vergrößernverkleinern
Jürgen Klinsmann erzielte als Stürmer 31 Liga-Tore für den FC Bayern © getty

Nach Manager Uli Hoeneß hat jetzt auch Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann die Herbstmeisterschaft als Ziel ausgegeben.

Von Katrin Freiburghaus

München - Drei Spiele, drei Siege, Platz fünf in der Liga: Beim FC Bayern stellt sich der erwartete Erfolg und damit wieder Ruhe ein.

Aber zufrieden ist Trainer Jürgen Klinsmann noch lange nicht: " Wenn man auf Augenhöhe mit den europäischen Topklubs sein will, muss man immer weiter arbeiten. Beim FC Bayern wird der Fuß nicht vom Gaspedal genommen", verkündet der Coach.

Das Ziel Herbstmeisterschaft, das Uli Hoeneß schon vor dem Sieg über Wolfsburg anvisierte, hat nun auch Klinsmann klar ins Auge gefasst: "Wir geben uns alle Mühe, jeden Wunsch von Uli Hoeneß zu erfüllen. Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich ganz vorn zu sein."

"Hoffenheim Konkurrent um den Meistertitel"

Vor allem ein Team steht diesem Ziel aber im Weg: die TSG Hoffenheim.

Auch Jürgen Klinsmann sieht den Aufsteiger als gefährlichen Gegner: "Nach dem, was sie in den ersten neun Spielen abgeliefert haben, gehe ich davon aus, dass sie sogar ein Konkurrent um den Meistertitel werden."

Großer Respekt

Klinsmann steht mit seiner Einschätzung beim Rekordmeister nicht alleine da. Auch Kapitän Mark van Bommel betrachtet den Höhenflug des aktuellen Tabellenführers nicht als Strohfeuer.

"Es würde mich nicht wundern, wenn sie unter die ersten Sechs, vielleicht sogar Vier oder Drei kämen", sagte er und nannte die Mannschaft von Ralf Rangnick in einem Atemzug mit Weltklasse-Vereinen wie dem FC Barcelona.

Angst habe er vor dem Aufsteiger trotzdem nicht. "Sie haben eine sehr hohe Spielintelligenz und Spielfreude", sagte er. Über das Kräfteverhältnis werde aber das direkte Duell am 5. Dezember Aufschluss geben: "Dann werden wir sehen, wer besser ist."

Oben dran bleiben

Am Mittwoch (ab 19.30 Uhr LIVE) geht es für die Bayern in Frankfurt zunächst darum, die Mini-Serie von zwei Liga-Siegen in Folge auszubauen.

"Wir sind wieder oben dran und müssen sofort nachlegen, um in der Tabelle da hinzukommen, wo wir stehen wollen", forderte Klinsmann, "wir müssen mit der richtigen mentalen Einstellung da reingehen."

Nirgendwo hingehen wird allerdings Torjäger Luca Toni, der wegen einer Rippenverletzung weiter zum Zuschauen verdammt ist.

Tore statt großer Töne

Bayerns bester Torschütze ist bislang aber ohnehin nicht der Italiener, sondern Tim Borowski. Der Ex-Bremer bewahrte trotz seiner mitunter sehr knapp bemessenen Teilzeiteinsätze die Ruhe und mauserte sich mit mittlerweile vier Treffern zum Top-Joker der Liga.

"Er spielt nicht von Anfang an - das hat er sich sicher anders vorgestellt. Aber er ist wichtig für uns und geht an die Sache richtig ran", sagte van Bommel anerkennend. Van Bommel weiß, wovon er redet: Auch er hat die Bayern-Bank in dieser Saison schon öfter gewärmt als ihm lieb war.

In der Tat wirkte Borowski bei aller Unzufriedenheit stets unaufgeregt. "Es ist für mich wichtig, dass ich meine Einsatzzeiten bekomme", sagte er nach dem Spiel in Wolfsburg. Mehr nicht. Keine Ansprüche, keine großen Töne - dafür Tore. Das zum vorentscheidenden 3:2 beispielsweise.

"Er hat viel gelernt"

Seine Einsatzzeiten bekam Borowski in allen der ersten neun Liga-Partien, obgleich er keine einzige über die volle Distanz absolvierte. Seine Chancen, künftig auch Vollzeit arbeiten zu dürfen, stehen allerdings nicht schlecht.

"Er hat in den letzten drei, vier Monaten viel gelernt", lobte Klinsmann via "FCB.tv", "er hat gelernt, dass er beim FC Bayern in beide Richtungen arbeiten muss, defensiv und offensiv." Dass sich der Neuzugang auf diesem Lob ausruht, muss Klinsmann nicht befürchten.

In Anbetracht der Ausfälle von Philipp Lahm und Toni forderte der 28-Jährige zuletzt, "dass die Leute, die hinten anstehen, Gas geben und die Mannschaft pushen". Er dürfte damit auch sich selbst gemeint haben.

Nächste Runde im Fernduell

Über die Konkurrenz aus Baden-Württemberg äußerte sich Borowski äußerst respektvoll: "Sie sind ein spektakuläres, harmonisches und eingespieltes Team."

Wie man spektakulär gewinnt, haben auch die Bayern wiederentdeckt.

Ob dieser Zustand von Dauer ist, wird sich am Mittwoch zeigen, wenn das Fernduell zwischen Aufsteiger und Double-Gewinner in die nächste Runde geht.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel