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Ralf Rangnick ist seit Sommer 2006 Trainer der TSG 1899 Hoffenheim © getty

Hoffenheim ist der erste Tabellenführer der neuen Saison. Bei SPORT1 spricht Ralf Rangnick über den gelungenen Saisonstart.

Von Daniel Rathjen

München - Mit einem spektakulären 4:1-Erfolg gegen Werder Bremen hat 1899 Hoffenheim nach dem ersten Spieltag die Bundesliga-Tabellenführung übernommen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Für Trainer Ralf Ragnick ist das auch ein ganz persönlicher Triumph.

Die TSG, das ist seine Mannschaft, die er innerhalb von vier Jahren von der Regionalliga ins sichere Bundesliga-Mittelfeld geführt hat.

Nach der Sinnkrise in der ernüchternden vergangenen Saison nehmen die Hoffenheimer in dieser Spielzeit Anlauf, um wieder auf das Niveau zu kommen, auf dem sie 2008 Herbstmeister wurden.

Rangnick, der angekündigt hatte "das fitteste Team der Liga" aufbieten zu wollen, steckt voller Tatendrang. Im Interview der Woche mit SPORT1 spricht er über den gelungenen Saisonstart, den oftmals vermissten Teamgeist und den Abgang von Carlos Eduardo.

SPORT1: Herr Rangnick, wie gut tut so ein gelungener Start?

Ralf Rangnick: Ich muss sagen, das gute Spiel kam für mich nicht ganz überraschend. Im Test gegen Sunderland und im Pokal gegen Rostock hat die Mannschaft ähnlich gut gespielt, jeweils auch in der ersten Halbzeit. Dass wir am Ende hoch mit 4:1 gewinnen, konnte ich natürlich nicht erahnen.

SPORT1: Fühlen Sie sich an den Glanz aus der Saison 2008/09 erinnert, als Sie als Aufsteiger die ganze Liga aufgemischt haben?

Rangnick: Wir vergleichen uns nicht mit der Situation von vor zwei Jahren. Wenn wir uns vergleichen, dann mit dem letzten halben Jahr. Wir haben den Anspruch, es jetzt besser zu machen. Die Mannschaft ist zwar im Kern noch dieselbe, aber es gibt auch Spieler, die fehlen oder neu dazu gekommen sind.

[kaltura id="0_xnv6izum" class="full_size" title="Hoffenheims Glanz kehrt zur ck"]

SPORT1: Inwiefern verlief die Partie gegen Werder bereits nach Ihren Vorstellungen?

Rangnick: Die Arbeit gegen den Ball war in der ersten Halbzeit schon sehr gut. In der Offensive haben wir sicher noch Entwicklungsmöglichkeiten. Gut war, dass wir die Chancen eiskalt verwertet haben.

SPORT1: Und das hat Ihrer Mannschaft die notige Sicherheit gegeben...

Rangnick: Richtig. Die klare Führung zur Pause war wichtig. Wenn du da nur 2:1 führst, dann kann das Spiel immer noch ganz anders ausgehen. Wir haben das dann in der zweiten Halbzeit gut gemacht und mussten dank der 4:1-Führung auch kein Risiko gehen. Wir müssen dann auch nicht auf das fünfte, sechste Tor gehen, sondern müssen sicherstellen, dass Bremen in keiner Phase mehr eine Chance hat, zurückzukommen.

SPORT1: Wo liegen die Gründe für die starke Frühform?

Rangnick: Wir haben zeitig begonnen. Dann haben wir eine Pause von acht, neun Tagen gemacht. Ich habe eigentlich schon die Woche vor dem Sunderland-Spiel am 8. August gemerkt, dass die Dosierung und das Timing gepasst hat, das Training schlug an. Gegen Sunderland waren wir in der ersten Halbzeit sehr griffig.

SPORT1: Ist auch der Teamgeist gewachsen?

Rangnick: Wir sind auf einem guten Weg. Der Start hat gut getan hat und ist eine Bestätigung für die Mannschaft. Auf einem guten Weg heißt jedoch noch nicht, dass wir ihn die ganze Saison automatisch gehen. Wir sind zufrieden mit dem, wo wir momentan stehen, aber wir wissen auch, dass es vor allem nach der letzten Saison keinen Grund gibt, allzu zufrieden zu sein.

SPORT1: Ist der Weggang von Carlos Eduardo ein großer Verlust?

Rangnick: Ja, klar. Ein Carlos Eduardo in Bestform hilft jeder Mannschaft in der Bundesliga und damit auch uns. Aber die Gespräche sind in die Richtung gegangen, dass wir gesagt haben: Okay, zu diesem Betrag und wenn der Spieler unbedingt möchte, dann stimmen wir dem Transfer zu.

SPORT1: Nur kurz danach haben Sie sich bereits wieder verstärkt. Wie würden Sie Neuzugang Sebastian Rudy charakterisieren?

Rangnick: Er ist ein Spieler, der auf auf allen drei Sechser-Positionen spielen kann. Beim VfB Stuttgart kam er nicht mehr so richtig weiter. Bei uns hat er die Chance, zu mehr Einsatzzeiten zu kommen. Er ist ein Spieler wie damals Andi Beck, Tobias Weis oder Matthias Jaissle, der die Grundausbildung beim VfB genossen hat und schon grundsätzlich weiß, worum es bei unserem Spiel geht.

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