik der Fans an Ihrer Arbeit gegeben. Wie gehen Sie damit um?

Magath: Es sind nicht die Fans, es ist eine Gruppe von Fans. Ich habe nicht das Gefühl, dass es zwischen mir und den Schalke-Anhängern nicht mehr stimmt. Ich arbeite bei Schalke auch für die Fans. Und das werde ich in Zukunft auch immer tun.

SPORT1: Es gab im Sommer auch Gerüchte, Sie wollten den Verein vorzeitig verlassen.

Magath: Solche Meldungen waren mehr dem Sommerloch geschuldet. Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass ich wie bisher immer meinen Vertrag erfülle. Und ich bin auch davon überzeugt, dass ich bei guten Rahmenbedingungen mein Ziel erreichen werde und in spätestens drei Jahren mit Schalke Meister werde.

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