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Zvjezdan Misimovic (r.) wurde von Felix Magath 2008 aus Nürnberg nach Wolfsburg geholt © getty

Zvjezdan Misimovic spricht bei SPORT1 über seinen Abschied aus der Bundesliga und den Ablauf seines Wechsels zu Galatasaray.

Von Matthias Becker

München - Er hat den VfL Wolfsburg zur Meisterschaft geführt, und die VW-Stadt lag ihm zu Füßen.

Doch Zvjezdan Misimovic hatte keine Lust mehr.

Der Bosnier war mit 42 Scorerpunkten (25 Assists, 17 Tore) in zwei Jahren Wolfsburg unangefochtener König des VfL-Mittelfelds, war Teil des magischen Dreiecks mit Grafite und Edin Dzeko, das 2009 ganz Deutschland begeisterte.

Und trotzdem wollte er weg. Die nächsten vier Jahre regiert Misimovic nun in der türkischen Süper Lig bei Galatasaray Istanbul.

Ein Wechsel zu Förderer Felix Magath und dessen FC Schalke 04 zerschlug sich in letzter Sekunde. VfL-Manager Dieter Hoeneß wollte für Misimovic von Magath eine Millionenzahlung und die Dienste von Jermaine Jones.

"Schalke wollte das aber nicht machen, da war das erledigt", berichtete Hoeneß der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung".

Für Misimovic ist das Kapitel Schalke auch geschlossen, wie er im Interview mit SPORT1 versichert. Zudem klärt er über den Ablauf seines Abgangs auf und blickt auf die EM-Qualifikation mit Bosnien-Herzegowina voraus.

SPORT1: Herr Misimovic, Sie haben anstrengende Tage hinter sich. Sind Sie froh darüber, wie jetzt alles ausgegangen ist?

Zvjezdan Misimovic: Auf jeden Fall bin ich froh, denn es war eine lange Zeit mit viel Hin und Her. Letztlich ist mein Wunsch aber in Erfüllung gegangen - und das zählt.

SPORT1: Um Sie gab es viele Gerüchte. Wie lief es genau mit Schalke?

Misimovic: In die Details möchte ich jetzt nicht gehen. Sicherlich hätte ich mir vorstellen können, nach Schalke zu gehen, das wäre sehr interessant gewesen. Aber es hat nicht sein sollen, und damit ist das Kapitel für mich abgeschlossen.

SPORT1: Waren Sie vom Verhalten des VfL Wolfsburg enttäuscht, fehlte Ihnen da das Vertrauen?

Misimovic: Der Stand der Dinge war ja klar: Wenn Wolfsburg Ersatz findet, lassen sie mich gehen. Ich hätte mir das natürlich frühzeitiger gewünscht, es hat sich alles sehr lange hingezogen und war auch für den Kopf sicher nicht einfach für alle Beteiligten.

SPORT1: Sie haben dieses Jahr also schon von vorneherein gesagt, dass Sie gerne gehen möchten. Nicht erst, als Diego ins Gespräch kam?

Misimovic: Der Verein kannte meine ehrliche Meinung die ganze Zeit. Sie haben gesagt, dass sie eigentlich keinen neuen Spieler holen wollen, aber wenn ich weg will, müssen sie sich umschauen - und so ist es auch passiert.

[kaltura id="0_tos70248" class="full_size" title="Diego im SPORT1 Interview"]

SPORT1: Wolfsburg war nicht unbedingt eine traditionelle Fußballstadt, jetzt spielen Sie in Istanbul, wo heißblütige Fans die großen Klubs unterstützen. Haben Sie von der Atmosphäre schon etwas aufnehmen können, wie war die Begrüßung?

Misimovic: Die Leute sind sehr fanatisch und leben den ganzen Tag für den Fußball. Das ist schon ein großer Unterschied und war mit ein Grund dafür, warum ich vom eher ruhigen, ländlichen in eine Metropole wollte.

SPORT1: Heißblütig sind auch die bosnischen Fans. Nach der knapp verpassten WM-Teilnahme geht es nun in die EM-Qualifikation. Wie schätzen Sie die Chancen ein?

Misimovic: Frankreich ist in unserer Gruppe ganz klar Favorit. Um den zweiten Platz werden die Rumänen und wir kämpfen ? wobei man die anderen Gegner nicht vergessen darf. Es ist eine sehr ausgeglichene Gruppe, und da werden Nuancen entscheiden.

SPORT1: Sie haben in Istanbul einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Können Sie sich eine Bundesligarückkehr trotzdem vorstellen?

Misimovic: Ich kann mir vieles vorstellen, aber darüber brauchen wir jetzt noch nicht zu reden. Ich habe gerade erst etwas Neues angefangen und für vier Jahre unterschrieben. Da will ich nicht schon über andere Dinge reden.

SPORT1: Wie sind Ihre Ziele mit Galatasaray? International ist das Team nicht mehr dabei in dieser Saison...

Misimovic: Wenn man zu so einem Traditionsverein geht, zählt nur die Meisterschaft. Die Mannschaft hat keinen guten Start gehabt, aber ich bin zuversichtlich, dass wir den Titel erreichen können.

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