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Froh und nachdenklich: Bastian Schweinsteiger (Mi.) erzielte das Siegtor gegen Wolfsburg © getty

Nach dem Glücks-Sieg gegen Wolfsburg zum Saisonauftakt sind die Bayern froh, aber auch selbstkritisch. Beim VfL herrscht Frust.

München - Als Matchwinner Bastian Schweinsteiger jubelnd der Eckfahne entgegenrutschte, ging ein Raunen durch die Liga.

"Wie immer, diese Dusel-Bayern", mögen sie in Gelsenkirchen, Hamburg und Bremen nach dem 2:1 (1:0)-Sieg des Meisters gegen den VfL Wolfsburg in der Nachspielzeit gedacht haben.

"Wir hatten es nicht verdient, zu gewinnen", gab Torschütze Thomas Müller nach dem Eröffnungsspiel der 48. Bundesliga-Saison zu (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Und trotzdem: Die Liga zittert schon wieder vor den "typischen Bayern" - auch wenn bei denen mal wieder der Haussegen schief hängt und ein Hauch von Hollywood weht.

Denn mehr als über die Tore von Müller (9.) und Schweinsteiger (90.+1) oder den Start nach Maß wurde nach der Begegnung über einen Profi gesprochen, der gar nicht mitgespielt hatte.

Martin Demichelis war nach seiner Weigerung, auf der Bank Platz zu nehmen, das Thema Nummer eins, auch noch am Tag danach (zum Artikel: Das Problem Demichelis).

"Sieg war sehr wichtig"

Angesichts der Querelen um den Abwehrspieler war der Auftaktsieg für die Bayern umso wertvoller.

"Es war sehr wichtig, mit einem Sieg zu starten - damit Ruhe ist", sagte Rummenigge. Zumal die Darbietung auf dem Rasen mitunter zu wünschen übrig ließ.

Nach einer guten und konzentrierten Vorstellung in der ersten Halbzeit und dem Traumtor von Müller nach Doppelpass mit Rückkehrer Toni Kroos (Rummenigge: "ein technisches Meisterstück, höchste Fußballkunst") hatten sie "um das Gegentor gebettelt - und es auch bekommen", sagte Lahm.

Der WM-Spielführer monierte "Fehlpässe en masse im Aufbau", van Bommel sah "das Schlechteste, was wir seit langem gespielt haben".

Edin Dzeko quittierte diese Schwächeperiode mit dem Kopfballtor zum 1:1 (55.) und legte dabei eine ungeahnte Schwäche der Münchner bei Standards offen.

Der Liga-Schützenkönig hatte sogar das Siegtor auf dem Fuß - doch das schoss Schweinsteiger auf Flanke Franck Riberys.

Zufall? Dusel? Bayern-Gen!

"Ich bin für Tore eigentlich nicht zuständig. Aber wenn man beim FC Bayern nicht daran glaubt, macht man etwas falsch. Bei mir ist das eingeimpft. Ich wollte einfach, wir wollten einfach unbedingt gewinnen", sagte Schweinsteiger.

Und van Bommel betonte: "Das ist halt die Kunst, die große Mannschaften auszeichnet: Das Ding noch zu drehen."

Wie groß die Bayern-Mannschaft wirklich ist, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Schweinsteiger hält die Bayern schon für "besser als Real Madrid".

Doch Rummenigge warnte: "Die deutsche Meisterschaft ist keine gemähte Wiese, es wird ein hartes Stück Arbeit, den Titel zu verteidigen."

Denn die Münchner offenbarten Schwächen in allen Teilen ihrer im Vorjahr noch so souveränen Elf.

Van Gaal bemängelt Fitness

Trainer Louis van Gaal schrieb die Mängel der schwierigen Vorbereitung zu.

"Außer Daniel van Byuten und Diego Contento ist keiner topfit", sagte er. Und so musste auch Schweinsteiger trotz des Vergleichs mit Real einräumen, "dass wir noch nicht auf dem Niveau sind, auf das wir gehören".

Wie gut die Münchner trotz all der Schwierigkeiten sind, musste der VfL schmerzlich erfahren.

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