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Mauro Camoranesi gewann 2006 mit Italien den Weltmeistertitel © imago

Das Schlusslicht aus Stuttgart plagen vor dem Derby heftige Personalsorgen. Bei Freiburg verwirrt ein Buchstabentausch.

München - Zumindest der VfB-Sportdirektor ist vor dem Derby in Freiburg (alle Spiele ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) hochmotiviert:

"Die Stadien sind immer voll und auf beiden Seiten gibt es viele Emotionen", erklärt Fredi Bobic die Besonderheiten des badisch-schwäbischen Duells.

"Die Spieler müssen sich auf diese Begegnung freuen, so ein Derby erlebt man nicht jeden Tag", rät er seinen Spielern. Bobic verbindet allerdings nicht ausschließlich positive Erinerungen mit den Partien gegen Freiburg:

"Ich habe positive wie negative Erfahrungen bei den Derbys gegen den SC gemacht. Es gab glorreiche Siege, aber auch derbe Niederlagen. Die Partien waren immer eine Art Klassenkampf."

Verletzungssorgen beim VfB

Der VfB zieht jedoch mit arg gelichteten Reihen in den Kampf.

Zu den Langzeitverletzten Stefano Celozzi, Philipp Degen und Johan Audel gesellten sich auch noch Khalid Boulahrouz und Timo Gebhart, die beide über Adduktorenprobleme klagen. (DATENCENTER: Der 3. Spieltag)

Der Einsatz des Duos in Freiburg ist fraglich. Auch Kapitän Matthieu Delpierre muss nach seiner Patellasehnen-OP weiter auf eine Rückkehr in die Mannschaft warten. Der Franzose trainierte zwar während der Woche.

Doch ein Einsatz gegen den SC komme für ihn noch zu früh, befand Trainer Christian Gross.

Camoranesi vor Debüt

Hoffnung macht dem VfB das Pflichtspiel-Debüt von Last-Minute-Neuzugang Mauro Camoranesi.

"Bei ihm sieht es sehr gut aus, es ist gut möglich, dass er spielt", sagt Gross zu den Einsatzchancen des 33-Jährigen. Der Druck, der auf den Stuttgartern lastet, ist schon nach zwei Spieltagen enorm. Punktlos ziert der VfB das Ende der Bundesligatabelle.

"Wir brauchen Punkte, und damit wollen wir in Freiburg anfangen. Wir müssen auf den schlechten Saisonstart reagieren, und ich bin mir sicher, dass die Mannschaft weiß, worum es geht", stellt der Schweizer Trainer klar.

[kaltura id="0_1cqb955l" class="full_size" title="Der Kaiser wird 65"]

Buchstabentausch in Freiburg

Freiburg baut im Derby auf seinen Punktegaranten Papis Cisse. Der Senegalese erzielte die fünf letzten Ligatreffer der Badener in Folge.

Auch die Freiburger haben sich noch kurz vor Toresschluss auf dem Transfermarkt eingedeckt und den Weißrussen Anton Putsila von Dinamo Minsk vepflichtet. Den deutschen Fußball-Fans ist er aus seiner Zeit beim HSV noch als Anton Putsilo bekannt.

Doch nun will der 23-Jährige Putsila gennant werden, so wie sein Name auch in seinem Ausweispapieren geschrieben wird.

Ob er auf seine "Buchstabentausch-Aktion" auch sportliche Taten gegen Stuttgart folgen lässt, ist fraglich. Für sein Debüt wird es wohl nicht reichen. Bislang hat Putsila erst zweimal mit der Mannschaft trainiert.

SPORT 1 hat die weiterenFakten zu den Samstagsspielen:

Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg

Drei Heimspiele in Folge blieb der BVB zuletzt sieglos gegen Wolfsburg.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp feierte in fünf Versuchen nur einen Heimsieg gegen den VfL (5:1 mit Mainz am 4. Dezember 2005). Zudem warten die Westfalen seit dem 3. April (2:1 gegen Bremen) vergeblich auf einen Heimsieg.

