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Da freuen sich sich: Hoffenheims Torschütze Demba Ba (l) und Andreas Beck © getty

Acht Minuten reichen Hoffenheim in Bochum, um einen Rückstand in ein 3:1 umzuwandeln und die Tabellenführung zurückzuerobern.

Bochum - Die Überflieger von 1899 Hoffenheim haben dank eines Dreierpacks innerhalb von nur acht Minuten die Tabellenführung zurückerobert.

Der Aufsteiger gewann nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit beim VfL Bochum mit 3:1 (0:1) und konnte nach dem vierten Sieg in Folge Bayer Leverkusen, das am Dienstagabend vorübergehend die Spitzenposition übernommen hatte, wieder vom ersten Platz verdrängen.

Die Bochumer fielen dagegen nach dem sechsten Spiel infolge ohne Sieg auf einen Abstiegsplatz zurück.

Dennis Grote brachte die Hausherren vor 24.444 Zuschauern schon in der dritten Minute mit 1:0 in Führung.

Sehenswerter Hackentreffer

Doch nach Anlaufsschwierigkeiten schlug der beste Sturm der Liga zurück: Demba Ba (64.) mit einem sehenswerten Hackentreffer, Torjäger Vehad Ibisevic per Foulelfmeter (70.) und Carlos Eduardo (71.) machten den Auswärtssieg der Hoffenheimer perfekt.

Zudem verloren die Bochumer Mittelfeldspieler Christoph Dabrowski, der in der 76. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah.

"Wir sind enttäuscht´, meinte Bochums Trainer Marcel Koller. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht nur bei den drei Toren einige Böcke geschossen. Und das haben die Hoffenheimer sehr gut ausgenutzt."

Anfängliches Kopfproblem

Hoffenheims Andreas Beck erklärte: "Wir hatten nach dem Spiel gegen Hamburg Probleme, gedanklich ins Spiel zu finden. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir unser Spiel gut durchgezogen"

Das befand hinterher auch Ralf Rangnick: "Wir sind alle sehr zufrieden mit diesem Ergebnis. Ich persönlich besonders mit der Leistung in der zweiten Halbzeit."

Der 1899-Coach zogt ein differenziertes Fazit: "In den ersten 20 Minuten waren wir teilweise gar nicht auf dem Feld. Aber zum Ende der ersten Halbzeit hat man schon gesehen, dass wir durchkommen, wenn wir schnell und mit wenig Kontakten nach vorne spielen. Das haben wir nach der Pause dann konsequent umgesetzt."

Der angesichts der öffentlichen Jubel-Arien über seine Schützlinge sonst eher zu Unterkühltheit neigende Rangnick lobte: "Die Mannschaft hat sich ein Kompliment verdient."

Blitzstart dank Grote

Dabei hatte das Match für den besten Bundesliga-Aufsteiger seit elf Jahren denkbar schlecht begonnen.

Nach nur drei Minuten traf Grote, der nur wegen der Verletzung von Stanislav Sestak in die Startelf gerückt war, per Flachschuss von der Strafraumgrenze. Danach taten sich die Gäste gegen aggressive Bochumer sehr schwer, und die Vorhersage von Trainer Ralf Rangnick erfüllte sich.

"Bochum wird uns nicht den roten Teppich ausrollen", hatte der Coach gesagt. Die hochgelobte Offensivabteilung kam vor der Pause nur zu zwei Möglichkeiten.

Fernandes klasse

Zunächst rutschte Ibisevic (20.) nach einem schnellen Konter der Ball über den Fuß. Kurz vor dem Halbzeitpfiff entschärfte VfL-Torwart Daniel Fernandes einen Kopfball von Chinedu Obasi in Klassemanier.

Nach der Pause erhöhte Hoffenheim den Druck und schnürte die Gastgeber quasi in der eigenen Hälfte ein. Den fälligen Ausgleich erzielte Ba per Hacke nach flachem Zuspiel von Carlos Eduardo.

Dem Foulelfmeter zum 2:1 ging ein Foul von Torschütze Grote an Andreas Beck voraus. Nur eine Minute später körnte Carlos Eduardo seine gute Leistung mit dem Treffer zum 3:1.

Auch Jaissle stark

Bester Spieler bei Hoffenheim neben dem Brasilianer im rechten Mittelfeld war Innenverteidiger Matthias Jaissle.

Bei den kampfstarken, aber einmal mehr glücklosen Bochumern verdienten sich Anthar Yahia und mit Abstrichen der zuletzt stark kritisierte Ex-Nationalspieler Paul Freier die besten Noten.

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