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Diego wechselte erst im vergangenen Jahr von Werder Bremen zu Juventus Turin © imago

Wolfsburgs Manager meldet auf SPORT1 Vollzug zum Nerv-Transfer um den Juve-Spielmacher. Doch jetzt geht's um Misimovic.

Von Christian Paschwitz

München - Der Transfer galt schon vor Wochen als perfekt. Dann war er doch wieder geplatzt.

Nun aber erlebt der Endlos-Poker zwischen dem VfL Wolfsburg und Diego tatsächlich sein lang ersehntes Happy End und ist perfekt.

Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß bestätigte den Transfer auf SPORT1: "Diego wird kommen." Auf einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag erklärte Hoeneß weiter:

"Wir haben den Transfervertrag mit Juventus unterschrieben. Heute Abend werden Diegos Vater und dessen Assistent in Wolfsburg erwartet."

Nach SPORT1-Informationen haben sich die Niedersachsen mit Juventus Turin auf eine Ablösesumme von 15 Millionen Euro geeinigt. Zwei Millionen Euro zusätzlich werden fällig, sollte der VfL den Sprung in die Champions League schaffen.

Einzig die Unterschrift Diegos unter einen Vierjahresvertrag, der dem 25-Jährigen angeblich sechs Millionen Euro pro Jahr einbringt, steht noch aus.

Bereits sportärztliche Untersuchung

Am Mittwochabend absolvierte Diego, der einen Vier-Jahres-Vertrag erhalten und jährlich sechs Millionen Euro verdienen soll, bereits erfolgreich die sportärztliche Untersuchung in Wolfsburg.

Der frühere Regisseur von Werder Bremen (84 Liga-Spiele, 38 Tore) könnte schon am Donnerstag das erste Mal mit der Mannschaft trainieren.

Debüt wohl schon gegen Mainz

Am Samstag (15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen den FSV Mainz 05 winkt dann Diegos Liga-Rückkehr.

Bereits zu Wochenbeginn hatten italienische Medien berichtet, die Wolfsburger würden mit der "Alten Dame" neu um Diego verhandeln.

Was VfL-Manager Dieter Hoeneß angesichts der unzähligen bisherigen Wasserstandsmeldungen noch herunterspielte: "Ich werde das nicht mehr kommentieren."

Schon nicht mehr in der Europa League dabei

Doch es sprach schließlich für sich, dass Diego und Juves ebenfalls abwanderungswilliger David Trezeguet schon gar nicht mehr zum Playoff-Rückspiel der Europa League am Donnerstag bei Sturm Graz mitgenommen wurden.

Dabei hatten die Wolfsburger vor wenigen Tagen, nachdem auch Gespräche mit Diegos beratendem Vater ergebnislos geblieben waren, noch erklärt: "Wir schlagen das Buch zu."

Das Interesse der "Wölfe" war trotz dieser öffentlichen Absage nie wirklich erloschen.

Probleme mit Juves-Geschäftsgebaren

Die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" berichtete dazu, Hoeneß habe zuletzt vor allem mit dem Geschäftsgebaren der Italiener so seine Probleme gehabt. Mittelsmänner sollen ständig neue Transfer-Bedingungen gestellt haben.

Mit Diego selbst dagegen soll sich der VfL schon vor Wochen einig gewesen sein.

Plötzlich war Diego unverkäuflich

Dann aber stellte sich Juve quer, erklärte den 25-jährigen Brasilianer für unverkäuflich - obwohl man ihn dem VfL selbst angeboten hatte.

Dass auch Diego zwischenzeitlich erklärte, doch in Turin bleiben zu wollen, passte ins diffuse Bild der Hängepartie.

Turin wurde allerdings noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv, kaufte den Serben Milos Krasic für 15 Millionen Euro von ZSKA Moskau und lieh Alberto Aquilani vom FC Liverpool aus.

Bewegung nach Krasic-Transfer

Im Mittelfeld herrschte plötzlich ein Überangebot, zudem waren die Kassen leer. Sportdirektor Giuseppe Marotta kontaktierte Hoeneß erneut, der ihm die Transferbedingungen praktisch diktieren konnte.

Dass der Transfer nun doch zustande kommt, ist somit auch der lang ersehnte Erfolg des Managers, der bisher ziemlich glücklos agiert hatte.

Ballack-Wechsel scheitert

Zur Erinnerung: Im Sommer war der Wechsel von Michael Ballack gescheitert. Der Nationalspieler ging von Chelsea lieber zu Ex-Klub Bayer Leverkusen, anstatt Hoeneß' Offerte in Betracht zu ziehen.

Für ständige Unruhe sorgte zudem der wechselwillige Edin Dzeko, der im Trainingslager indirekt mit Arbeitsverweigerung drohte.

Dzeko stänkert

Hoeneß' Machtwort hierzu brachte wenig Entspannung. Weiterer Zündstoff im VfL-Sturm: Weil Neu-Trainer Steve McClaren nur mit einer Spitze agieren will, zeichnete sich zudem Grafites Abgang ab.

Aktuellster Tiefschlag dann: Der mit großen Hoffnungen verpflichtete Nationalspieler Arne Friedrich fällt wegen eines Bandscheibenvorfalls für mehrere Monate aus.

Friedrich fällt monatelang aus

Die neue Innenverteidigung mit dem Dänen Simon Kjaer ist somit schon vor dem zweiten Bundesliga-Spieltag gegen den FSV Mainz 05 gesprengt.

Mit dem Transfer von Diego, mit dessen Ablösesumme Juve angeblich Italiens Nationalstürmer Antonio di Natale (Udinese Calcio) verpflichten will, hat Hoeneß nun aber immerhin für etwas Ruhe in der VW-Stadt gesorgt.

Und das gleich in doppelter Manier: Denn mit Diegos Transfer nach Wolfsburg werden wohl auch die permanenten Spekulationen um Zvjezdan Misimovic enden. So oder so.

Was wird mit Misimovic?

Der bosnische Spielmacher, der zum FC Schalke 04 mit Ex-Trainer Felix Magath gehen will und den auch Galatasaray Istanbul umgarnt, wird womöglich doch in Wolfsburg bleiben müssen.

Denn Hoeneß erklärte nun im "kicker": "Wir verkaufen Misimovic nicht innerhalb der Bundesliga."

Inoffiziell heißt es aber, dass der VfL-Manager seine Meinung ändern könnte im Falle eines Tauschgeschäfts mit Jefferson Farfan, was Magath - Stand heute - ablehnt.

Spätestens bis zur Wechselfrist am 31. August wird aber auch diese Hängepartie geklärt sein.

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