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Arminia Bielefeld ist die drittschwächste Heimmannschaft der Bundesliga © getty

Cottbus schlägt Bielefeld fast mit deren eigenen Mitteln und ärgert sich. Die Arminia freut auf die "Spielverderberrolle" in München.

Bielefeld - Nachdem sein Team mit den eigenen Mitteln zermürbt wurde, freute sich Hans-Hermann Schwick schon wieder auf das Gastspiel bei Rekordmeister Bayern München.

Dort könne man am Samstag, so der Präsident des Bundesligisten Arminia Bielefeld, wieder in die andere Rolle schlüpfen.

"In die des Spielverderbers", wie Schwick nach dem 1:1 (0:1) gegen Schlusslicht Energie Cottbus schmunzelnd formulierte.

Spielerischen Mittel fehlen

Denn nur drei Tage nachdem sich die Ostwestfalen mit Leidenschaft und Disziplin trotz Unterzahl ein bravouröses 0:0 bei Schalke 04 erkämpft hatten, verzweifelten sie in Überzahl selbst an der perfekt umgesetzten Mauer-Taktik der Cottbuser.

Dass der Arminia, sonst selbst eher in der Rolle des "unangenehmen Gegners", die spielerischen Mittel fehlten, um die unangenehme Aufgabe zu lösen, wurde dabei offensichtlich.

Zweiter Wichniarek erwünscht

Dass in Artur Wichniarek der einzige Spieler mit großer individueller Klasse durch eine Einzelaktion wenigstens den Punkt rettete (63.), war dabei kein Zufall.

"Was Artur wert ist, wissen wir alle", meinte Schwick, nachdem der Pole nun sieben von elf Bielefelder Toren erzielt hat: "Wir wären froh, wenn wir noch einen Zweiten hätten, der ihm dicht auf den Fersen ist. Doch den haben wir leider nicht."

So blieb trotz 11:0 Eckbällen und 63 Prozent Ballbesitz nur ein Remis.

Keine Kritik an Cottbus

Über die destruktive Taktik der Lausitzer schimpften die Ostwestfalen aber nicht. Wohl wissend, dass sie sich drei Tage zuvor ähnliche Vorwürfe aus Gelsenkirchen anhören mussten und sich für den Teilerfolg feiern ließen.

"Wir haben es doch ähnlich gemacht auf Schalke", meinte Michael Frontzeck. Der Trainer konnte nun mit seinem Trainer-Kollegen nachempfinden: "Und nun sitze ich hier und muss die Fragen nach Einfalls- und Konzeptlosigkeit beantworten, die man am Samstag Fred Rutten gestellt hat."

Dabei diente die vorherige Partie zumindest als Alibi, "denn man hat ja gesehen, dass sogar Klasse-Mannschaften gegen solche Teams Probleme haben".

Punkte wiederholen

Deshalb freut sich Roland Kentsch auch auf das Spiel bei Meister Bayern.

"Dieses Spiel war unangenehm. Jetzt müssen wir die Punkte irgendwo wiederholen", sagte Arminias Geschäftsführer: "Vielleicht ja sogar in München."

Tremmel und Rost erbost

In Cottbus hätte am Dienstag Zufriedenheit herrschen können. Doch der Frust über den nicht berechtigten Platzverweis von Dimitar Rangelow (44.), 13 Minuten nach dessen Führungstreffer, saß zu tief.

"Ich kann mir nicht mehr erklären, was wir für Platzverweise kriegen", meinte Kapitän Timo Rost.

Und Torhüter Gerhard Tremmel schimpfte gar: "Es muss endlich aufhören, dass man bei uns mit zweierlei Maß misst."

Noch keinen Trend ableiten

Steffen Heidrich wollte sich aber nicht in Verschwörungs-Theorien verstricken. "Die Rote Karte ist nicht nachvollziehbar. Da wurde diesmal mit zweierlei Maß gemessen", sagte der Manager:

"Aber im Gegensatz zur letzten Saison, als sich jeder mit Ahnung vom Fußball manchmal wundern musste, kann ich in diesem Jahr noch keinen Trend ableiten."

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