In den beiden Bundesligapartien dieser Saison gelang dem BVB noch kein Treffer nach der Pause.

Wolfsburg holte nur einen Punkt aus den letzten drei Liga-Gastspielen und verlor beide Saisonspiele durch Gegentore in den letzten fünf Minuten.

Hamburger SV - 1. FC Nürnberg

Nach der Entlassung von Bruno Labbadia feierte Interimstrainer Ricardo Moniz am 1. Mai dieses Jahres sein Debüt mit einem 4:0 gegen den Club, der in den letzten neun Gastspielen an der Elbe nur einen Punkt ergatterte (0:0 am 9. Dezember 2006).

Die Franken kassierten nirgendwo so viele Niederlagen wie in Hamburg (20). Zwei davon kosteten Thomas Brunner (1999) und Klaus Augenthaler (2003) ihre Trainer-Jobs.

Die Nürnberger verloren fünf der letzten sieben Ligaspiele, von denen sie nur eins gewannen (1:0 gegen Köln am 8. Mai).

Ihre beiden Saisontore erzielten sie jeweils durch Kopfbälle in der ersten Viertelstunde. Der zweimal siegreiche HSV dagegen verbuchte alle fünf Saisontreffer, von denen drei auf das Konto von Ruud van Nistelrooy gingen, in der zweiten Halbzeit.

Hannover 96 - Bayer Leverkusen

Zwei Wochen nach dem 3:6 gegen den Ex-Klub Gladbach muss Bayer-Trainer Jupp Heynckes zu seinem Ex-Klub Hannover, für den er in 86 Bundesligapartien 25 Tore schoss.

Von 17 Gastspielen dort als Spieler und Trainer verlor er nur drei, zuletzt am 16. April 1988 mit dem FC Bayern 1:2.

Die Werkself traf zwar in jeder der letzten acht Liga-Aufgaben ins Netz, gewann aber nur zwei der letzten zehn Punktspiele.

Hannover siegte nur in einem der letzten neun Heimspiele gegen Leverkusen, wofür Arnold Bruggink am 28. Februar 2009 mit dem Tor zum 1:0 verantwortlich war, gewann aber die letzten vier Punktspiele in Folge mit insgesamt 13 Treffern.

Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt (alle Samstag, 15.30 Uhr)

In den letzten drei Heimspielen gab es für die Gladbacher ein 1:1, und von den letzten sechs Ligapartien gewannen sie nur das in Leverkusen (6:3 am 29. August).

Die Hessen sind allerdings schon seit sieben Partien sieglos, in denen sie jeweils mindestens zwei Gegentreffer kassierten, und sie verloren die letzten vier Liga-Aufgaben mit 4:10 Toren.

In den letzten 13 Runden blieben sie aber nur einmal ohne Torerfolg - beim 0:2 in Gladbach am 9. April, als die Borussen durch Tore von Marco Reus und Dante ihren bislang letzten Heimsieg feierten.

Vier von fünf Saison-Gegentoren der Eintracht fielen in der letzten halben Stunde, drei durch Kopfbälle.

Bayern München - Werder Bremen

(Sa., ab 18 Uhr im LIVE-TICKER)

Gegen keinen Klub haben die Münchner so viele Niederlagen (26) und Gegentore (113) kassiert wie gegen Bremen. Werder verlor keins der letzten vier und nur zwei der letzten zehn Gastspiele in München.

Mit einem 3:1 am 8. Mai 2004 feierten die Hanseaten in der Bayern-Metropole ihren bislang letzten Meistertitel. Die Münchner verbuchen mit dem nächsten Treffer ihr 100. Heimtor gegen Bremen.

Sie verloren in der vergangenen Saison zu Hause nur gegen Stuttgart (1:2 am 27. März), schafften aber in den letzten zwölf Runden nur einmal ein "zu Null" (7:0 gegen Hannover am 17. April).

Werder ging in beiden Saisonspielen durch ein Elfmetertor von Torsten Frings 1:0 in Führung und hat in Claudio Pizarro den einzigen aktuellen Bundesligaspieler, der in München drei Tore schoss.

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