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Uli Hoeneß ist ein Mann der klaren Worte. Wenn den Ex-Präsidenten des FC Bayern  jemand verärgert, dann tut er dies ungefiltert und oftmals lautstark kund. Freunde macht er sich damit eher nicht
Uli Hoeneß ist seit März 2010 Präsident des FC Bayern München © imago

Der Niederländer ist wieder in München und schuftet für sein Comeback. Seine Kollegen bereiten sich auf das Duell mit Werder vor.

Von Daniel Rathjen und Christian Ortlepp

München - Sein Muskelriss im Oberschenkel setzt ihn noch lange außer Gefecht.

Aller Voraussicht nach wird Arjen Robben in diesem Jahr kein Spiel mehr für den FC Bayern bestreiten.

Doch die Verletzung des Niederländers ist weiterhin eines der heiß diskutiertesten Themen an der Säbener Straße.

Vor allem Bayern-Präsident Uli Hoeneß will in der Angelegenheit die ganz harte Linie fahren.

"Bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag"

Am Tag vor den Gesprächen mit dem niederländischen Verband "KNVB" über eine Ausgleichszahlung für den langfristigen Ausfall des Oranje-Stars unterstrich Hoeneß die Entschlossenheit des Klubs.

"Wenn da keine Kompromissbereitschaft gezeigt wird, bin ich absolut der Meinung, muss geklagt werden bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag", sagte Hoeneß in einem Radio-Interview bei "Antenne Bayern". (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Es sei ein riesiger wirtschaftlicher Verlust für Bayern München entstanden, "und ich persönlich bin der Meinung, man muss mit allerletzter Konsequenz darauf drängen, dass dieser Verlust, der durch grobe Fahrlässigkeit entstanden ist, ersetzt wird", erklärte Uli Hoeneß weiter.

1,5 Millionen Euro im Gespräch

Sportdirektor Christian Nerlinger nennt die Verletzung "sehr ungewöhnlich" und spricht im gleichen Atemzug von einem "sehr ungewöhnlichen Verlauf

Die Münchner erwarten vom niederländischen Verband die Übernahme der Gehaltskosten für Robben durch den KNVB. Die Summer bewegt sich in einem Bereich von gut 1,5 Millionen Euro.

Überschaubares Programm

Während sich die Münchner und der holländische Verband (KNVB) weiter um die Gehaltszahlungen streiten, bemüht sich der Flügelflitzer, nicht ganz außer Form zu geraten.

Seit einigen Tagen ist Robben aus dem Sonderurlaub zurück und schuftet seitdem im Leistungszentrum an der Säbener Straße für sein Comeback.

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Ein normales Training ist das logischerweise nicht. Das Programm, das er absolviert, ist überschaubar.

Nach SPORT1-Informationen absolviert er bislang aber immerhin Stabilisationsübungen für den Rumpf. An Konditionseinheiten ist nicht zu denken - ganz zu schweigen von Übungen mit dem Ball.

FCB und KNVB verhandeln

Der Profi selbst macht einen aufgeräumten Eindruck, wirkt bei der Ankunft an der Säbener Straße drahtig wie eh und je.

Er hält sich mit Aussagen zurück. Bis sich der FC Bayern und der KNVB geeinigt haben, will sich der 26-Jährige nicht öffentlich äußern.

Ein Gipfeltreffen zwischen allen Beteiligten wird es am Samstag in München am Rande des Spiels gegen Werder Bremen geben.

"Vorstand ist schlau genug"

Trainer Louis van Gaal wird daran nicht teilnehmen.

"Das ist nicht meine Sache. Das ist die Sache von meinem Vorstand. Und dieser ist schlau genug, um eine Lösung zu finden", sagte er am Freitag.

Und natürlich hofft auch van Gaal, dass eine Lösung gefunden wird.

"Ich denke, dass der niederländische Verband vermitteln muss. Wir sind doch das Opfer. Deshalb muss der niederländische Verband da was machen."

WM: Erst Schonung, dann Leistungsträger

Robben hatte sich seine Blessur im WM-Test am 5. Juni gegen Ungarn (6:1) zugezogen. Trotz eines zunächst festgestellten Muskelfaserrisses blieb er im Oranje-WM-Aufgebot, reiste allerdings nach intensiver Reha in den Niederlanden erst verspätet nach Südafrika.

Nationaltrainer Bert van Marwijk schonte Robben zunächst und verzichtete in den ersten beiden Vorrundenspielen auf den ehemaligen Spanien- und England-Legionär.

Robben gehörte dann allerdings zu den niederländischen Leistungsträgern auf dem Weg ins WM-Finale gegen Spanien (0:1 n.V.).

Momentan kann er nur aus dem Fenster schauen und seine Kollegen auf dem Trainingsplatz beobachten.

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