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Philipp Lahm kehrte 2005 vom VfB Stuttgart zum FC Bayern zurück © imago

Bei SPORT1 blickt Bayerns Vizekapitän Philipp Lahm auf den Saisonstart gegen Wolfsburg zurück. Er warnt vor Überheblichkeit.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Zum Saisonstart herrscht Zoff beim FC Bayern.

Martin Demichelis sorgt für Wirbel und möchte den Verein gerne verlassen.

Beim 2:1 zum Ligaauftakt gegen den VfL Wolfsburg war der Argentinier nicht im Stadion.

Angesichts der Querelen um den Abwehrspieler war der Sieg für die Bayern wertvoll.

"Es war sehr wichtig, mit einem Sieg zu starten - damit Ruhe ist", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Zumal die Darbietung auf dem Rasen mitunter zu wünschen übrig ließ.

Nach einer guten und konzentrierten Vorstellung in der ersten Halbzeit und dem Traumtor von Müller nach Doppelpass mit Rückkehrer Toni Kroos hatten sie "um das Gegentor gebettelt - und es auch bekommen", bilanzierte Philipp Lahm.

Der WM-Spielführer monierte "Fehlpässe en masse im Aufbau", van Bommel sah "das Schlechteste, was wir seit langem gespielt haben".

Erst das Last-Minute-Tor von Bastian Schweinsteiger rettete dem deutschen Rekordmeister die drei Punkte.

Wie groß die Bayern-Mannschaft wirklich ist, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

Im SPORT1-Interview analysiert Lahm den Auftritt gegen die "Wölfe" und zeigt sich selbstkritisch.

SPORT1: Herr Lahm, wie wichtig war der Auftaktsieg?

Lahm: Es geht endlich wieder um Punkte und wir haben gleich zum Start drei davon geholt. Das war unheimlich wichtig. In der vergangenen Saison hatten wir nach drei Spieltagen erst zwei Punkte.

SPORT1: Überzeugend war die Leistung gegen Wolfsburg nicht. Sehen Sie das auch so?

Lahm: Ja. Mit dem Spiel kann ich nicht zufrieden sein. Die erste Halbzeit war okay - vor allem die ersten 30 Minuten konnten sich sehen lassen. Aber was die Anfangsphase in der zweiten Halbzeit betrifft, können wir tatsächlich nicht zufrieden sein.

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SPORT1: Was heißt das konkret?

Lahm: Wir haben zu viele Fehler gemacht, jeder Einzelne war dafür verantwortlich. Wir hatten zu viele Ballverluste. So haben wir Wolfsburg wieder ins Spiel gebracht. Das darf uns nicht passieren. Am Ende war das 2:1 glücklich.

SPORT1: Wie erklären Sie sich die Konzentrationsschwächen?

Lahm: Das ist schwer zu erklären. In der Pause hat uns der Trainer sehr gelobt. Er hat gesagt, dass wir in den ersten 25 Minuten sehr gut gespielt haben. Wahrscheinlich haben wir das Spiel danach zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Dafür wurden wir bestraft.

SPORT1: Hapert es auch, weil die WM-Fahrer noch nicht richtig fit sind?

Lahm: Gegen Wolfsburg habe ich schon bemerkt, dass die Mannschaft insgesamt ein bisschen müde war. Aber ich bin trotzdem zuversichtlich, dass das kein größeres Problem wird.

SPORT1: Warum nicht?

Lahm: Die Fitness kommt nur über die Spiele. Ich kann nur zu 100 Prozent fit werden durch Spiele - das ist jetzt die Aufgabe für jeden WM-Teilnehmer.

SPORT1: Welchen Unterschied macht es für Sie, ob Arjen Robben oder Thomas Müller vor Ihnen spielt?

Lahm: Robben ist natürlich nicht eins zu eins zu ersetzen. Aber die WM war der Beweis, dass es zwischen Müller und mir harmoniert. Thomas ist ein fester Bestandteil der Mannschaft und hat seine Sache gegen Wolfsburg wieder sehr gut gemacht.

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