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Armin Veh war von 2006 bis 2008 Trainer in Stuttgart © getty

Der HSV-Trainer nennt das Vorgehen des VfB im Fall Petric "aberwitzig". Und Veh setzt weiterhin auf den enttäuschten Stürmer.

Von Daniel Rathjen und Sven-Arne Görn

Hamburg/München - Das Thema Mladen Petric sorgt beim Hamburger SV weiter für Wirbel.

Sein in letzter Sekunde geplatzter Wechsel zum VfB Stuttgart beschäftigt insbesondere auch Trainer Armin Veh. (Alle Bundesliga-News)

Vor allem die Vorgehensweise des Klubs, den er gemeinsam mit Sportdirektor Horst Heldt 2007 zur Meisterschaft führte, sorgte am Donnerstag für bittere Heiterkeit beim 49-Jährigen.

Veh stichelt gegen Bobic

Er sei zwar nicht bei den Verhandlungen dabei gewesen.

"Aber wenn Stuttgart wirklich nur 3,5 Millionen Euro geboten hat, ist das aberwitzig!", amüsiert sich Veh auf Nachfrage von SPORT1.

Es ist gleichzeitig ein verbaler Angriff auf den neuen VfB-Sportdirektor Fredi Bobic. (Darum platzte der Petric-Deal)

Fehlende Verhältnismäßigkeit

"Er kann nicht einen Rudy für fünf Millionen nach Hoffenheim verkaufen und gleichzeitig so ein Angebot für Petric abgeben. Und wenn ich dann höre, er habe sich bis zur Decke gestreckt...", fügt Veh stichelnd an.

"Wir haben bis zur letzten Sekunde um Petric gekämpft", hatte Bobic am Dienstag zu SPORT1 gesagt.

[kaltura id="0_mu7ap8m0" class="full_size" title="Armin Veh Das ist aberwitzig "]

"Er muss noch einiges lernen"

Einmal in Fahrt, frotzelte Veh weiter: "Er muss noch einiges lernen." Und: "Der VfB hat mit Horst Heldt sicher einen guten Mann verloren."

Mit Petric, der sich beim HSV nun zunächst mit der Rolle des Herausforderers anfreunden muss, will er indes das Gespräch suchen, wenn der Kroate von der Nationalmannschaft zurückkehrt. (Der Bundesliga-Spielplan)

Duo gesetzt

Aktuell haben Paolo Guerrero auf der Zehner-Position und Ruud van Nistelrooy in der Sturmspitze die Nase vorn.

In den Planungen spielt der 29-Jährige auf jeden Fall noch eine Rolle. "Wenn ich ihn nicht gewollt hätte, hätte ich ihm das schon mitgeteilt", bemerkt Veh.

Es ist aber offenbar einiges an Kommunikation notwendig, um das Verhältnis wieder zu kitten.

Petric mit hängendem Kopf

Petric selbst macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. "Ich bin total enttäuscht", sagt er momentan nur.

Er kann nicht verstehen, warum der Verein, für den er bislang in 86 Pflichtspielen 40 Tore erzielte, ihn plötzlich verkaufen wollte.

Verbund der Abhängigkeiten

Nach SPORT1-Informationen wollte HSV-Boss Bernd Hoffmann von dessen Ablöse allerdings Rafael van der Vaart (jetzt Tottenham Hotspur) und Super-Talent Xherdan Shaqiri (FC Basel) holen.

Veh wiederum will davon nichts gewusst haben. "Ich habe nicht mit Rafael gesprochen - und wenn die Personalie so heiß gewesen wäre, hätte ich das ja wohl getan", sagt er.

Wie gestaltet sich Petric' Zukunft?

Aber wie geht es nun weiter mit Petric und dem HSV, bei dem er einen Vertrag bis 2012 besitzt?

Ob er spielt oder nicht, entscheidet allein der Trainer. "Am Ende ist das Ganze wichtiger als der Einzige. Es geht immer ums Team", betont er.

Allerdings dürfte ihm auch bewusst sein, dass ein Einzelner für schlechte Stimmung sorgen kann. Und deswegen wird Petrics Abschied aus Hamburg wohl schon wieder im Winter ein Thema.

Reinhardt will glätten

Sportdirektor Bastian Reinhardt sieht das dagegen nicht so: "Ich weiß, dass wir jetzt eine neue Baustelle haben, aber ich werde mit Mladen reden und bin mir sicher, dass er sich wieder beruhigen wird", betont er.

Er gehe davon aus, dass Petric "in dieser Saison wichtig wird und viele Tore schießt und dass wir noch viele Jahre zusammenarbeiten werden".

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