vergrößernverkleinern
Hildebrand (r.) verlor im August ein Testspiel mit Valencia gegen Gladbach und Matmour 2:4 © imago

Die Zeichen in Valencia stehen mehr denn je auf Abschied. Schon bald könnte der Ex-Nationaltorhüter im Tor eines Aufsteigers stehen.

Von Julian Meißner

München - Die Zeichen für eine Rückkehr Timo Hildebrands in die Bundesliga verdichten sich.

Nach spanischen Medienberichten steht der ehemalige Nationaltorhüter beim FC Valencia, dem ungeschlagenen Spitzenreiter der spanischen Primera Division, vor dem endgültigen Aus.

Gleichzeitig kochen erneut Gerüchte über ein Engagement des 29-Jährigen beim Bundesliga-Tabellenführer 1899 Hoffenheim hoch.

"Hildebrand ist mit mehr als einem Bein wieder in Deutschland", schreibt die spanische Zeitung "Las Provincias".

Valencias Trainerstab gefalle die Einstellung nicht mehr, die der Deutsche beim Training zeigt. In der "Marca" heißt es: "Valencia hat die Nase voll."

Letztes Pflichtspiel im August

Nach Informationen des Blattes soll Hildebrand den Klub im Januar bei einer Rückkehr in die Bundesliga ablösefrei verlassen können.

Dass Hildebrand mit seiner Situation unzufrieden ist, liegt auf der Hand.

Sein letztes Pflichtspiel hat er am 24. August beim 2:4 gegen Real Madrid im Supercup-Finale bestritten, seitdem fristet er sein Dasein auf Bank und Tribüne.

Im Tor ist der vor der Saison neu verpflichtete Brasilianer Renan Brito gesetzt, die Nummer zwei ist der gebürtige Valencianer Vicente Guaita.

Nicht einmal ins Aufgebot für das Pokalspiel beim Viertligisten Portugalete am Mittwoch schaffte es Hildebrand, dabei wird Trainer Unai Emery zahlreichen Ersatzspielern Spielpraxis geben.

Krisengespräch mit Folgen

Zuletzt hatte es ein Krisengespräch zwischen Hildebrand, Emery und Torwarttrainer Jose Manuel Ochotorena gegeben.

Offensichtlich ist die Folge, dass Hildebrand, der den VfB Stuttgart als Deutscher Meister verließ, nun das Weite sucht.

Laut der Zeitung "Superdeporte" hat Hildebrand auch die letzte Hoffnung aufgegeben, in die Stammelf des Pokalsiegers zurückzukehren: "Er hält die Situation für unumkehrbar", heißt es dort.

Nicht der erste Kontakt

Liegt Hildebrands Zukunft nun wieder in Deutschland? Schon vor Saisonauftakt stand er mit Hoffenheim in Kontakt, die Verhandlungen scheiterten jedoch.

Angesichts der wachsenden Ambitionen des Überraschungs-Spitzenreiters könnte eine Verpflichtung des Routiniers jedoch schnell wieder ein Thema werden.

Denn die beiden derzeitigen 1899-Keeper Ramazan Özcan und Daniel Haas werden gemeinhin als Schwachpunkt der sonst so bärenstarken Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick ausgemacht.

"Hinten sind sie verwundbar", sagte beispielsweise Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in der "Bild".

Özcan fehlt "klare Ausstrahlung"

Der Österreicher Özcan hatte sich in der Aufstiegssaison mit nur 13 Gegentoren den Status der klaren Nummer eins erarbeitet, in der Bundesliga ist seine Stellung weniger gefestigt.

Ihm fehle "eine klare Ausstrahlung", sagte Rangnick jüngst dem "kicker". Haas hatte den am Fuß verletzten ÖFB-Keeper in den letzten drei Spielen solide vertreten, ist aber ebenfalls kein umumstrittener Top-Keeper.

Hinzu kommt, dass Hildebrand mit Rangnick schon in dessen Zeit als Stuttgarter Coach zusammenarbeitete.

DFB-Team weiter im Blick

Hildebrand, dessen Vertrag in Valencia noch bis 2010 läuft, hatte stets betont, sich über Einsätze im Verein auch wieder für die deutsche Nationalmannschaft empfehlen zu wollen.

Bundestrainer Joachim Löw hatte den gebürtigen Wormser, der von 1999 bis 2007 das Tor beim VfB hütete, im Vorfeld der EM 2008 aussortiert.

Als Hildebrand zuletzt mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht wurde, erklärte sein Berater Volker Dietrich: "Timo hat sich zwar vorgenommen, bis Weihnachten in Valencia noch einmal richtig Gas zu geben. Sollte sich an seiner Situation trotzdem nichts ändern, wird natürlich auch für ihn eine Rückkehr in die Bundesliga zum ernsthaften Thema."

Dieser Fall scheint nun eingetreten zu sein.

Hopp dementiert Interesse an Aquilani

Auch über andere bekannte Namen wird in Hoffenheim spekuliert. So dementierte Mäzen Dietmar Hopp am Dienstag Interesse an einer Verpflichtung von Alberto Aquilani vom italienischen Vizemeister AS Rom.

"Tuttosport" hatte zuvor berichtet, der Bundesliga-Primus habe Rom ein Angebot für den Mittelfeldspieler unterbreitet. "Das habe ich so nicht gesagt", erklärte Hopp.

Spekulationen gibt es auch um Hoffenheims Stürmer Sedad Salihovic, den Hertha BSC angeblich zurück nach Berlin holen will. Der Bosnier war vor zwei Jahren für 250.000 Euro aus der Hauptstadt zum damaligen Regionalligisten gewechselt.

Und an den beiden Shootingstars im Sturm, Demba Ba und Chinedu Obasi, sollen sogar die europäischen Top-Klubs großes Interesse haben.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel