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Michael Meier war bereits von 1981 bis 1987 beim FC tätig © getty

Die schwarz-gelbe Vergangenheit von Köln-Manager Michael Meier erhitzt vor dem Dortmunder Gastspiel in der Domstadt die Gemüter.

Von Manuel Krons

München/Köln - Die langen Schatten der Vergangenheit sorgen vor dem West-Derby zwischen dem 1.FC Köln und Borussia Dortmund (ab 19.30 Uhr LIVE) für Aufregung.

FC-Trainer Christoph Daum hatte sich am Dienstag im "Express" über den Abgang des jetzigen Köln-Managers Michael Meier beim BVB geäußert.

Gewohnt markig erklärte der 55-Jährige, sein heutiger Partner sei im Sommer 2005 in Dortmund "unfair abserviert" worden.

Dieses Urteil wollte Borussia-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nicht auf sich und seinem Klub sitzen lassen. Daum solle "es tunlichst unterlassen, über Dinge zu urteilen, die er nicht beurteilen kann", so Watzke.

Dabei brachte er auch Daums "Gesamtvita" ins Gespräch. Eine Anspielung auf dessen Kokain-Affäre in der Vergangenheit und damit ein eindeutiger Seitenhieb.

"Schuldenberg am Rande der Insolvenz" hinterlassen

Meier hatte zuvor erklärt, er habe in Dortmund Strukturen geschaffen "auf die man heute aufbauen könne".

Watzkes deutliche Antwort: "Diese Strukturen habe ich gesehen, wenn ich auf unser Trainingsgelände geschaut habe, das war nämlich nicht vorhanden. Wir hatten zudem einen Schuldenberg, der uns an den Rand der Insolvenz gebracht hat."

Unmittelbar vor der Partie in der Domstadt scheinen sich die Wogen jedoch geglättet zu haben. "Ich bin immer noch Mitglied bei Borussia Dortmund, auch aus Überzeugung", sagt Meier, der zuletzt noch deutlich verbitterter klang ("Die Zeit hat bei mir Narben hinterlassen").

"Daum ist einer der besten Trainer"

Auch im rund 80 Kilometer entfernten Dortmund schlägt man nun versöhnliche Töne an. BVB-Coach Jürgen Klopp war gar voll des Lobes für sein Gegenüber auf Kölner Seite:

"Christoph Daum ist einer der besten deutschen Trainer der letzten 20, 30, 40 Jahre. Ich habe nicht ansatzweise das Recht, mich mit ihm zu vergleichen", huldigte Klopp seinem fast 15 Jahre älteren Kollegen.

Daum revanchierte sich mit einem speziellen Lob: "Er erinnert mich an den Christoph Daum früherer Zeiten."

Lobpreisungen für die Fahrstuhlmannschaft

Vielleicht kamen die vorherigen Querelen um Meier und der verbale Austausch alter Schmutzwäsche den "Geißböcken" ganz gelegen. Zuletzt übertrafen sich die Beobachter an Lobpreisungen für die Spielweise und Einkaufspolitik der Fahrstuhlmannschaft.

"Komplimente sind vielleicht gut für die Seele, aber wir brauchen Punkte, um unser Ziel, einen Platz im Mittelfeld, zu realisieren", fordert Daum neue Besinnung auf das Wesentliche.

Novakovic "unverzichtbar"

Die zuletzt mangelnde Chancenauswertung des Tabellenelften soll im Duell mit den um zwei Plätze besser postierten Dortmundern Besserung erfahren. "Wichtig ist, dass wir mit Durchschlagskraft nach vorn spielen. Wir müssen aus unseren Feldvorteilen die entscheidenden Treffer erzielen", fordert Daum.

Dafür steht auch wieder Top-Stürmer Milivoje Novakovic zur Verfügung. Aufgrund einer Rückenverletzung fehlte der Slowene beim Training am Dienstag. Daum will ihn trotzdem ins Spiel bringen: "Wir können im Moment nicht auf ihn verzichten."

Meier will am BVB vorbeiziehen

Der Torgarant des FC soll auch langfristig dafür sorgen, dass die Kölner sich wieder in der Bundesliga etablieren.

Das ist auch Manager Meiers erklärtes Ziel, mit dem er zugleich seine schwarz-gelbe Vergangenheit bewältigen will. "Die Kritik von damals treibt mich heute noch an. Meine Mission ist noch nicht beendet", sagt der 58-Jährige.

Seine Vision: "Ich bin getrieben von der Tatsache, Köln auch mal vor Dortmund landen zu lassen."

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