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Holger Stanislawski ist seit 2006 Trainer beim FC St. Pauli © getty

Stanislawski zieht aus der Niederlage gegen Hoffenheim positive Schlüsse. Rangnick kennt den Grund für den starken Saisonstart.

Hamburg - Tapferer Kampf, der nicht belohnt wurde. Bitteres Ende durch ein spätes Gegentor. Und Fans, die sich trotz allem die Stimmung nicht verderben ließen.

Der Verlauf des ersten Bundesliga-Heimspiels am Hamburger Millerntor seit über acht Jahren hätte kaum passender sein können.

Und als schließlich nach der unglücklichen 0:1 (0:0)-Niederlage gegen 1899 Hoffenheim aus Tausenden Kehlen die Fußball-Hymne "You'll never walk alone" erklang, war der FC St. Pauli endgültig zurück Oberhaus. 280213(die Bilder)

"Haben unglücklich verloren"

Der überzeugende Auftaktsieg eine Woche zuvor beim SC Freiburg (3:1) und der vorübergehende zweite Tabellenplatz hatten kurzzeitig davon abgelenkt, was den Aufsteiger tatsächlich in der Eliteklasse erwartet:

harte Arbeit, die manchmal eben nicht zum verdienten Erfolg führt.

"Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben toll gekämpft und am Ende unglücklich verloren", sagte Trainer Holger Stanislawski.

Mut für die nächsten Aufgaben

Zwar hatten die Gastgeber den Gegner vor 23.794 Zuschauern im umgebauten Stadion auf dem Heiligengeistfeld dominiert, doch die Tormaschine der vergangenen Zweitligasaison (72 Treffer) konnte aus der Überlegenheit kein Kapital schlagen.

"Dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben, ist vielleicht das einzige Manko."

"Aber das Spiel sollte uns Mut für die nächsten Aufgaben machen", sagte Mittelfeldspieler Fabian Boll, der mit einem Kopfball an die Latte (5.) die erste Chance des Spiels ausgelassen hatte.

Erstligatauglichkeit bereits nachgewiesen

Torjäger Marius Ebbers, mit 48 Bundesligaspielen einer der erfahrensten St. Paulianer, sah die Erstliga-Tauglichkeit nach den beiden ersten Saisonspielen denn auch untermauert.

"Trotz der Niederlage haben wir genauso wie in Freiburg gezeigt, dass wir zu Recht in der Bundesliga sind."

Bundesliga-Routinier Mathias Hain (154 Erstligaspiele) ergänzte: "Ich bin sicher, dass wir in dieser Liga mithalten können."

Rangnick warnt die Konkurrenz

Davon war auch Gäste-Trainer Ralf Rangnick überzeugt.

"Ich glaube nicht, dass viele Mannschaften auf St. Pauli gewinnen werden. Bei dieser Kampfbereitschaft und der fantastischen Stimmung im Stadion werden es viele ähnlich wie wir schwer haben", sagte der Hoffenheimer Coach.

Den Sieg durch den Treffer von Isaac Vorsah in der 87. Minute nannte auch Rangnick "glücklich".

Gewachsene Erfahrung als Pluspunkt

Immerhin brachte der zweite Dreier im zweiten Spiel die Kraichgauer am Samstag in der Tabelle wieder nach vorne. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dass sein Team inzwischen auch Spiele mit Dusel gewinnt, schreibt Rangnick der gewachsenen Bundesliga-Erfahrung zu: "Der Kern der Mannschaft ist seit dem Aufstieg vor zwei Jahren zusammen, das zahlt sich aus."

Aus dem Spiel die Lehren ziehen

Bei St. Pauli hofft man auf einen ähnlichen Effekt - möglichst noch in dieser Saison.

"Wir müssen aus so einem Spiel schnell unsere Lehren ziehen", so Stanislawski: "Vielen Spielern fehlt es noch an der nötigen Routine, aber die kann nur aus den manchmal bitteren Erfahrungen solcher Spiele kommen."

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