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Christian Gross übernahm 2009 den Cheftrainerposten beim VfB Stuttgart © getty

Stuttgarts Trainer ist nach der Pleite in Mainz bedient. Sportdirektor Bobic kündigt Spielerkäufe an. Die Mainzer wollen mehr.

Mainz - Trainer Christian Gross und Sportdirektor Fredi Bobic diskutierten heftig im Kabinengang, Cacau war untröstlich.

"Leider habe ich den Elfmeter verschossen. Wenn ich das Tor mache, läuft das hier ganz anders", sagte der Nationalspieler.

Beim Stande von 0:0 war Cacau mit seinem Foulelfmeter an Keeper Christian Wetklo gescheitert, am Ende verlor der VfB Stuttgart mit 0:2 (0:1) beim FSV Mainz 05.

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Cacau gibt sich schuldbewusst

Cacau nahm die Schuld nach dem verpatzten Bundesliga-Auftakt auf sich.

"Nach dem Elfmeter waren die Köpfe unten und die Mainzer haben ins Spiel gefunden", sagte der 29-Jährige:

"Das Tor hat ihnen zusätzlich Motivation gegeben, da war es schwer zurückzukommen."

Damit haben die Schwaben nicht nur den Saisonauftakt wieder in den Sand gesetzt, sondern auch die Generalprobe für das Playoff-Rückspiel der Europa League verpatzt.

Zu viele Fehler gemacht

Der VfB muss sich für die Qualifikation zur Europa League am Donnerstag gegen Slovan Bratislava (Hinspiel 1:0) gehörig steigern.

"Wir haben viel zu viele Fehler gemacht und die wurden eiskalt ausgenutzt", gab auch Christian Träsch zu.

Und sein Trainer Christian Gross analysierte schonungslos diese Aussetzer. Er vermisste die Effizienz in der Offensive sowie die Abstimmung im Mtitelfeld, wo Timo Gebhardt und Nationalspieler Christian Gentner ihrer Form hinterher liefen.

Gross: "Jetzt zwei ganz wichtige Heimspiele"

Auch die Abwehr bekam ihr Fett weg. "Defensiv haben wir eindeutig zu viele Fehler gemacht", meinte Gross und forderte:

"Wir müssen hart arbeiten, denn wir haben jetzt zwei ganz wichtige Heimspiele. Das nächste schon am Donnerstag."

Sportdirektor Fredi Bobic machte ihm indirekt Mut, indem er ein weiteres Mal Transfers ankündigte.

"Es wird sicher was passieren, das ist schon klar." Allerdings stellte er auch fest:

"Wir müssen daran arbeiten, vorne effizienter zu sein und hinten die zwei, drei größeren Fehler auslassen. Das hat aber nichts mit Neuzugängen zu tun."

Mainzer Heimstärke bleibt

Die Mainzer genossen indes ihren starken Auftakt, zumal sie weiterhin zuhause eine Macht bleiben.

Vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Bruchweg waren die Mainzer Neuzugänge Sami Allagui (Greuther Fürth) und Thomas Rasmussen (ausgeliehen von Celtic Glasgow) erfolgreich.

Sie zeigten damit den Riecher der Mainzer für den Transfermarkt.

Tuchel gefällt Selbstvertrauen

"Die Art und Weise des Sieges freut mich besonders, das Vertrauen in unsere Stärke war jederzeit spürbar", sagte Mainz-Coach Thomas Tuchel nach der Partie.

"Wer heute zum ersten Mal im Stadion war, dem kann man nur sagen: Herzlich willkommen, das ist 17 Mal so."

Und er fügte selbstbewusst hinzu: "Vor allem die Qualität der Neuen ist vom Feinsten, deshalb sind wir noch nicht am Ende".

Schiedsrichter irritiert die Mainzer

Zum Sieg hatte Tuchel selbst noch sein Schärflein beigetragen.

Denn in der Pause hatte er die Ähnlichkeit der schwarzen Schiedsrichter-Jerseys mit den VfB-Trikots bemängelt, worauf Referee Manuel Gräfe und sein Gespann in der zweiten Hälfte in Hellblau aufs Feld kamen.

"Wir dachten die ganze Zeit, im Mittelfeld sind die Stuttgarter einer mehr. Das war mehr als unglücklich. Ich bin froh, dass der Schiedsrichter über seinen Schatten gesprungen ist und hellblau angezogen hat", berichtete Tuchel auf LIGA total!.

Wetklo guter Rückhalt

Ein Extra-Lob bekam von ihm Torhüter Wetklo, der den verletzten Stammkeeper Heinz Müller gut vertrat.

"Nach dem Elfmeter, den 'Wetti' super gehalten hat, war dann das Publikum auch voll da und wir haben mehr Sicherheit bekommen."

Besonders FSV-Neuzugang Holtby stach heraus und spielte mit seinen Gegnern Katz und Maus.

Nur im Abschluss ließen die Mainzer noch Chancen aus, an Cacaus schlechter Stimmung konnte das allerdings nichts ändern.

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