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Martin Demichelis (r.) spielt seit 2003 für den FC Bayern © getty

Der Bayern-Kapitän versteht die Lage, in der sich Martin Demichelis befindet. Ein Wechsel würde den Niederländer nicht wundern.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Christian Ortlepp

München - In die Lage von Martin Demichelis kann sich Mark van Bommel bestens hineinversetzen.

Vor vier Jahren wechselte er quasi auf dem letzten Drücker am 28. August von Barca zum FC Bayern.

Sein Teamkollege Demichelis könnte nun ebenfalls den Endspurt in der Transferperiode als Sprungbrett nutzen - allerdings weg aus München.

"Ich sehe das alles nicht so schwierig", kommentierte Mark van Bommel am Mittwoch die heikle Personalie.

"Normal, dass ein Spieler weg will"

Der Bayern-Kapitän verwies darauf, dass das Transferfenster bis zum 31. August geöffnet sei und fasste die Faktenlage im Milliongeschäft Profifußball so zusammen:

"Dass ein Spieler weg will und ein Verein ihn kaufen will, das ist doch normal."

Auf den Fall Demichelis angewandt, bedeute das: "Wenn Micho mit dem Verein redet und geht, müssen wir das akzeptieren."

Doch auch der Niederländer weiß, dass ein möglicher Demichelis-Wechsel alles andere als ein gewöhnlicher Abgang wäre.

Demichelis hat neuen Klub im Blick

Schließlich spielt der Innenverteidiger seit 2003 für die Roten: Er räumte mit dem FCB viermal das Double ab und war in der vergangenen Saison noch anerkannter Stammspieler.

Jetzt ist Demichelis plötzlich nur noch die Nummer vier in der Innenverteidiger-Hierarchie, tief gekränkt und auf der Suche nach einem Klub, in dem seine Qualitäten geschätzt werden.

Beim FC Bayern rechnet man mit dem Abschied des argentinischen Nationalspielers.

(241095DIASHOW: Die Planspiele des FC Bayern)

"Es gibt Vereine, die Interesse zeigen. Juventus und Chelsea gehören dazu", bestätigte Adrian de Vicente, Berater des Argentiniers, SPORT1.

"Noch ist aber alles offen."

[kaltura id="0_5ie6ay0z" class="full_size" title="Fans kontra Demichelis"]

"Er muss nicht gehen"

Auch van Bommel kann sich vorstellen, dass Demichelis bleiben könnte. "Von mir aus muss er nicht gehen", erklärte van Bommel auf Nachfrage von SPORT1.

Und fügte mit Blick auf mögliche Ersatzkandidaten hinzu:

"Der Vorstand weiß, was wir brauchen und was nicht. Und wir haben noch Breno, der zwar jetzt verletzt ist, aber zurückkommt."

Van Bommel fehlt im Training

Beim Training setzte van Bommel am Mittwoch aus, weil noch er eine kleinere Blessur auskurieren musste.

Für das Spiel gegen Kaiserslautern (Fr. ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) besteht aber wohl keine Gefahr

Demichelis drehte indes mit der Mannschaft seine Runden.

Zeit für den Argentinier, über die Reaktionen auf seine Wechselabsichten nachzudenken.

Nerlinger kritisiert Beckenbauer

Denn nach der verbalen Grätsche von Franz Beckenbauer, der Demichelis "Schlendrian, Fehler" und Lauffaulheit vorgehalten hatte, reagierte jetzt Christian Nerlinger.

"Es ist nicht in Ordnung, dass nun über einen verdienten Spieler Schmutz ausgekippt wird", sagte der FCB-Sportdirektor der "tz".

"Die Äußerungen von Franz Beckenbauer haben mir gar nicht gefallen. Sie waren polemisch und unpassend."

Nerlinger bemüht sich aktuell als Diplomat, die Schärfe aus der Angelegenheit zu nehmen, bestätigte aber auch Gespräche mit dem Demichelis-Berater.

"Es gab bislang aber keine Verhandlungen mit anderen Vereinen."

Neuverpflichtungen schloss Nerlinger jedoch erneut aus.

Auch Tymoshchuk will weg

Neben den bekannten Kräften van Buyten, Badstuber und Breno könnte auch Tymoshchuk "ohne Anpassungsprobleme" als Innenverteidiger spielen.

Allerdings denkt der Ukrainer auch konkret über einen Abschied aus München nach. Sein Berater Witalij Jurtschenko sagte der "Süddeutschen Zeitung", ein Wechsel sei sehr wahrscheinlich.

Nach SPORT1-Informationen ist ein Transfer zu Dynamo Moskau zum Greifen nah. Der ebenfalls interessierte VfL Wolfsburg ist wohl ausgestochen.

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