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Wesley kam für 7,5 Millionen vom brasilianischen Klub FC Santos © imago

Neuzugang Wesley soll in München Bremens Wunderwaffe sein - umso mehr, weil sich ansonsten die Hiobsbotschaften türmen.

Von Martin Hoffmann

München - Ein flüchtiger Blick auf den neuen Hoffnungsträger liefert schon das erste Tuschelthema.

Ganz schön dürr, der Wesley, raunen sich die Werder-Fans auf Trainingsplatz und Internetforen zu.

"Der muss hier mal ein paar gute Mahlzeiten bekommen", findet einer. Und Deutschlands meistgelesene Zeitung fragt auch schon besorgt: "Zu dünn für die Bundesliga?"

Der Neuzugang vom FC Santos wischt solche Bedenken gleich energisch beiseite: "Ich danke Gott, dass er mir so einen Körper gegeben hat. Ich bin zwar schlank, habe aber trotzdem viel Kraft. Sonst hätte Werder mich wohl kaum verpflichtet."

7,5 Millionen Euro und eine Menge Nerven hat sich Bremen den Mann mit den brasilianischen Allrounder kosten lassen.

Nun aber ist der zähe Transferpoker Vergangenheit - und auf die schlanken Bleistift-Beine des Neuzugangs werden schon eine Menge Hoffnungen geladen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Bei seinem Debüt am Samstagabend (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) soll Wesley möglichst Mesut Özil vergessen machen, die zahlreichen Ausfälle Werders kompensieren - und natürlich den Erzfeind FC Bayern abschießen 16190(DIASHOW: Die Bayern-Werder-Rivalität).

Einsatz sehr wahrscheinlich

Und es sieht so aus, als würde Bremen den Neuen auch gleich ins kalte Wasser werfen: "Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er spielen wird", sagt Manager Klaus Allofs.

Und auch Wesley brennt auf seinen Einsatz: Er wolle "schnell mittenrein und den Fans Freude machen".

Der 23-Jährige hat sich tatsächlich schon gut eingefunden, im Training wirkte er Zeugenberichten zufolge frisch, wendig, einsatzfreudig und laufstark.

Ein Mann für die Özil-Position

Und es ist gut möglich, dass Trainer Thomas Schaaf diese Qualitäten auf anstelle von Aaron Hunt Özils Position im offensiven Mittelfeld einsetzt:

Wesley ist vielseitig, hat in Brasilien vom Außenverteidiger bis zum zentralen Strategen die unterschiedlichsten Rollen ausgefüllt.

Es wäre den Bremern nur sehr recht, wenn Wesley in München gleich loswirbeln würde - zumal es vor dem Prestigeduell ansonsten nur Hiobsbotschaften gibt.

Ohne Pizarro und Mertesacker

Goalgetter Claudio Pizarro wird nach einem Muskelfaserriss nicht rechtzeitig fit. Nach dem Mittwochstraining bestätigte Schaaf den Ausfall des Peruaners.

Für ihn wird wohl entweder Hugo Almeida in die Startelf oder Marko Marin nach vorne an die Seite von Marko Arnautovic aufrücken.

Hinzu kommt der Ausfall des im Aserbaidschan-Länderspiels verletzten Per Mertesacker, durch den nun beide Hälften des etatmäßigen Innenverteidiger-Duos ausfallen.

"Unbefriedigende Situation"

"Das ist natürlich eine unbefriedigende Situation für uns", ärgert sich Schaaf.

Er wird wohl Neuzugang Mikael Silvestre neben Naldo-Vertreter Sebastian Prödl stellen 282091(DIASHOW: Die Last-Minute-Transfers).

Fragezeichen hinter Silvestre

Obwohl auch hinter dessen Fitness Fragezeichen stehen: Der Franzose hatte bei seinem vorherigen Klub FC Arsenal die Saisonvorbereitung schon nicht mehr mitgemacht - und sich nur im privaten Rahmen im Saft gehalten.

Silvestre versichert allerdings: "Ich kann innerhalb von zehn Tagen auf einem körperlichen Niveau sein, das es mir erlaubt richtig mitzuhalten."

Die Beteuerung, sich in Schuss zu bringen, stammt vom 30. August. Werder muss hoffen, dass Silvestre sich höchstens um zwei Tage verschätzt hat.

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