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Martin Demichelis (r.) spielt seit der Saison 2003/04 für den FC Bayern © imago

Der Berater des Argentiniers bestätigt SPORT1 das Interesse der Top-Klubs. Bei den Bayern rechnet man inzwischen mit einem Transfer.

Vom FC Bayern berichten Matthias Becker und Christian Ortlepp

München - Der Transfer-Poker um Martin Demichelis spitzt sich unerwartet schnell zu.

Der Innenverteidiger des FC Bayern München, bei Trainer Louis van Gaal nur noch die Nummer drei hinter Daniel van Buyten und Holger Badstuber, steht im Kontakt zu mehreren europäischen Top-Klubs.

"Es gibt Vereine, die Interesse zeigen. Juventus und Chelsea gehören dazu", bestätigte Adrian de Vicente, Berater des Argentiniers, im Gespräch mit SPORT1.

Italienischen Medienberichten zufolge ist Juve an einem Leihgeschäft mit den Bayern interessiert. Der neue Trainer des italienischen Rekordmeisters, Luigi Delneri, will unbedingt noch einen Verteidiger verpflichten.

Zuvor waren bereits Atletico Madrid, der FC Sevilla und Fenerbahce Istanbul als neue Arbeitgeber für WM-Teilnehmer Demichelis ins Gespräch gekommen.

Bayern rechnen mit Abschied

Dessen Abschied aus München sei allerdings keine beschlossene Sache, erklärte de Vicente:

"Wir müssen noch ein paar Tage warten. Im Moment ist alles offen."

Nach SPORT1-Informationen rechnet man beim FC Bayern allerdings fest mit einem Wechsel des 29-Jährigen. (241095DIASHOW: Die Planspiele des FC Bayern)

Nerlinger: "Tür für ihn ist nicht zu"

"Das Transferfenster schließt in einer Woche. Da kann natürlich noch etwas passieren", hatte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger bereits in der "tz" erklärt.

Allerdings ließ er sich noch alle Optionen offen. Er werde in den nächsten Tagen das Gespräch mit dem Abwehrspieler suchen, denn "die Tür beim FC Bayern ist auf keinen Fall zu für ihn".

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Beim Sponsorentermin der Bayern auf dem Münchner Nockherberg (die 278664Bilder) war Demichelis am Montag wie der Rest des Kaders standesgemäß in Lederhosen dabei.

Ob er das Outifit auch in einem Monat auf dem Oktoberfest noch mal präsentieren wird, gilt aber als äußerst fraglich.

Schweinsteiger hofft auf Verbleib

Doch vielleicht lässt sich Demichelis ja doch noch davon abbringen. Denn langjährige Teamkollegen schlagen sich auf seine Seite.

"Ich denke, wenn Micho uns verlassen würde, wäre das ein sehr großer Verlust für uns", sagte Bastian Schweinsteiger am Dienstag.

Der Siegtorschütze vom Freitagabend kennt Demichelis schon, seit dieser im Sommer 2003 zu den Bayern kam.

Und so ist es wohl auch als Streicheleinheit für dessen verletzten Stolz zu werten, wenn Schweinsteiger sagt: "Jetzt gehört er nicht zur ersten Elf, aber das kann sich ja ändern."

Demichelis sei ein sehr guter Innenverteidiger und deshalb hoffe er auf einen Verbleib des 29-Jährigen, erklärte Schweinsteiger weiter:

"Der FC Bayern kann gute Spieler immer gebrauchen und er ist ein sehr guter. Jeder andere Bundesligist wäre froh, ihn zu haben."

Auch Van Buyten rät von Wechsel ab

Neben Schweinsteiger spricht sich aber auch Demichelis' Abwehrpartner der vergangenen Saison, Daniel van Buyten, für einen Verbleib des Argentiniers aus.

"Er ist ein super Spieler. Er muss nicht gehen, nur weil es jetzt ein paar Schwierigkeiten gibt. Ich glaube an ihn", sagte van Buyten.

Der Belgier, lange Zeit bei den Bayern selbst nur zweite Wahl, weiß, wovon er spricht: "Ich hatte auch mal eine Zeit in der es nicht einfach war. Ich rate Micho deswegen, sich durchzubeißen."

Die Klub-Verantwortlichen sind jedenfalls nicht nachtragend - behauptet zumindest Nerlinger.

Keinesfalls habe sich Demichelis am Freitag geweigert, einen Platz auf der Bank einzunehmen, behauptet der. "Martin hat sich sauber verhalten", versichert Nerlinger.

Die Zeichen stehen trotzdem auf Abschied.

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