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Klaas-Jan Huntelaar kam vom AC Mailand zu Schalke 04 © getty

Schalke ist in Hoffenheim nach dem Null-Punkte-Start unter Druck. Doch der aufgerüstete Revierklub ist noch nicht schlagkräftig.

Von Martin Hoffmann

München - Wenn man die Sache aus der richtigen Perspektive betrachtet, klingt alles gar nicht so wild.

"Im Moment liegen wir drei Punkte hinter dem großen Favoriten FC Bayern", stellt Schalkes Trainer Felix Magath fest: "Das ist etwas, womit wir sehr gut leben können."

So kann man einen Null-Punkte-Start in die ersten beiden Spieltage zwar auch betrachten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nur weiß auch Magath, dass sein Klub weniger gut damit leben könnte, wenn seinem millionenschwer aufgerüsteten Team jetzt nicht die Trendwende gelingt.

Eine weitere Niederlage beim Ko-Tabellenführer Hoffenheim (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) und es wird unangenehm.

Historischer Fehlstart droht

Es wäre der schlechteste Saisonstart seit der Abstiegssaison 1987/88, als noch Toni Schumacher bei Schalke im Tor stand ? und die Sturmreihe aus Reiner Edelmann und Andre Bistram bestand.

Mit der aktuellen Angriffsformation aus Raul und 14-Millionen-Neuzugang Klaas-Jan Huntelaar hat Schalke nun zwar bessere Aussichten, dass es aufwärts geht 282091(DIASHOW: Die Last-Minute-Transfers).

Aber Huntelaar und die anderen Last-Minute-Transfers Jose Manuel Jurado und Nicolas Plestan können aber auch als Brandbeschleuniger wirken: Läuft es auch mit ihnen nicht, brennt es richtig (Schalkes Neue im Portrait).

"Wir haben Druck, punkten zu müssen, um nicht früh in der Saison hinterher zu laufen", weiß Magath.

"Nicht gleich wie aus einem Guss"

Das große Problem dabei ist: Auch mit den drei Neuen ist Schalke noch ein Bau-Areal, an dem die Arbeiten gerade erst angefangen haben.

"Wir werden sicher nicht gleich wie aus einem Guss spielen", weiß Magath, der in Hoffenheim keinen "Hurra-Fußball" erwartet.

Der neu formierte Kader hat wegen der vielen Länderspiel-Reisenden erst am Mittwoch zusammen trainieren können.

Startprobleme bei den Neuen

Und die namhaften Neuzugänge brauchen noch, um sich richtig einzufügen.

Plestan sei "in einem körperlich ganz schlechten Zustand angekommen", berichtet Magath ? wenngleich er inzwischen "einen normalen Eindruck" mache.

Neu-Spielmacher Jurado sei zwar "euphorisch" ins S04-Training gestartet, aber leide darunter, "dass hier ein ganz anderer Rhythmus herrscht als in Spanien".

Beide stehen in Sinsheim zwar im Kader, werden aber womöglich noch auf der Bank sitzen.

Huntelaar soll gleich losstürmen

Anders sieht es bei Huntelaar aus, der mit seinen fünf Toren beim EM-Quali-Auftakt eindrucksvoll bewiesen hat, dass er in Form ist.

Und auch den Vorteil hat, dass er sich an seinen Sturmpartner nicht erst gewöhnen muss: Er kennt Raul aus alten Real-Tagen: "Wir wissen, wie der andere tickt", so der Niederländer.

Aber auch Huntelaar weiß, dass seine Präsenz nicht gleich Wunderdinge bewirkt: "Alles geht nur Schritt für Schritt."

Systemfrage noch ungeklärt

Magath ist auch noch dabei, die richtige taktische Formation für seinen neu zusammengesetzten Kader zu finden.

"Das muss sich im Training zeigen", antwortete Magath auf die Frage nach seinem System.

"Mit zwei Stürmern und einer Mittelfeldraute" würde Magath am liebsten spielen - wie früher in Wolfsburg.

Wobei auch das erstmal Probleme aufwerfen würde: Wer gibt den Spielmacher, wenn Jurado auf der Bank sitzt? Und wo bleibt Jefferson Farfan, der eher ungern im rechten Mittelfeld agiert?

Magath hofft auf "Metze"-Trotz

Und dann ist da noch die Sache mit der Wackel-Abwehr und der noch vergeblichen Formsuche von Hoffnungsträger Christoph Metzelder.

Der hat mächtig Prügel für seine bisherigen Leistungen bezogen. Magath hofft nun, "dass gerade die öffentliche Diskussion Christoph weiterhilft".

Er setzt auf eine "Trotzreaktion" und will "im Training schon erhöhte Aggressivität" beobachtet haben.

Eine Linderung von Magaths Abwehrsorgen ist die Rückkehr von Benedikt Höwedes nach seiner Gelb-Rot-Sperre, andererseits fehlt der Japaner Atsuto Uchida, der mit Verdacht auf Zehenbruch von seiner Länderspielreise zurückgekehrt ist.

"Was die an Gehältern zahlen..."

Bei so viel "work in progress", die Magath noch zu leisten hat, sollte es ihn eigentlich freuen, dass einer seiner Vorgänger erklärt, dass es schon wird mit dem ersehnten Erfolgserlebnis gegen Hoffenheim.

Nur meint es Ralf Rangnick wohl nicht ganz ernst, wenn er in seiner aktuellen Funktion als 1899-Coach erklärt:

"Wenn man allein sieht, was die an Gehältern zahlen - da kann es eigentlich nicht sein, dass wir gewinnen."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Hoffenheim: Starke - Beck, Simunic, Vorsah, Compper (Eichner) - Weis, Luiz Gustavo, Salihovic - Mlapa, Ibisevic, Ba

Schalke: Neuer - Matip, Höwedes, Metzelder, Sarpei - Jones - Farfan (Kluge), Rakitic, Jurado (Schmitz) - Raul, Huntelaar

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