SPORT1-Experte Udo Lattek erklärt in seiner Kolumne, warum Schalkes Trainer bei seiner harten Linie bleiben muss.

Hallo Fußball-Freunde,

die Saison läuft wieder - zum Glück! Und es brennt schon wieder an allen Ecken lichterloh. Wie auf Schalke:

Für Felix Magath ging der Auftakt in die Hose und es scheint ganz so, als ob es stürmisch weitergeht für Königsblau.

Was ich allerdings nicht verstehe, ist, dass man Magath eine "Diktatur" vorwirft. Für mich ist klar: Ein Trainer muss Diktator sein.

Natürlich kann er sich Rat holen, aber er darf nicht von seiner Linie abkehren und darf sich nicht von außen beeinflussen lassen.

Die Gefahr des Aneckens besteht natürlich. Gelsenkirchen ist ohnehin ein Pulverfass. Mittelfristig wird Magath das Handtuch werfen, wenn ihm der Rücken nicht gestärkt wird.

Denn ohne die Hilfe aus seinem Umfeld geht es nicht.

Doch Clemens Tönnies hält sich bedeckt. Er windet sich, ohne ganz klar Position zu beziehen.

Felix muss jetzt sehen, dass seine Mannschaft die nächsten Spiele erfolgreich bestreitet - dann hat er auch keine Probleme mit den Fans. Ansonsten allerdings sehr wohl.

Vielleicht sollte Schalke nach den Abgängen von Rafinha und Westermann noch einmal personell nachbessern. Aber es ist nicht so einfach, kurz vor Ende der Transferfrist noch jemanden zu finden, der die Abgänge gleichwertig ersetzen kann.

Zum HSV muss man sagen, dass Ruud van Nistelrooy einer der besten Mittelstürmer ist, die ich je gesehen habe.

Ich dachte zuerst, dass er in Hamburg noch einmal ein bisschen abkassieren will. Aber genau das Gegenteil ist eingetreten!

Er hat noch einmal gezeigt, was er drauf hat und was für einen starken Willen er hat. Er hat unheimlich fleißig trainiert und Fußball spielen konnte er sowieso schon immer.

Van Nistelrooy für mich ein ganz anderer Typ als Schalkes Neuzugang Raul. Er geht vorne rein und sucht die Zweikämpfe.

Raul ist eher der Filigran-Techniker. Wenn ich zwischen den beiden wählen müsste, würde ich immer van Nistelrooy nehmen.

Was Werders Einbruch beim 1:4 in Hoffenheim angeht, würde ich erstmal das Rückspiel der Champions-League-Quali am Dienstag in Genua abwarten.

In Hoffenheim haben die Bremer einfach abgeschenkt, haben sich hängen lassen und gar nicht gegen die Niederlage gewehrt.

Andererseits waren die Hoffenheimer ähnlich stark wie vor zwei Jahren. Man merkt, dass die Mannschaft wieder enger zusammengerückt ist.

Bremen war also nicht nur schlecht, sondern Hoffenheim hat auch sehr gut gespielt.

Bis nächste Woche!Euer Udo Lattek

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