Huub Stevens spricht über Bayerns Demichelis, Magaths Streit mit den Schalke-Fans und Hoffenheims überraschender Sieg über Bremen.

Hallo Fußball-Freunde,

der Last-Minute-Sieg des FC Bayern gegen Wolfsburg hat gezeigt, dass die Münchner immer ein Tor erzielen können.

In der Abwehr stimmt beim Meister aber längst noch nicht alles.

Problematisch ist aus meiner Sicht die Personalie Martin Demichelis.

Wenn ein Spieler sich für zu wichtig hält, um auf der Bank zu sitzen, dann denkt er nicht ans Kollektiv, sondern nur an sich selbst.

Das darfst du weder als Verein noch als Mitspieler oder Trainer akzeptieren. Der Trainer muss dafür sorgen, dass sich jeder Spieler dem Team unterordnet.

Ein Spieler hat schließlich einen Vertrag. Darin steht nicht, dass er den Freibrief hat zu spielen.

Was Demichelis getan hat, ist Arbeitsverweigerung. Wenn er weg will, dann soll er mit einem anderen Verein kommen.

Mein früherer Klub HSV hätte das Spiel gegen Schalke leichter nach Hause bringen können.Das Team hat sich das Leben selbst schwer gemacht.

Dass die Rothosen dennoch gewonnen haben, liegt an der Qualität erfahrener Leute wie Ze Roberto, Jarolim oder van Nistelrooy.

In Hamburg haben wieder Schalke-Fans gegen den Führungsstil von Felix Magath protestiert.

In meiner Zeit auf Schalke waren auch nicht immer alle zufrieden. Sei es nun mit der Arbeit von Manager Rudi Assauer oder mit meiner.

Aber wir hatten immer ein ordentliches Verhältnis zu den Fans.

Felix hat eine Art und Weise, die nicht immer auf Gegenliebe stößt.

Er ist damit jedoch immer erfolgreich gewesen. Ich hoffe, dass die Fans ihn weiter unterstützen und er Erfolge einfährt.

Man muss auch sehen, dass er sehr viel Geld ausgegeben hat.

Felix hat viele Spieler geholt und ich kann mir vorstellen, dass die Fans sich daran stoßen und reagieren, wenn Siege ausbleiben.

Ich weiß nicht, ob Schalke noch neue Spieler holt, aber es ist klar, dass sie einen großen Kader brauchen werden.

Sie müssen mit der Doppelbelastung aus Liga und Champions League fertig werden. Es wird eine schwierige Saison für Schalke.

Dass Hoffenheim gegen Bremen gewinnt war überraschend - und auch nicht.

Man darf nicht vergessen, dass die Hoffenheimer im ersten Jahr hervorragend gespielt haben. Im zweiten Jahr hatten sie zu kämpfen.

Jetzt sind sie wieder ein wenig in der Situation, dass niemand mit ihnen rechnet.

Köln hatte gegen Kaiserslautern Pech. Ich weiß nicht, ob ein Schiedsrichter im ersten Spiel der Saison in der zweiten Minute gleich eine Rote Karte ziehen muss.

Köln ist zwar in Führung gegangen, aber am Ende war es sehr schwierig, das 1:0 mit zehn Mann nach Hause zu spielen.

Dass auch der andere Aufsteiger St. Pauli in Freiburg gewinnt, war für mich eine noch größere Überraschung und freut mich sehr für Helmut Schulte, mit dem ich bei Schalke zusammengearbeitet habe.

Bis nächste Woche,Euer Huub Stevens

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel