Der Bayern-Coach tut wenig, um den verärgerten Demichelis zu beruhigen. Dabei kann er sich einen Abgang eigentlich nicht leisten.

Die neue Bundesliga-Saison begann mit einem Knalleffekt.

Allerdings nicht auf dem Platz, wo beim Auftaktspiel am Freitag zwischen Meister FC Bayern und Vorgänger VfL Wolfsburg vielen Spielern die WM-Strapazen noch anzumerken waren.

Zwar reichte es dank Bastian Schweinsteigers Last-Minute-Treffer noch zum Sieg, doch der Jubel wurde durch den Wirbel um Martin Demichelis erheblich getrübt.

Der Argentinier empfand die Degradierung durch Louis van Gaal zum Ersatzmann als persönliche Beleidigung und kündigte prompt seinen Abschied aus München an.

Van Gaal tat danach wenig, um seinen letztjährigen Stammspieler zu beruhigen.

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Vielmehr stempelte er den WM-Teilnehmer zur grundsätzlichen Nummer drei hinter Daniel van Buyten und Holger Badstuber, fand überraschend viel Lob für den noch lange verletzten Rivalen Breno und machte auch sonst den Eindruck, als könne der FCB auf Demichelis verzichten.

Dabei hat der Rekordmeister genau in der Abwehrmitte seine größte Schwachstelle.

Die Defizite von Demichelis/van Buyten auf allerhöchstem Niveau wurden spätestens im Champions-League-Finale gegen Inter Mailand überdeutlich, als Diego Milito das Duo bei den Gegentoren ganz alt aussehen ließ.

Doch nicht erst die Probleme der Defensive gegen Wolfsburg haben gezeigt, dass Badstuber mit seinen 20 Jahren ebenfalls noch lange kein absoluter Top-Verteidiger ist.

Daher kann Bayern Demichelis eigentlich nur dann in die Wüste schicken, wenn ein besserer Mann bereit steht. Danach aber sieht es nicht aus, zumal ein solcher Klasse-Mann bis zum Ende der Transferfrist kaum zu finden ist.

Ganz abgesehen davon, dass der Kreis der Weltklasse-Innenverteidiger sehr klein geworden ist.

Spontan fällt einem vielleicht Lucio ein, aber auch den hatte van Gaal ja vor einem Jahr in die Wüste bzw. nach Mailand geschickt.

So spielt der Niederländer ein gefährliches Spiel, von dem am Ende möglicherweise nicht nur die internationalen, sondern auch die nationalen Konkurrenten profitieren könnten.

Am 1. Spieltag deuteten der erste Tabellenführer Hoffenheim mit der Gala gegen Bremen und der Hamburger SV mit dem starken Auftritt gegen Vize-Meister Schalke jedenfalls an, dass sie ohne Europacup-Belastung durchaus das Potenzial haben, wieder ganz oben mitzuspielen.

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