vergrößernverkleinern
Trainer Mirko Slomka (l.) und Florian Fromlowitz feiern den Sieg gegen Frankfurt © imago

Der Sieg gegen Frankfurt sorgt für einen Burgfrieden bei 96. Der Trainer, Kind und Schmadtke sind vorsichtig optimistisch.

Hannover - Ein Luftsprung, ein Jubelschrei, ein strahlendes Gesicht - beim Schlusspfiff fiel binnen Sekundenbruchteilen sämtlicher Druck von Mirko Slomka ab.

Der schmeichelhafte 2:1 (1:1)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt ließ den Trainer von Hannover 96 und das gesamte Umfeld der Niedersachsen fast hörbar durchschnaufen.

Eine Woche nach der Pokalpleite bei den viertklassigen Amateuren aus Elversberg gelang der Start in die Liga - zumindest vom Ergebnis her.

"Dieser Sieg stimmt uns glücklich nach turbulenten Tagen", sagte der Coach, dem bei einer erneuten Niederlage der Wind an der Leine kräftig ins Gesicht geblasen hätte.

Schließlich war auch sein Vor-Vorgänger Dieter Hecking vor ziemlich genau einem Jahr in einer ähnlichen Situation unverzüglich an die Luft gesetzt worden.

Nun aber herrscht erst einmal Burgfrieden in Hannover, sogar Klubboss Martin Kind zeigte in der Loge ein vorsichtiges Lächeln. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Die Mannschaft hat Charakter gezeigt", freute sich der Unternehmer.

Eintracht muss sich "an die eigene Nase fassen"

Mit guter Einstellung und großem Kampf erarbeiteten sich die Niedersachsen den eher glücklichen "Dreier", stärkere Gegner als die zu verspielten Hessen hätten die Hannoveraner WM-Arena wohl kaum mit leeren Händen verlassen.

Ähnlich beurteilte auch Eintracht-Stürmer Ioannis Amanatidis die Lage: "Das sah alles ganz gut aus, aber wir haben letztlich nicht effektiv genug gespielt."

Trainer Michael Skibbe sah es ähnlich. "Wir haben aus unserer Feldüberlegenheit viel zu wenig gemacht und müssen uns an die eigene Nase fassen", ärgerte sich der Coach.

Ya Konan erzielt Siegtreffer

So reichten den Platzherren vor 37.212 Zuschauern eine Handvoll Einschussmöglichkeiten, um durch Tore von Konstantin Rausch (21.) und Didier Ya Konan (75.) knapp die Oberhand zu behalten. Für die im Abschluss zu fahrigen Gäste traf Benjamin Köhler (27.).

Der Ivorer Ya Konan hatte nach eigenem Bekunden sogar göttlichen Beistand eingefordert, um die drei Punkte einzufahren: "Ich habe sogar für den Sieg gebetet, der Druck war ungeheuer groß."

Und er wird zurückkommen, denn die "Roten" stehen mit Gastspielen in Schalke und Wolfsburg und einem Heimspiel gegen Leverkusen vor harten Wochen.

Schmadtke optimistisch

Sportdirektor Jörg Schmadtke allerdings, nicht unbedingt als bester Freund des Trainers bekannt, gab sich optimistisch.

"Wenn wir noch 33 mal eine solche Einstellung und eine solche Leidenschaft zeigen, dann ist mir nicht bange. Es war wichtig, dass die Mannschaft gleich im ersten Spiel ein Zeichen gesetzt hat", sagte der ehemalige Bundesliga-Torhüter.

Kreuzbandriss bei Carlitos

Nur Neuzugang Carlitos konnte sich über den Sieg nicht freuen.

Der Portugiese erfuhr davon im Krankenhaus, wo bei einer ersten Diagnose ein Kreuzbandriss im rechten Knie diagnostiziert wurde.

Ganze vier Minuten dauerte das Bundesliga-Debüt des offensiven Mittelfeldspielers, frühestens zu Beginn der Rückserie wird der 27-Jährige aufs Spielfeld zurückkehren können.

Ein trauriger und rekordverdächtig kurzer Einstand zugleich für einen Spieler aus der Startformation.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel