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Marko Arnautovic bestritt bereits fünf Spiele für die österreichische Nationalmannschaft © getty

Doppeltorschütze Arnautovic scheint in Bremen Disziplin gelernt zu haben. Bei Pizarro besteht der Verdacht auf Muskelfaserriss.

Bremen - Für Werder Bremens "Astronaut" Marko Arnautovic war es ein Raketenstart, für den schwer geschlagenen 1. FC Köln eine kapitale Bruchlandung.

"Er hat schon mal ein bisschen gezeigt, was er kann", lobte Werder-Trainer Thomas Schaaf den zu Saisonbeginn verpflichteten Österreicher nach dem letztlich ungefährdeten 4:2 (2:1)-Erfolg, zu dem der 21-jährige, in den Fan-Foren gern als Astronaut betitelt, zwei Tore (36. und 90.+1) beisteuerte.

Musste der Bremer Coach in der Vorbereitungsphase noch mehrfach zu disziplinarischen Maßnahmen greifen, um den stets etwas lethargisch wirkenden Stürmer auf Kurs zu bringen, reichen mittlerweile offensichtlich intensive Einzelgespräche.

Weiter "beharrlich mit Marko arbeiten"

"Schön, dass das Erfolg bringt", kommentierte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs das Heimspieldebüt von Arnautovic, der auch zum dritten Bremer Treffer durch Hugo Almeida (74.) die Vorarbeit leistete.

"Ich bin noch nicht in Bestform, aber auf dem richtigen Weg", sagte der vom Champions-League-Sieger Inter Mailand an die Weser gewechselte Angreifer und beschrieb betont brav seine Leistung.

Rückschläge auf dem eingeschlagenen Kurs zu einem wirklich professionellen Fußballer will man jedoch an der Weser noch längst nicht ausschließen. "Wir müssen weiter beharrlich mit Marko arbeiten", betonte Schaaf und auch Allofs warnte: "Das Schwierigste ist immer, gute Leistungen zu bestätigen."

Keine ernsthafte Chance auf Remis

Die Rheinländer konnten vor 35.500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion nur bestätigen, dass sie wie schon im Vorjahr überwiegend damit beschäftigt sein werden, sich in der Liga zu behaupten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Selbst gegen am Ende von den 120 Champions-League-Minuten in Genua erschöpfte Bremer hatten sie nie eine ernsthafte Chance, wenigstens mit einem Remis in die Domstadt zurückzukehren.

Soldo enttäuscht über Defensive

Zwei Spiele, null Punkte, sieben Gegentore - der FC muss sich in dieser Saison möglicherweise auf Abstiegskampf einstellen.

"Wir haben vor dem Spiel lange über unser Zweikampfverhalten gesprochen. Deshalb war ich enttäuscht, dass wir so viel zugelassen haben", kritisierte Trainer Zvonimir Soldo insbesondere die allerdings ersatzgeschwächte Defensive, die auch noch einen Foulelfmeter verschuldete, den Torsten Frings (33.) verwandelte.

Die Kölner Tore durch Lukas Podolski (37.) und Kevin McKenna (90.+3) waren mehr Zufallsprodukte denn herausgespielte Treffer.

Verdacht auf Muskelfaserriss

FC-Manager Michael Meier kam angesichts dieses Fehlstarts die bevorstehende Bundesliga-Pause gar nicht gelegen: "Es ist nicht schön, dass wir jetzt zwei Wochen lang unsere Wunden lecken müssen, ohne etwas gegen unsere Situation tun zu können. Derzeit fehlt es bei uns einfach an Selbstvertrauen."

An der Weser hingegen kann man die kleine Atempause gut gebrauchen, um sich personell für den Rest der Hinserie zu sortieren. Torjäger Claudio Pizarro erlitt nach einer ersten Diagnose einen Muskelfaserriss im Oberschenkel.

Pizarro gegen Bayern wieder fit?

Da der dritte Spieltag aber erst in zwei Wochen auf dem Programm aufsteht, könnte der Südamerikaner beim Gastspiel der Norddeutschen am 11. September bei Rekordmeister Bayern München eventuell wieder zum Einsatz kommen.

Der in der vergangenen Woche unter Vertrag genommene Brasilianer Wesley bekommt die Zeit, sich an seine neuen Teamkollegen zu gewöhnen. Zudem steht Werder dicht vor der Verpflichtung des derzeit vereinslosen ehemaligen französischen Nationalspielers Mikael Silvestre.

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