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Holger Stanislawski trainiert seit 2006 den FC St. Pauli © getty

St. Paulis Trainer Stanislawki erlebt den Erfolg über Freiburg emotional. Sportchef Schulte lobt die Einstellung des Teams.

Freiburg - Nach der grandiosen Aufholjagd seiner Stehaufmännchen und der triumphalen Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne kannte Holger Stanislawski kein Halten mehr:

Erst ballte der Trainer von Aufsteiger FC St. Pauli euphorisch die Faust, dann sprang der Mann mit dem goldenen Händchen vor Freude in die Luft.

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"Als ich die Bilder später sah, habe ich mich gar nicht wiedererkannt. Ich war so nass, als hätte ich selbst mitgespielt. Das waren Emotionen", sagte Stanislawski nach dem 3:1 (0:0) der Hamburger beim SC Freiburg und verriet das Geheimnis des ersten Erfolges: "Meine Profis glauben an sich und ihr Spiel."

Drei Tore in acht Minuten

Bevor der gelungene Auftakt der Kiezkicker nach achtjähriger Bundesliga-Abstinenz perfekt war, musste der 40-jährige "Stani" 83 Minuten zittern.

Erst in der Schlussphase drehte das hochüberlegene St. Pauli den 0:1-Rückstand durch Papiss Cisse (78.) und erlöste seinen Coach mit einem Dreierpack binnen acht Minuten.

"Das hat gezeigt, dass wir zu 100 Prozent fit sind, eine Super-Moral und hohe Qualität haben", erklärte Fin Bartels, der den verdienten Endstand herstellte (90.).

Kein Extralob für Torschützen

Neuzugang Bartels war neben U21-Nationalspieler Richard Sukuta-Pasu (89.) der zweite Joker, der nach seiner Einwechslung stach.

Pauli-Sportchef Helmut Schulte wollte die Torschützen, zu denen auch Fabian Boll dank seines Ausgleichstreffers (83.) zählte, allerdings nicht hervorheben.

"Die anderen haben vorher die Freiburger Abwehr so erschüttert und wund gemacht, dass es die Einwechselspieler dann leicht hatten", meinte Schulte getreu dem Motto "Der Star ist die Mannschaft".

Sieg nach Pokal-Pleite

Beim Blick auf die Tabelle ("Das interessiert mich nur am Rande") stellte Schulte eine Woche nach der Erstrunden-Pleite im DFB-Pokal beim Viertligisten Chemnitzer FC (0:1) das neu gewonnene Selbstvertrauen zur Schau.

Da der nächste Gegner 1899 Hoffenheim (4:1 gegen Werder Bremen) mit einem Tor mehr als St. Pauli gewonnen habe, "gehen wir zumindest nicht als Favorit in dieses Spiel am Samstag", meinte der Ex-Trainer augenzwinkernd.

Die Profis des Aufsteigers, bei dem Neuzugang Gerald Asamoah (Sehnenriss) fehlte, zeigten derweil zumindest in einer Beziehung Uneinigkeit.

Sukuta-Pasu schnappt sich Spielball

Beim Streit, wer den Spielball "Torfabrik" behalten darf, setzte sich am Ende verdientermaßen Torschütze Sukuta-Pasu durch.

Die erschreckend schwachen Freiburger indes legten erneut einen Fehlstart hin.

Zuletzt hatten die Breisgauer, die in der vergangenen Saison erst durch einen starken Endspurt den Abstieg verhindert hatten, vor neun Jahren ein Bundesliga-Auftaktspiel gewonnen.

Dutt ist nicht überrascht

Für Trainer Robin Dutt kam der misslungene Punktspiel-Beginn auch diesmal nicht überraschend.

"Ich hatte schon befürchtet, dass wir technisch und taktisch nicht wie erwünscht auf der Höhe sind", sagte der 45-Jährige und machte dafür die Verletzungsprobleme der Freiburger in der Vorbereitung verantworlich.

Am kommenden Wochenende steht für die Dutt-Elf bereits das wegweisende Spiel beim 1. FC Nürnberg auf dem Programm.

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