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Felix Magath wurde als Trainer bislang dreimal Deutscher Meister © getty

Schalkes Macher hat Hans Sarpei verpflichtet und einen Rumänen an der Angel. Nun möchte er noch den Niederländer holen.

Gelsenkirchen - Hans Sarpei kommt, Zvjezdan Misimovic wohl nicht, Ciprian Deac wahrscheinlich und Rafael van der Vaart womöglich:

Felix Magath lässt das Transferkarussell bei Schalke 04 auf Hochtouren laufen und nimmt dabei weiter ganz große Namen ins Visier.

Doch die Verhandlungen mit dem niederländischen Nationalspieler van der Vaart, Ex-Teamkollege von Schalkes neuem Superstar Raul bei Real Madrid, gestalten sich schwierig.

"Raul hält sehr viel von ihm. Rafael hat in seiner Zeit beim HSV gezeigt, wie gut er in der Bundesliga spielen kann. Er würde gut hierher passen", sagte Magath.

Er fügte aber hinzu: "Wir können und wollen nicht alle Forderungen erfüllen. Es muss mit unseren finanziellen Möglichkeiten übereinstimmen, denn wir sind nach wie vor nicht dazu in der Lage, alle Transfers zu realisieren."209112(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Angeblich ist Real bereit, van der Vaart für zehn Millionen Euro ziehen zu lassen, zumal für diese Position auch WM-Star Mesut Özil verpflichtet wurde. Diese Summe dürfte nicht Magaths Problem sein, eher die Gehaltsvorstellungen des Oranje-Stars.

"Felix Allmächtig" wagte den Vorstoß in Richtung Madrid, weil sich ein Transfer seines Wunsch-Regisseurs Zvjezdan Misimovic vom VfL Wolfsburg wohl erübrigt hat.

"Jeff steht nicht zur Disposition"

Er habe VfL-Manager Dieter Hoeneß angerufen, sagte Magath: "Seine Aussage war, dass er Misimovic nur im Tausch mit Jefferson Farfan abgibt. Das habe ich gleich abgelehnt. Jeff steht nicht zur Disposition."

Der ehemalige Weltklasse-Regisseur betonte aber: "Falls es sich Dieter Hoeneß nochmal anders überlegt, können sich die Dinge wieder ändern."

[kaltura id="0_i8s436f0" class="full_size" title="Das Transferkarussell dreht sich"]

Gut möglich, dass der öffentlichkeitswirksame Poker um van der Vaart und Misimovic von der tatsächlichen Personalplanung ablenken soll.

Denn nach Informationen des "kicker" weilt Ciprian Deac vom rumänischen Double-Gewinner CFR Cluj schon zur medizinischen Untersuchung auf Schalke. Der 24 Jahre alte Offensivallrounder kann sowohl in der Spitze als auch dahinter spielen.

Er würde also die Position einnehmen, die auch van der Vaart oder Misimovic beanspruchen würden. Deac soll einen Vertrag bis 2014 erhalten. Weil sein Vertrag in Cluj noch bis 2012 läuft, würde eine Ablöse fällig.

Die Transferperiode endet am kommenden Dienstag. Bis dahin will Magath auch den Deal mit dem brasilianischen Stürmer Brandao vom französischen Meister Olympique Marseille unter Dach und Fach bringen, falls er nach einer Deac-Verpflichtung nicht obsolet ist.

Sarpei die erfahrene Verstärkung

Vollzogen ist dagegen der Transfer von Hans Sarpei, der bei Bayer Leverkusen nur noch Ersatz war. Der ghanaische WM-Teilnehmer unterschrieb bis 2012 und dürfte rund 400.000 Euro gekostet haben.

Die beiden Pflichtspiele in Aalen (2:1 im DFB-Pokal) und Hamburg (1:2 zum Ligastart) hätten laut Magath gezeigt, dass er auf den Außenverteidigerpositionen talentierte Spieler habe, die diese Rolle in Zukunft gut ausfüllen könnten.

"Aber nach dem Weggang von Rafinha haben wir einen erfahrenen Spieler gesucht, der beide Positionen rechts wie links in der Viererkette einnehmen kann", sagte Magath.

Sogar sein Sohn soll die Hände im Spiel gehabt haben. "Ein Grund der Verpflichtung von Hans Sarpei war aber auch, dass mein Sohn Leonard Ghana-Fan ist. Er hat mir ans Herz gelegt, einen Spieler aus der ghanaischen Nationalmannschaft zu holen."

Treffen mit den Fans verschoben

Verschoben wurde derweil der Friedengipfel mit den Fans, von denen einige Magath zuletzt diktatorischen Führungsstil vorgeworfen hatten. Das Treffen findet nun am Donnerstag am Sonntag, einen Tag nach dem Spiel gegen Hannover 96 (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) statt.

Mit Blick auf die Protest-Shirts, die Schalke-Fans in Hamburg getragen hatten, verteilte Magath Seitenhiebe, signalisierte aber auch Entgegenkommen:

"Obwohl ich so diktatorisch bin, habe ich den Fans nicht verboten, irgendwelche T-Shirts zu bedrucken. Im Gegenteil, ich fand das witzig. Ich erhoffe mir, dass mal sachliche Vorwürfe auf den Tisch kommen, bin aber überzeugt, dass sich das Verhältnis wieder bereinigen wird."

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