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Martin Demichelis steht seit 2003 beim FC Bayern unter Vertrag © getty

Der Wirbel beim FC Bayern geht weiter. Bei SPORT1 spricht Demichelis über seine Situation und bekräftigt seinen Wechselwunsch.

Vom FC Bayern berichten Daniel Rathjenund Christian Ortlepp

München - Martin Demichelis droht beim FC Bayern das Aus.

"Wenn er gehen will, wäre das für mich kein Problem", stellte Trainer Louis van Gaal klar (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Er stellte den argentinischen Nationalverteidiger auf eine Stufe mit dem Kapitän der zweiten Mannschaft des Rekordmeisters:

"Wir haben ja noch Maximilian Haas."

Nachdem Demichelis am Freitagabend mit dem Verzicht auf einen Bank-Platz beim 2:1 (1:0) der Bayern gegen den VfL Wolfsburg für einen Eklat gesorgt hatte, trainierte er am Samstag mit den Reservisten und klang gar nicht mehr so angriffslustig.

"Die Situation war so geplant. Der Trainer und ich hatten ein gutes Gespräch. Wir haben uns die Meinung gesagt", sagte Demichelis auf SPORT1-Nachfrage.

Wechsel steht bevor

"Es tut mir weh, wenn jemand sagt, ich hätte mich geweigert, mich auf die Bank zu setzen", fügte der 29-Jährige an.

In der argentinischen Sportzeitung "Ole" ergänzte Demichelis: "Diese Aussagen sind Unsinn. Ich war bei River, Bayern und der Nationalmannschaft Ersatzspieler und niemals habe ich Probleme gemacht."

Allerdings ließ der Innenverteidiger auch wissen, dass es "Verhandlungen mit einem anderen Verein gibt, dessen Namen ich nicht nennen werde. Der Transfer kann noch diese Woche über die Bühne gehen."

Angeblich soll Atletico Madrid interessiert sein.

"Kein rebellisches Kind"

Wenn diese Option platze, werde er bei den Bayern um einen Platz in der Mannschaft kämpfen: "Ich will jetzt alles klären, weil ich nicht wie ein rebellisches Kind dastehen will."

Genau in dieser Rolle ist er aber momentan, zumal sich die Bayern trotz des Auftakt-Sieges viele unangenehme Fragen gefallen lassen mussten.

Kapitän Mark van Bommel kündigte deshalb wie auch Vize-Kapitän Philipp Lahm und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ein klärendes Gespräch mit dem "stolzen Argentinier" (Rummenigge) an.

Van Bommel weiß, wie er mit "Micho" umgehen muss, schließlich hat er mit Gesprächen mit dem sturen Verteidiger reichlich Erfahrung.

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Der Niederländer war auch eingeschritten, als sich Demichelis im März 2008 unter Trainer Ottmar Hitzfeld geweigert hatte, den ihm zugedachten Job im Mittelfeld zu übernehmen.

Van Bommel stöhnt

"Das hat mich einige Stunden gekostet", sagte van Bommel gequält schmunzelnd. Demichelis machte damals einen Rückzieher und erklärte in einer ebenso spontan wie eigenmächtig einberufenen Pressekonferenz seine Liebe zum Klub.

Diesmal scheint die Lage vertrackter.

"Die Wahrheit ist, dass ein Zyklus zu Ende geht und es für beide Seiten besser ist, wenn wir getrennte Wege gehen. Es fand schon die erste Verhandlung zwischen mir, meinem Berater und Bayern statt", hatte der Verteidiger bekanntgegeben.

Die Zeichen stünden klar "auf Trennung". Am Samstag verkündete der "Gaucho" allerdings noch, dass er notfalls bei den Bayern bleiben und um einen Stammplatz kämpfen werde.

Rummenigge sagte wohl auch deshalb: "Ich glaube nicht, dass er nun den Verein verlässt. Wir werden weiter mit Martin planen - und er wird sich auch wieder auf die Bank setzen."

Zumindest bis Januar wäre Demichelis als Ersatz nützlich - zumal Rekonvaleszent Breno erst in etwa zwei Monaten wieder zur Verfügung steht.

Kommt noch ein Neuer?

Wobei: In der Vorbereitung hat van Gaal wegen Personalmangels Maximilian Haas, 24 Jahre alter Kapitän der zweiten Mannschaft, in der Innenverteidigung getestet.

Auch Anatoliy Tymoshchuk könnte übergangsweise aushelfen. Oder hat van Gaal etwa schon einen Neuzugang in der Hinterhand? Finanzielle Mittel sind ausreichend vorhanden.

Die kommenden Tage versprechen Spannung.

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