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Das Stadion am Millerntor fasst jetzt 24.800 Zuschauer © getty

In der Tabelle liegen die Klubs direkt hintereinander und könnten unterschiedlicher nicht sein. Dem Sieger winkt Rang eins.

Hamburg - Der FC St. Pauli bewegt die Massen, 1899 Hoffenheim massenhaft Millionen.

Am Samstag (ab 18.30 Uhr im LIVE-TICKER) kommt es in der Bundesliga zum Duell zwischen Kult und Retorte.

Auf der einen Seite die klammen Hamburger, die sich einst nur durch spektakuläre "Retter-Aktionen" am Leben erhalten konnten.

Auf der anderen Seite die Kraichgauer, die es vor allem dank der Finanzspritzen von Milliardär Dietmar Hopp von der Verbands- in die Eliteliga schafften. Nun begegnet man sich zumindest sportlich fast auf Augenhöhe..

Auf dem Papier ein Spitzenspiel

Hoffenheim sicherte sich durch einen 4:1 gegen Werder Bremen zum Saisonauftakt die Tabellenspitze, St. Pauli folgt nach dem 3:1 beim SC Freiburg direkt dahinter.

Ein Gipfeltreffen der ungewöhnlichen Art.

"Auf dem Papier ist es ein Spitzenspiel und genauso werden wir die Partie auch angehen", sagt St. Paulis Trainer Holger Stanislawski vor dem ersten Bundesliga-Heimspiel seines Klubs nach 3038-tägiger Abstinenz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der gesamte Kiez fiebert der Begegnung entgegen.

Tollhaus Millerntor

Zumal pünktlich zur Partie auch die neue Haupttribüne fertig wurde.

4600 Zuschauer fasst das neue Schmuckstück des weiter im Umbau befindlichen Millerntor-Stadions.

Insgesamt werden rund 24.800 Fans die ausverkaufte Arena in ein Tollhaus verwandeln. Zum Einmarsch der Teams gibt es Hells Bells von AC/DC - spätestens dann soll der Gegner wissen, was die Stunde geschlagen hat.

[kaltura id="0_xnv6izum" class="full_size" title="Hoffenheims Glanz kehrt zur ck"]

Ibisevic ist gewarnt

"Wir kennen das Millerntor noch aus der Zweiten Liga. Schon damals herrschte eine unglaublich euphorische Stimmung. St. Pauli wird sehr selbstbewusst auftreten, aber auch wir werden mit breiter Brust in das Spiel gehen", sagt 1899-Stürmer Vedad Ibisevic.

Einer ihrer Leistungsträger aus den vergangenen Jahren wird den Hoffenheimern jedoch wie schon zum Saisonstart fehlen: Carlos Eduardo.

2007 machte Hopp den Brasilianer mit einer Ablösesumme von rund sieben Millionen Euro zum teuersten Zweitligaspieler aller Zeiten, nun reichte man Carlos Eduardo für 20 Millionen an den russischen Meister Rubin Kasan weiter. 209112(Diashow: Bundesliga-Wechselbörse)

Das Konto bleibt also prallgefüllt.

Zwei weitere Neuzugänge im Visier

Für vier Millionen Euro wurde bereits Nachwuchstalent Sebastian Rudy (VfB Stuttgart) verpflichtet.

In Adrian Ramos (Hertha BSC Berlin) und Ilkay Gündogan (1. FC Nürnberg) sollen bis zum Transferschluss am kommenden Dienstag zwei weitere Neue kommen. Klotzen statt Kleckern.

Kollektiv statt Stars

Bei St. Pauli dürften derartige Summen Schwindelgefühle erzeugen. 200.000 Euro investierte der Aufsteiger vor der Saison in seine Mannschaft.

Die Transferplanungen sind abgeschlossen. Immerhin konnte in dem derzeit verletzten Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah zumindest eine Art Star von den Vorzügen des Kiez-Klubs überzeugt werden.

Man setzt auf Zusammenhalt, das Kollektiv - nicht nur aus Sparzwang, auch aus Überzeugung.

Stanislawski ist Kult

Fixpunkt in diesem System ist Coach Stanislawski. Seit 17 Jahren hält der gebürtige Hamburger dem Verein bereits die Treue.

Er war Spieler, Sportdirektor, Vize-Präsident - doch nie so wertvoll wie heute als Trainer.

Aus der einstigen Kämpfertruppe formte er ein Team, das Ball und Gegner laufen lassen kann. Für die Fans ist er ein Heiliger. Nach der Zweitliga-Rückkehr 2007 machten sie den Trainer kurzerhand zu "St. Anislawski".

Wutausbrüche gegen Hoffenheim

Dass der 40-Jährige zumindest an der Seitenlinie aber auch anders kann, bewies er ausgerechnet in den Zweitliga-Duellen mit Hoffenheim in der Saison 2007/2008.

In beiden Partien wurde er von den Referees aufgrund seiner fuchsteufelswilden Ausbrüche auf die Tribüne verbannt.

Diese ist am Samstag zwar neu. Doch auf Platz 4601 kann Stanislawski wohl gut verzichten.

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