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Felix Magath ist seit 2009 beim FC Schalke als Trainer und Manager in Personalunion tätig © getty

Der Trainer sieht die Niederlage in Hoffenheim sogar als "Fortschritt". Neuer redet Klartext, Huntelaaar trifft nur die Latte.

Sinsheim - Traum-Mannschaft, Albtraumstart: Vizemeister Schalke 04 hat sich mit seinem radikalen Umbruch selbst in die Krise manövriert.

Trainer-Manager Felix Magath blieb aber auch nach der dritten Pleite in der Bundesliga gelassen.

Der allmächtige königsblaue Macher bewertete das 0:2 (0:1) bei 1899 Hoffenheim als "Fortschritt".

Und er hofft am Dienstag in der Champions League bei Olympique Lyon auf die Kehrtwende: "An dieser Aufgabe können wir wachsen. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, dann läuft es schon." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nationaltorhüter Manuel Neuer schlug nach dem schlechtesten Saisonstart seit der Abstiegssaison 1987/88 dagegen Alarm.

"Wir haben in Lyon etwas gut zu machen", sagte Neuer und redete Klartext: "In der Liga sieht es schlecht aus. Das Derby am kommenden Sonntag gegen Borussia Dortmund wird sehr brisant. Wir wissen, was alles auf dem Spiel steht."

Neuer allein gelassen

Neuer konnte einem hinter einer erneut schwachen Abwehr leid tun.

Beim 0:1 durch Isaac Vorsah war der 24-Jährige machtlos. Gegen Vedad Ibisevic rettete Neuer mehrmals glänzend, ehe in der Nachspielzeit nach einem Freistoß von Sejad Salihovic der Ball vom Posten gegen seine Brust und dann ins Tor sprang.

"Das war Pech. Da kann ich nichts machen", meinte Neuer.

"Hunter" im Pech

Pech hatte auch der 14 Millionen teure Neuzugang Klaas-Jan Huntelaar.

Hoffenheims Schlussmann Tom Starke lenkte einen Kopfball des Niederländers an die Latte und verhinderte einen Traumeinstand des Oranje-Nationalstürmers.

"Das war leider eine Klasseparade vom Torwart", sagte Huntelaar und versprach für die nächsten Spiele Besserung:

"Wir haben gute Spieler, wir werden uns von Spiel zu Spiel besser präsentieren."

Überforderte Defensive

Magath weiß aber um die Gratwanderung mit der runderneuerten Mannschaft.

"Wir haben nicht viel Zeit, uns einzuspielen", sagte der 57-Jährige. Probleme bereitet vor allem die Defensive. Neuzugang Nicolas Plestan und Benedikt Höwedes waren mit ihren flinken Gegnern ebenso überfordert wie Christoph Metzelder.

Der Ex-Nationalspieler konnte auch als rechter Außenverteidiger nicht überzeugen und wurde zur Halbzeit mit Leistenproblemen ausgewechselt.

Metzelder auf der Kippe

Ob Metzelders Zeit als Abwehrchef schon abgelaufen ist, ließ Magath offen:

"Die taktische Aufstellung entscheiden wir von Spiel zu Spiel."

In Lyon wird Metzelder voraussichtlich ausfallen, gegen seinen Ex-Klub Dortmund wohl auch.

Hoffenheim auf Wolke sieben

Hoffenheim schwebt nach dem Traumstart mit drei Siegen auf Wolke sieben.

"Ich bin begeistert. Wenn wir unserer Linie treu bleiben, ist alles möglich", sagte Starke.

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff schwor Trainer Ralf Rangnick sein Team noch auf dem Platz in einem Kreis auf die nächsten Partien beim 1. FC Kaiserslautern und gegen Meister Bayern München ein.

"Ich habe den Spielern gesagt, dass wir den Weg genau so weitergehen müssen", sagte der 52-Jährige nach dem Sieg gegen seinen Ex-Klub.

Kein Vergleich zu 2008

Rangnick sieht mehrere Gründe für die Rückkehr zu alter Stärke.

"Das ist die Folge einer richtig guten Vorbereitung. Die Mannschaft hat eine bessere Fitness als zum Ende der vergangenen Saison und ist wieder harmonischer geworden", sagte der Coach.

Den Vergleich zur Saison vor zwei Jahren, als Hoffenheim als Aufsteiger zur Herbstmeisterschaft stürmte, tat Rangnick mit einem Schmunzeln ab:

"Damals hatten wir nur sechs Punkte nach drei Spielen."

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