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Klaus Allofs war bereits als Spieler von 1990 - 1993 bei Werder Bremen beschäftigt © getty

Die Innenverteidigung fällt aus, Stürmer Pizarro schaut nur zu: Klaus Allofs ist vorm Kracher in München dennoch nicht bange.

Von Mathias Frohnapfel und Tim Tonner

München - Natürlich wird Klaus Allofs seinem früheren Trainer Franz Beckenbauer vorm Kracherspiel in München (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) zum 65. Geburtstag gratulieren.

Gemeinsam mit dem "Kaiser" wurde der Werder-Manager 1986 Vize-Weltmeister in Mexiko.

Nach dem Spiel hofft allerdings Allofs darauf, dass "der Franz" ihm gratuliert.

"Wir haben schon gezeigt, dass man in der Allianz Arena keine Angst haben muss", erklärt Allofs im Gespräch mit SPORT1. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ergebnisse machen Mut

Die guten Ergebnisse der vergangenen Jahre in München machen den Bremern Mut, ebenso der unvergessene 5:2-Erfolg über den FCB in der Startphase von Jürgen Klinsmann.

Allerdings muss Werder sein Spiel neu ausbalancieren, schließlich fehlen gegen den Erzrivalen ganz wichtige Stützen.

Stürmer Claudio Pizarro fällt wegen eines Muskelfaserrisses aus. Zudem muss Abwehrrecke Per Mertesacker nach dem Bruch des Augenhöhlenbodens aus dem Länderspiel gegen Aserbaidschan passen - genauso wie Innenverteidiger-Kollege Naldo (Kniebeschwerden).

Feuertaufe für Neuzugänge

"Die Partie ist von unserer Seite aus mit Fragezeichen versehen. Mit Naldo, Per Mertesacker und Claudio Pizarro sind drei Spieler nicht dabei, die im letzten Jahr permanent ihre Leistungen gebracht haben", gesteht Allofs ein.

Die Neuzugänge Wesley und Mikael Silvestre erwartet daher eine Feuertaufe. Allofs muss sich notgedrungen überraschen lassen.

[kaltura id="0_ppwif17q" class="full_size" title="Schaaf bleibt entspannt"]

"Wir gehen mit dieser leichten Ungewissheit in das Spiel. Allerdings haben wir im Training gesehen, dass die beiden Spieler sich sehr gut eingewöhnt haben. Da können wir schon zuversichtlich sein."

Sollte Mittelfeldspieler Wesley nicht im ersten Spiel einschlagen, dürfte ihm das wohl niemand verübeln. Ein Patzer von Neuzugang Silvestre könnte Werder aber Punkte kosten.

Routine ersetzt Spielpraxis

Der Abwehrmann hat sein letztes Pflichtspiel für Arsenal am 9. Mai absolviert, in der gesamten abgelaufenen Saison kam der 33-Jährige nur auf 20 Einsätze.

Im Juli und August hat Silvestre sich in einem privaten Trainingslager mit anderen vereinslosen Profis fit gehalten, ehe er jetzt bei Werder einstieg. Reicht das?

"Das erhoffen wir uns natürlich, in Bestform kann er allerdings noch nicht sein", meint Allofs.

"Silvestre hat in der letzten Woche sehr intensiv trainiert und vorher auch in einem Camp seriös gearbeitet, aber ihm fehlt einfach die Spielpraxis. Die bedingt dann auch die letzte Fitness. Er ist so routiniert, dass er seine Aufgabe gut lösen kann."

Van Gaal fürchtet Arnautovic

Den Bremer Sorgen auf der einen Seite steht Bayerns 0:2-Patzer in Kaiserslautern gegenüber. Auch die Münchner wissen am dritten Spieltag nicht. wie sie ihr aktuelles Können verorten sollen.

Trainer Louis van Gaal fordert zwar drei Siege in den nächsten drei Heimspielen (gegen Werder, AS Rom in der Champions League und Köln), doch hat er auch Respekt vor den schwer ausrechenbaren Bremern.

Besonders in einem Spieler macht van Gaal sein persönliches Schreckensgespenst aus: Stürmer Marko Arnautovic: "Ich hoffe, dass er nicht spielt. Aber ich habe Angst, dass er spielt", meinte van Gaal, der am Freitag ausführlich die Stärken des Bremer Neuzugangs pries.

Allofs bleibt gelassen

Allofs lässt sich dadurch aber nicht verwirren.

"Wir dürfen nicht immer in diesen Extremen leben", gibt er hanseatisch kühl seine Meinung zu Arnautovic wieder. "Am Anfang hat man gesagt, dieser Spieler ist schwierig und passt auch sportlich nicht. Nach dem Spiel gegen Köln hat man ihn sehr gelobt, er hat auch sehr gut gespielt."

Letztlich müsse die Mannschaft funktionieren, dann könne auch Arnautovic glänzen und "sehr gute Spiele" abliefen.

"Ich hoffe, dass er das auch schon gegen Bayern machen wird." In diesem Fall könnte Franz Beckenbauer nach Spielschluss Allofs auf jeden Fall gratulieren.

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