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Christian Fuchs spielt seit diesem Sommer für Mainz 05 © getty

Im SPORT1-Interview spricht Neu-Mainzer Christian Fuchs übers Derby gegen Lautern und erklärt das System des FSV.

Von Matthias Becker

München - Die Durststrecke war lang für Christian Fuchs.

Nur zwei Siege konnte der österreichische Nationalspieler in der letzten Bundesliga-Rückrunde mit dem VfL Bochum feiern.

Kein Wunder, dass der Linksverteidiger nach dem Wechsel zum FSV Mainz 05 die gute Laune wiedergefunden hat.

Drei Pflichtspiele mit Mainz, eines mit der Nationalelf - und nur Siege stehen auf seinem Konto.

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und auch die Rückenprobleme die Fuchs zuletzt plagten, sind überwunden. Rechtzeitig zum Kracher gegen den 1. FC Kaiserslautern (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) ist der 24-Jährige beschwerdefrei.

Im Interview mit SPORT1 spricht Fuchs über die Derby-Vorfreude, den Grund für seinen Wechsel nach Mainz und seine erstaunliche Freistoßstärke.

SPORT1: Herr Fuchs, wie geht es dem Rücken?

Christian Fuchs: Dem Rücken geht es wieder gut, danke.

SPORT1: Vier Pflichtspiele, vier Siege, hilft solch eine sonnige Bilanz auch mal über Schmerzen hinweg?

Fuchs: Nein, ich habe die ganze Zeit darauf geachtet, ob der Rücken Probleme macht und hätte mich im Länderspiel auch auswechseln lassen können. Aber für mich ist es natürlich schön, dass ich nach der langen Durstrecke in Bochum jetzt mal vier Siege am Stück feiern durfte.

SPORT1: Da macht das Profi-Dasein gleich wieder mehr Spaß.

Fuchs: Bei Mainz war es schon super und mit dem Länderspielsieg dazu ist es natürlich Wahnsinn. Aber bis jetzt haben wir auch noch nichts erreicht.

SPORT1: Eine Verletzungspause wäre momentan auch ungünstig. Am Sonntag steigt das Derby gegen den FCK. So lange sind sie noch nicht in Mainz, ist die Vorfreude trotzdem schon groß?

Fuchs: Es ist nicht zu vergleichen mit den Bochumer Derbys gegen Schalke oder Dortmund. Da liegt alles noch näher zusammen. Aber man bekommt auch hier mit, wie wichtig es ist, vor dem eigenen Publikum gegen Kaiserslautern Vollgas zu geben und möglichst den Sieg einzufahren. Das merkt man im Umfeld und natürlich auch medial.

SPORT1: Hätten Sie nach dem Wechsel vom VfL nach Mainz gedacht, dass es gleich so gut läuft?

Fuchs: Nach der Vorbereitung habe ich mir schon gedacht, dass es super passt und viel Spaß macht. Man hat dafür ja ein Gespür. Wenn es von Anfang auch intern so gut passt, ist das richtig geil und man kann über sich hinauswachsen. Ich war von Anfang an positiv gestimmt und habe gedacht, dass ich diese Saison starke Leistungen bringen kann.

SPORT1: Wie sind Sie mit der Umstellung auf den als anspruchsvoll geltenden Trainer Thomas Tuchel klargekommen?

Fuchs: Das war keine so große Umstellung. Er hat schon eine andere Philosophie als die, nach der Heiko Herrlich hat spielen lassen. Aber mir spielt das total in die Karten. Er verlangt von den Außenverteidigern, dass sie sich mit nach vorne einschalten, auch wenn sie natürlich defensiv ihre Arbeit machen müssen. Ich hab schon immer einen großen Vorwärtsdrang gehabt, das ist total mein Ding.

SPORT1: Der Wechsel nach Mainz wäre fast gescheitert, Manager Christian Heidel hatte an ihrer charakterlichen Eignung für den Mainzer Kader gezweifelt. Nehmen Sie ihm das noch übel?

Fuchs: Nein, schon kurz nachdem das Interview erschienen ist, haben wir miteinander telefoniert und die Sache aus der Welt geschafft. Für mich spielt keine Rolle mehr, was rund um meinen Transfer passiert ist und welche Gerüchte da im Umlauf waren. Das ist gegessen.

SPORT1: War Mainz Ihre einzige Option? Als offensivstarker Linksverteidiger gehören Sie im modernen Fußball ja zu einer begehrten Spezies. Was hat den Ausschlag für Mainz gegeben?

Fuchs: Den Ausschlag hat gegeben, dass sich Trainer Thomas Tuchel und Manager Christian Heidel sehr um mich bemüht haben. Für mich war wichtig zu wissen, dass der Trainer mich wirklich haben will.

SPORT1: Könnten die Mainzer sogar zu einem größeren Verein werden?

Fuchs: Letzte Saison sind sie Neunter geworden. Und die Neuverpflichtungen haben das Level noch mal gehoben. Deshalb zähle ich Mainz zu den Top-10-Vereinen in Deutschland.

SPORT1: Was haben Sie sich eigentlich gedacht, als kurz vor Ende der Transferperiode Malik Fathi verpflichtet wurde? Der spielt ja auch auf Ihrer Position.

Fuchs: Nicht wirklich viel. Denn ich weiß, wenn ich meine Leistung bringe, wird der Trainer an mir nicht vorbeikommen.

SPORT1: Ist für Sie eine Rückkehr auf die frühere Position im Mittelfeld vorstellbar?

Fuchs: Auszuschließen ist gar nichts, denn ich habe offensiv meine Qualitäten, wie ich auch schon gezeigt habe. Das wird man alles sehen, da will ich gar keine Spekulationen anheizen. Das ist die Entscheidung des Trainers.

SPORT1: Trotz Ihrer erst 24 Jahre positionieren Sie sich klar, sagen: "Ich bin einer der Dinge ausspricht". Wie kommt das?

Fuchs: Das ist einfach meine Art. Es bringt nichts, wenn man nur hintenrum irgendwas erzählt. Wenn es ein Problem gibt, muss man das direkt ansprechen. Ob im Verein oder im Nationalteam: Ich will Verantwortung übernehmen. Das ist völlig unabhängig vom Alter.

SPORT1: Womit Sie außerdem auffallen ist die enorme Freistoßstärke, Sie haben schon mal drei Freistoßtore in drei aufeinanderfolgenden Spielen gemacht. Woher kommt das, schieben Sie da Sonderschichten?

Fuchs: Sonderschichten mache ich eigentlich nicht. Dass ich schon so erfolgreich war, macht mich extrem stolz, aber speziell geübt habe ich das nicht. So etwas muss einem im Blut liegen.

SPORT1: Werden Sie dieses Talent auch in Mainz wieder zeigen?

Fuchs: Ich werde mir sicher den ein oder anderen Freistoß nicht nehmen lassen.

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