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Heribert Bruchhagen ist seit Dezember 2003 Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt © getty

Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen spricht im SPORT1-Doppelpass über den missglückten Saisonstart und Trainer Skibbe.

München - Mit großen Ambitionen ist Eintracht Frankfurt in die neue Saison gestartet.

Die Mannschaft wurde namhaft verstärkt und überzeugte in der Vorbereitung, woraufhin sich Trainer und Spieler auf das Saisonziel "50 Punkte" einigten.

Die ersten beiden Saisonspiele in Hannover und gegen den Hamburger SV gingen jedoch trotz ordentlicher Leistung verloren.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Vielleicht fühlte sich Heribert Bruchhagen durch den missglückten Saisonstart in gewisser Weise bestätigt, gibt der Vorstandsvorsitzende der Hessen doch stets den Mahner, bemüht darum, die großen Erwartungen im Umfeld und bei den Fans einzubremsen.

Am Sonntag äußerte sich Bruchhagen im SPORT1-Doppelpass über die Zusammenarbeit mit Trainer Michael Skibbe, die Stimmung im Verein und seine öffentliche Kritik an Stürmer Ioannis Amanatidis.

Heribert Bruchhagen im SPORT1-Doppelpass über...

seine Skepsis am Saisonziel "50 Punkte":

?Ich finde es gut, dass eine Mannschaft sich Ziele setzt. Und wir haben im letzten Jahr mit 46 Punkten ja auch eine ordentliche Saison gespielt. Aber ich habe vor der Saison die Frage gestellt, gegen wen wir diese 50 Punkte holen wollen, weil man natürlich auch die anderen Teams beachten muss."

Gerade die Spitzenvereine haben sich enorm verstärkt und wir müssen auch gegen diese Mannschaften punkten, um auf diese 50 Punkte zu kommen. Der Optimismus vor der Saison war mir einfach zu groß, nachdem wir zum Beispiel auch im Freundschaftsspiel gegen Chelsea gewonnen hatten."

"Ich habe es für notwendig gehalten, den Druck auf die Spieler nicht noch höher werden zu lassen. Um das ganze zu bremsen, habe ich im Vorfeld gesagt: 'Mal langsam machen.'"

den missglückten Saisonstart mit zwei Niederlagen:

"Wir haben auch in der vergangenen Saison gegen diese beiden Gegner verloren. Wir haben nach wie vor großes Vertrauen in diese Mannschaft und wir werden auch in dieser Saison eine ordentliche Rolle spielen."

die Stimmung im Verein nach den jüngsten Misserfolgen:

"Es ist natürlich ein gewisse Nervosität da. Wenn man aus den ersten beiden Spielen keinen Punkt geholt hat, dann kann schon eine Verunsicherung eintreten. Aber das ist normal im Fußball. Da muss man eben die Ruhe bewahren."

seine persönlichen Vorstellungen hinsichtlich der Saisonziele:

"Ich habe gesagt, dass die realistische Einschätzung nur Platz neun bis 13 lauten kann. Wir brauchen noch etwas, um die etablierten Mannschaften angreifen zu können. Das ist ein langer und beharrlicher Weg."

die Frage, ob die Eintracht falsch eingekauft habe:

"Wir haben Gekas geholt, der in Leverkusen nicht zum 18er-Kader gehört hat. Wir haben Altintop geholt, der in Schalke nicht zum 18er-Kader gehört hat. Aber wir glauben, dass uns diese Spieler verstärken. Dass sieben oder acht Spieler zuletzt in unserer Anfangsformation standen, die schon vor sechs Jahren mit in die Bundesliga aufgestiegen sind, ist ein Beweis dafür, dass diese Spieler sich weiterentwickelt haben."

"Unser Kader ist ausgeglichen und wer neu zu uns kommt, der muss sich erstmal gegen die etablierten Spieler durchsetzen. Aber im Laufe der Saison werden auch diese neuen Spieler eine wichtige Rolle einnehmen."

sein Verhältnis zu Trainer Michael Skibbe:

"Natürlich geht ein Trainer immer sehr offensiv an die Dinge heran. Derjenige, der die wirtschaftlichen Dinge verantwortet, der ist immer etwas defensiver. Daraus resultieren dann auch mal unterschiedliche Meinungen."

"Wir haben uns in diesem Jahr wirklich weit aus dem Fenster gelehnt und werden in dieser Saison wahrscheinlich einen Verlust von drei bis fünf Millionen Euro machen. Das zeigt aber schon, dass wir dem Trainer in seinen Wünschen weitesgehend gefolgt sind. Aber wir haben ein sehr gutes Verhältnis und ich glaube daran, dass wir auch mit diesen Investitionen erfolgreich sein und eine sehr gute Saison spielen werden."

"Michael macht sehr gute Arbeit und meine Prognose ist, dass er nirgendwo so lange arbeiten wird, wie bei Eintracht Frankfurt."

den Druck im anstehenden Gladbach-Spiel:

"Man steht vor jedem Spiel unter Druck. Wir werden auf jeden Fall im Laufe der Saison unsere Punkte holen und unserer Rolle gerecht werden. Es wird ein schweres Spiel in Gladbach werden, aber wir haben im letzten Jahr auch schon schwere Spiele gewonnen, unter anderem in Bremen, gegen Hamburg, gegen Bayern, gegen Leverkusen. Wir haben eine ordentliche Mannschaft und das wird sich auch zeigen."

über eine öffentliche Kritik am Eintracht-Stürmer Ioannis Amanatidis:

"Spieler muss man auch mal in der Öffentlichkeit kritisieren. Wenn man die in sein Büro holt und sagt: 'Komm mal her, wir müssen jetzt mal einen Kaffe trinken und uns unterhalten." Dann gehen die hinterher raus und denken: 'Das war ja schön, dass ich hier eine Tasse Kaffe getrunken habe.'"

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