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Rene Adler hat für Bayer bislang 50 Bundesliga-Spiele absolviert © imago

Im Interview mit Sport1.de spricht Nationatorwart Rene Adler über seinen Höhenflug und den Aufschwung bei Bayer Leverkusen.

Von Katrin Freiburghaus

München/Leverkusen - Rene Adler schwimmt derzeit auf einer Welle des Erfolges.

In der Nationalmannschaft hat sich der 23-Jährige zumindest vorläufig zur Nummer eins im Tor aufgeschwungen, im Verein bei Bayer Leverkusen läuft es momentan ebenfalls prächtig.

Im Interview mit Sport1.de spricht der DFB-Keeper über Bayers Höhenflug und seine Ambitionen im Trikot der Nationalmannschaft.

Sport1.de: Wie erklären Sie sich den guten Saisonstart von Bayer Leverkusen?

Rene Adler: Das ist relativ einfach. Wir hatten einen richtig großen Umbruch, mussten viele neue Spieler integrieren und haben nach wie vor mit Verletzungen zu kämpfen. Damit und mit dem Stadionumbau standen wir vor einer sehr schwierigen Saison. Und da gab es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder bemitleiden wir uns selber oder wir nehmen die Situation an und versuchen, daran zu wachsen.

Sport1.de: Und was ist dabei rausgekommen?

Adler: Wir haben uns als Team zusammengesetzt, viel geredet und uns für das zweite entscheiden. Dabei spielt auch Trainer Bruno Labbadia eine entscheidende Rolle, der uns das immer wieder einimpft. Man kann schon sagen, dass die Auftritte, die wir momentan abliefern, ein Resultat harter Arbeit sind.

Sport1.de: Welche Bedeutung hat die Vertragsverlängerung von Bernd Schneider?

Adler: Wir hoffen alle, dass er möglichst schnell wiederkommt, weil er einfach enormes fußballerisches Potenzial hat und mit seiner Erfahrung in so einer jungen Mannschaft in gewissen Situationen Ruhe reinbringt. Die Verlängerung ist auch ein Zeichen vom Verein, dass man mit ihm plant. Er hat viel für den Klub geleistet, und da finde ich es gut, dass der Verein mit ihm verlängert, obwohl er gerade nicht fit ist.

Sport1.de: Wie beurteilen Sie Ihren Anteil am Erfolg?

Adler: Ich sehe mich als Teil der Mannschaft. Bei uns stellt sich kein Spieler über einen anderen. Es gibt aber wie in jeder Mannschaft Führungsspieler, die mehr Verantwortung tragen.

Sport1.de: Zählen Sie sich zu dieser Gruppe?

Adler: Ohne Frage. Aber es ist eben so, dass bei uns einer für den anderen kämpft und versucht, die Fehler des anderen auszumerzen. Und genau das ist es, was uns auszeichnet: dass wir ein intaktes Team sind. Sicher spielt dabei eine Rolle, dass wir viele junge Spieler haben, die auch außerhalb des Platzes viel miteinander unternehmen und sich gut verstehen.

Sport1.de: Was ist für Leverkusen möglich?

Adler: Ich gebe ungern langfristige Prognosen ab. Man sieht ja, dass die Bayern am Wochenende einen Sprung von Platz elf auf fünf gemacht haben. Die Liga ist momentan so eng und ausgeglichen, dass man nicht langfristig denken sollte. Man ist gut beraten, wenn man sich auf jedes Spiel konzentriert und so schnell wie möglich so viele Punkte wie möglich holt. Genauso handhaben wir das.

Sport1.de: Für Sie wäre das internationale Geschäft auch in Sachen Nationalmannschaft wichtig.

Adler: Ich beteilige mich nicht an der Diskussion, ob man unbedingt international spielen muss. Sicher ist es schöner und wir werden auch alles dafür tun. Aber ich denke nicht, dass ich für das DFB-Team unbedingt international spielen muss. Wir haben das Saisonziel ausgegeben, wieder ins internationale Geschäft zu kommen, und ich glaube, dass wir das schaffen.

Sport1.de: Wie beurteilen Sie Ihre Position in der Nationalmannschaft?

Adler: Ich finde es gut, dass der offene Konkurrenzkampf ausgerufen wurde, weil wir viele gute junge Torhüter haben. Ich bin froh, dass ich zwei Spiele machen durfte, weil es für mich die größte Auszeichnung ist, für mein Land zu spielen.

Sport1.de: Reicht es Ihnen nach den Erfahrungen gegen Wales und Russland immer noch, nur dabei zu sein?

Adler: Wenn man erst mal zwei Spiele gemacht hat, möchte man natürlich so oft wie möglich spielen. Aber im Endeffekt entscheidet der Trainer, wer spielt. Das ist das alte Prinzip im Sport: Es geht nur über Leistung. Und wenn ich meine Leistung Woche für Woche in der Bundesliga abrufe, bin ich guter Dinge, dass ich weiter zum engeren Kreis gehören werde.

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