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Youssef Mohamad (r.) sah für ein Tackling an Erwin Hoffer schon nach 87 Sekunden Rot © getty

Der Bundesliga-Rückkehr spielt in Köln fast 90 Minuten in Überzahl. Erst der Doppelpack eines Stürmers bringt aber die Wende.

Köln - Negativrekord und kein Ende des Alptraums:

Der 1. FC Köln hat gegen Angstgegner 1. FC Kaiserslautern erneut eine Niederlage hinnehmen müssen und einen denkbar schlechten Saison-Auftakt hingelegt.

Nach der 1:3 (1:0)-Heimpleite warten die Kölner nun schon seit 21 Jahren und 23 Liga-Spielen auf ein Erfolgserlebnis gegen die Pfälzer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das Spiel wurde geprägt von einer Roten Karte, die FC-Kapitän Youssef Mohamad schon nach 87 Sekunden wegen einer Notbremse an Erwin Hoffer sah.

Es war der schnellste Platzverweis der Bundesliga-Geschichte.

Lakic mit Doppelpack

Einen Blackout von Kaiserslauterns Keeper Tobias Sippel nutzte Milivoje Novakovic dennoch wenig später zum 1:0 (8.), das allerdings aus Abseitsposition zustande kam.

Doch Srdjan Lakic, der die "Roten Teufel" schon beim 3:2 im Pokal beim VfL Osnabrück mit seinem Last-Minute-Tor in die Verlängerung gerettet hatte, traf zweimal (70./84.) und drehte damit die Partie im Alleingang. Ivo Ilicevic sorgte für den Endstand (88.).

Köln hatte zuletzt 1989 innerhalb von vier Monaten zweimal gegen Lautern gewonnen, 4:1 daheim am 16. August und 2:1 auswärts am 16. Dezember.

Fehler von Sippel vor Novakovic' Tor

Die Spielzeit hätte für den FC schlimmer nicht beginnen können. Wegen eines Tacklings gegen Erwin Hoffer wurde Mohamad von Schiedsrichter Dr. Felix Brych zum Entsetzen der Mehrzahl unter den 49.200 Zuschauern unter die Dusche geschickt.

Nach einem Steilpass von Lakic stoppte der Innenverteidiger den alleine aufs Tor stürmenden Lauterer Neuzugang, indem er ihn am Trikot zog.

Doch die Kölner ließen sich nicht beeindrucken und bekamen zudem noch ein Geschenk von Sippel, der einen Ball im Fünfmeterraum völlig unnötig fallen ließ. Novakovic staubte ab.

Köln zunächst in Unterzahl besser

Nach 14 Minuten wurde Kölns Spielmacher Taner Yalcin vom Feld genommen, weil Kevin Pezzoni für Mohamad in die Innenverteidigung rückte.

Die Gäste aus der Pfalz, die in der ersten DFB-Pokal-Runde viel Probleme mit Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück hatten (3:2 nach Verlängerung), konnten die Überzahl zunächst nicht nutzen. Nur Distanzschüsse von Christian Tiffert (9.) und Lakic (30., 33.) waren erwähnenswert.

Köln machte die numerische Unterlegenheit mit viel Leidenschaft wett, WM-Star Lukas Podolski ging voran. Vor allem der agile Portugiese Petit hatte sehr gute Gelegenheiten (34., 37.). Bei einem Freistoß von Podolski war Sippel zur Stelle (40.).

Einzelaktion bringt die Wende

Zur zweiten Halbzeit brachte Gästetrainer Kurz Ilicevic und Leon Jessen für Oliver Kirch und Alexander Bugera. Viel änderte sich aber zunächst nicht, Kaiserslautern blieb in der Offensive harmlos und tat sich gegen die leidenschaftlich kämpfenden Gastgeber äußerst schwer.

Das 1:1 war dann auch nicht herausgespielt, Lakic zog aus 20 Metern ab und gab FC-Keeper Faryd Mondragon das Nachsehen. Doch in der Schlussphase nutzen die Lauterer die Kölner Abwehrschwächen eiskalt aus.

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