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Bayern mit Franck Ribery (r.) und Miroslav Klose verlor in Kaiserslautern mit 0:2 © getty

Bayerns Sportdirektor kritisiert Magaths Kaufrausch. Den Münchner Kader hält er für gut. Für Gomez sieht er nicht schwarz.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Er hat niemanden geholt.

Christian Nerlinger wollte Fabio Coentrao von Benfica Lissabon, hörte jedoch auf Trainer Louis van Gaal, der auf Diego Contento vertrauen wollte.

So verzichtet der FC Bayern verzichtet in dieser Saison erstmals auf Neuzugänge (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) .

Der Sportdirektor bekommt deshalb aber noch lange keine schlaflosen Nächte.

"Einige konnten nicht verstehen, dass wir nicht aktiv geworden sind. Aber wir haben von Anfang an gesagt, dass wir Vertrauen in unsere Mannschaft haben", stellt er klar.

Mit Skepsis nimmt Nerlinger indes die Verpflichtungen des Konkurrenten FC Schalke 04 wahr.

"Wenn ich sehe, was sich in den letzten 24 Stunden auf Schalke getan hat. Das ist für mich ein noch nie dagewesener Transferaktionismus", kritisierte er in aller Deutlichkeit.

Die finanziellen Möglichkeiten in München, ebenfalls zu investieren, waren gleichermaßen vorhanden.

Ziel: Alle drei Wettbewerbe

Aber Nerlinger merkt an: "Ich finde, wir haben einen guten und ausgeglichenen Kader und eine schlagkräftige Mannschaft, mit der wir diese Saison wieder sehr erfolgreich sein können."

Das Nahziel definiert er im gleichen Atemzug: "Wir können nicht sagen, dass wir die Bundesliga mit fünf oder sechs Punkten Vorsprung dominieren wollen. Unser Ziel muss es sein, nach der Winterpause noch in allen drei Wettbewerben dabei zu sein."

Ein fester Bestandteil soll dabei auch Mario Gomez sein. Der Stürmer wagte kurz vor Ende der Wechselfrist noch einen Versuch, doch zum FC Liverpool wechseln zu dürfen.

[kaltura id="0_7srjujzg" class="full_size" title=" Wir ziehen nicht den Schwanz ein "]

Die Möglichkeit auf mehr Einsätze, sah er bei den "Reds" größer als beim deutschen Rekordmeister, wo er sich zunächst hinter Ivica Olic, Miroslav Klose und Thomas Müller als Kandidat für die einzige Spitze einreihen muss.

Aber der FC Bayern schob dem Transfer einen Riegel vor. Auch, weil Liverpool Gomez quasi gratis haben wollte. "Wir sind kein Selbstbedienungsladen", verdeutlichte Nerlinger den Engländern.

Vertrauen in Gomez

Dass Gomez nun vorerst in München bleibt, befürwortet der Sportdirektor: "Mario hat sehr gut daran getan, das Kapitel FC Bayern nicht schon nach einem Jahr zu beschließen."

Und: Er werde beim "Unikat" van Gaal seine Chance bekommen.

Schließlich fällt Superstar Arjen Robben wegen einer "sehr ungewöhnlichen Muskelverletzung mit sehr ungewöhnlichem Verlauf" noch länger aus: "Es kann durchaus sein, dass Arjen in diesem Jahr nicht mehr spielt", gab Nerlinger zu bedenken.

Ein Sorgenkind bleibt auch Edson Braafheid (Vertrag bis 2013). Der Niederländer hatte ein gutes Angebot von Galatasaray Istanbul, doch er lehnte ab.

Ribery wird stärker

Und das, obwohl ihm van Gaal längst klargemacht hat, dass er ihn auf der Position des linken Verteidigers nur hinter Diego Contento, Holger Badstuber und David Alaba einordnet.

Weitaus mehr Verantwortung ruht auf den Schultern von Franck Ribery. Nerlinger ist optimistisch, dass der Franzose schon bald wieder der Alte ist:

"Er hat jetzt Zeit in München, die ihm sicherlich gut tun werden. Ich denke, danach wird er wieder annähernd zu 100 Prozent fit sein."

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