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Josip Simunic (r.) und seine Kollegen feiern den Erfolg über Werder © getty

Der 1899-Star könnte für großes Geld zu Kasan gehen. Das Team wirkt befreit und fertigt Werder ab. Die Bremer wehren sich nicht.

Von Mathias Frohnapfel

München - Ralf Rangnick ballte die Faust, dann wirbelte er einmal auf dem Absatz herum.

Der Hoffenheimer Coach jubelte beim 4:1-Sieg über Werder Bremen schon zur Halbzeit, als ob der "Fußball-Professor" gerade eine neue Formel fürs Offensivspiel entdeckt hätte.

Da schmerzte auch der nahe Abschied von Spielmacher Carlos Eduardo nicht zu sehr.

In sechs Minuten hatte Rangnicks Team gegen Bremen drei Tore erzielt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das Schöne: Ein jedes passte zu dem, was er in der Vorbereitung gepredigt hatte.

Schnelle Gegenstöße wollte Rangnick sehen, viel Ballbesitz und technische Raffinesse.

Tabellenführung als Zugabe

Und am liebsten ein zielgerichtetes Umschalten von Abwehr auf Angriff: Die Tore von Jungspund Peniel Mlapa und Vedad Ibisevic entsprachen dem ziemlich genau.

Der Freistoß-Treffer von Sejad Salihovic war für den Ästethen Rangnick dann das I-Tüpfelchen.

Als Zuschlag gab es nach Spielende noch die Tabellenführung. Ein wohliges Gefühl, das Hoffenheim im Februar 2009 zum letzten Mal erlebte.

Moral spricht für Hoffenheim

Dabei hatte die Partie gegen Werder überhaupt nicht nach Plan begonnen, ein von Torsten Frings verwandeltet Handelfmeter brachte die Bremer rasch in Führung.

"Wenn man nach anderthalb Minuten so einen Elfmeter bekommt, ist das natürlich extrem bitter", sagte Rangnick.

Umso mehr freute er sich danach über die Moral seines Teams, das eindrucksvoll das Spiel gegen schwache Bremer umbog.

"Die sehr gute Arbeit in der Vorbereitung", nannte Ibisevic als Grund für die Kraftleistung.

Einigung über Eduardo-Transfer

Sogar der mögliche Abschied von Carlos Eduardo, einer der Führungsfiguren bei 1899, ließ die Kraichgauer an diesem Tag kalt.

Laut Rangnick hat Hoffenheim schon Einigkeit mit einem Klub erzielt, allerdings sei der Transfer noch nicht endgültig perfekt.

"Es ist so, dass wir einig sind mit einem anderen Verein. Und aus dem Grund hat es auch keinen Sinn gemacht, ihn für den Kader zu nominieren", sagte Rangnick bei LIGA total!.

Beck greift Eduardo an

Kapitän Andreas Beck sagte offen: "Wenn ein Spieler sich nicht mehr mit dem Verein identifziert, macht es keinen Sinn mehr. Das war auch im Training zu sehen"

Sein Trainer weiß indes um den Wert des Spielmachers, der "der beste Mann bei Hoffenheim" sein kann, "wenn er entsprechend eingestellt und disponiert ist".

Laut "Bild" soll Rubin Kasan 20 Millionen Euro für den Brasilianer bieten.

Geld, das Rangnick in einen Neuzugang stecken könnte.

Nach wie vor werden die Namen Ilkay Gündogan (1. FC Nürnberg) und Adrian Ramos (Hertha BSC Berlin) gehandelt.

Bremen will einkaufen

Auch Bremen sieht sich auf dem Transfermarkt um - warum, zeigte die Vorstellung in Hoffenheim.

"Natürlich müssen wir schauen, was machbar ist und was im Defensivbereich noch geht", sagte Trainer Thomas Schaaf nach der herben Pleite zum Auftakt.

"Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Wir haben ein schlechtes Spiel abgeliefert, obwohl die Ausgangsposition nach der Führung hervorragend war", schimpfte der Coach weiter.

"Wir waren nicht bereit, die Wege zu machen."

Tatsächlich bäumten sich die Grün-Weißen nicht mal in Hälfte zwei auf.

Almeida fehlt in Genua

Schaaf muss sein Team so schnell wie möglichst wieder aufrichten, denn schon am Dienstag geht es nach dem 3:1-Hinspielsieg bei Sampdoria Genua um den Einzug in die Gruppenphase der Champions League.

Dort muss Werder nun auch noch ohne Stürmer Hugo Almeida auskommen.

Der portugiesische Nationalspieler erlitt eine Oberschenkelverletzung und musste noch vor der Pause ausgewechselt werden.

Das Fehlen Almeidas dürfte nach dem ernüchternden Auftritt in Hoffenheim allerdings nicht Werders einzige Sorge bleiben.

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