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Felix Magath wurde als Trainer bislang dreimal Deutscher Meister © getty

Schalkes Coach räumt ein, dass er eher den ehemaligen Wolfsburger als Jurado geholt hätte. Neuer hebt er in den Himmel.

Von Martin Hoffmann

München - Huntelaar, Jurado, Plestan: Der spektakuläre Transfer-Dreier von Schalke 04 kurz vor Wechselschluss sorgt noch immer für Diskussionsstoff.

Die meisten Fans erwarten Großtaten von dem neuen Trio, Bayern-Manager Christian Nerlinger kritisierte die Verpflichtungen dagegen als Aktionismus282091(DIASHOW: Die Last-Minutes-Transfers).

Schalkes Coach Felix Magath hat aber wiederholt erklärt, dass er vollauf zufrieden mit den Resultaten seines Last-Minutes-Kaufrauschs ist.

Nun gibt er aber zu, dass er durchaus auch hätte zufriedener sein können. Er räumt recht unverhohlen ein, dass er anstelle von Jose Manuel Jurado lieber seinen alten Wolfsburger Schützling Zvjezdan Misimovic geholt hätte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Sportlich sicherer und finanziell günstiger"

"Erste, zweite, dritte Wahl - in diesen Kategorien denke ich nicht", weicht er in der "Bild am Sonntag" zwar zunächst der Frage aus, ob Jurado nur seine "dritte Wahl" wäre.

Aber Magath erklärt dann doch: "Da Misimovic die Bundesliga kennt, wäre das die sportlich sicherere und zudem finanziell günstigere Variante gewesen."

Der letztlich von Wolfsburg zu Galatasaray Istanbul gewechselte Bosnier sei Schalke am Montag von einem Berater in einem Tauschgeschäft angeboten worden: Misimovic nach Schalke, Jermaine Jones nach Wolfsburg. Die Möglichkeit "zerschlug sich jedoch am Abend".

Nicht wegen Misimovics Unwillen: Der hatte bekanntlich immer wieder mit Schalke geflirtet und eben auch wieder im SPORT1-Interview erklärt: "Schalke wäre interessant gewesen."

Diego und van der Vaart zu teuer

Magath erläutert auch offenherzig, warum aus den anderen Spielmacher-Alternativen für seinen Klub nichts wurde.

Eine Verpflichtung von Diego habe man "abgeklopft", aber: "Ablösesumme und seine Gehaltsvorstellungen konnten wir nicht stemmen."

[kaltura id="0_cmwoag5o" class="full_size" title="Magath unter Druck"]

Aus ähnlichem Grund sei ein Transfer von Rafael van der Vaart nicht zustande gekommen: "Utopische 18 Millionen Euro" habe Real gefordert. Dass Tottenham ihn am Ende weit billiger bekam, habe wohl mit "Torschlusspanik" seitens Real zu tun gehabt.

Mahnung zur Geduld

Trotz der Bemühungen um andere Kandidaten sei die 13-Millionen-Euro-Verpflichtung Jurado aber keine "unsichere Lösung". Wie Huntelaar habe er "hohe Qualität", beide würden "Raul helfen".

Magath mahnt aber auch zur Geduld mit den Neuen: Ihre "Qualitäten müssen wir erst mal umsetzen."

Er sei "kein Wahrsager" und wisse nicht, "wie die alten Spieler reagieren und die neuen sich einfügen".

Kein Zwang zur Champions League

Magath baut auch schon für den Fall einer verpassten Champions-League-Qualifikation vor: Es sei Ziel "in der Champions League zu überwintern und wieder ins internationale Geschäft zu kommen".

Man müsse aber vielleicht "mit der Europa League zufrieden sein". Er mache "kein Harakiri für die Schale".

Neuer "vielleicht der Beste der Welt"

Erfreut zeigt sich Magath über den Entschluss von Joachim Löw, seinen Keeper Manuel Neuer zur Nummer eins im DFB-Team auszurufen.

"Ich freue mich für Manuel und für uns", so Schalkes Coach: "Er ist ein Top-Mann und vielleicht sogar der beste Torhüter der Welt."

Zur Lösung der Kapitäns-Frage zwischen Philipp Lahm und Michael Ballack kann sich Magath eine kleine Spitze derweil nicht verkneifen.

Sein vielsagender Kommentar: "Es ist eine Jogi-Löw-Lösung."

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