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Mauro Camoranesi spielte von 2002 bis 2010 für Juventus Turin © getty

Der VfB Stuttgart verliert in Freiburg, ist Tabellenletzter und erwartet harte Zeiten. Gross vermisst einen Spieler besonders.

Freiburg - Eine Stunde lang bemühte sich Mauro Camoranesi dem Stuttgarter Spiel Struktur zu geben. Doch die fehlende Fitness war dem zwei Millionen Euro teuren Neuzugang des VfB deutlich anzumerken.

So konnte auch der Weltmeister von 2006 die 1:2 (1:0)-Pleite im Derby beim SC Freiburg nicht verhindern. 285592(Die Bilder des Spiels)

"Der Fehlstart ist perfekt. Das haben wir uns selbst eingebrockt. Da müssen wir gemeinsam raus", sagte Gross nach dem schlechtesten Saisonstart der Klubgeschichte.

Erstmals hat der VfB die ersten drei Saisonspiele verloren.

Gross nimmt Camoranesi in Schutz

Auf Camoranesi wollte Gross die Verantwortung für die erste Pleite im Breisgau nach knapp sechs Jahren allerdings nicht schieben - obwohl der 33-Jährige seiner Ankündigung ("Ich fühle mich körperlich sehr gut und werde beweisen, dass ich weiter Lust am Fußball habe") keine Taten folgen ließ.

Der Schweizer Coach nahm den Mittelfeldspieler trotz dessen ausbaufähiger Leistung demonstrativ in Schutz und wollte verfrühte Diskussionen über einen möglichen Fehleinkauf gar nicht aufkommen lassen.

"Alles hatte Hand und Fuß"

"Alles, was er gemacht hat, hatte Hand und Fuß. Das war gut", sagte Gross über den früheren Profi des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und weiter: "Er hat seine Erfahrung eingebracht. Aufgrund seines Trainingsrückstands und seiner fehlenden Wettkampfpraxis war es abgesprochen, dass er rausgeht."

Cisse und Schuster drehen Partie

Abgesprochen war allerdings nicht, dass der VfB vor 23.000 Zuschauern nach der Führung durch den Russen Pawel Pogrebnyak (27. ) seine Bemühungen weitgehend einstellte.

Die Freiburger übernahmen das Kommando und gewannen durch das vierte Saisontor den Senegalesen Papiss Cisse (58.) sowie dem sehenswerten Distanzschuss von Julian Schuster (71.) am Ende verdient.

VfB-Stürmer und Nationalspieler Cacau sagte: "Wir sind sehr enttäuscht, wir konnten Freiburg zu wenig entgegensetzen. Jetzt stehen wir zum dritten Mal mit leeren Händen da."

Khedira fehlt den Schwaben

Gross suchte anschließend nach Erklärungen und wurde beim Thema Sami Khedira fündig.

"Wir sind dabei, eine neue Mannschaft aufzubauen. Sami Khedira und seine Persönlichkeit fehlen uns natürlich", meinte der Coach mit Blick auf den zu Real Madrid transferierten Nationalspieler.

"Nun müssen sich andere Persönlichkeiten herausbilden. Und wir müssen möglichst schnell unten in der Tabelle raus. Das wird sehr hart, denn die Liga ist sehr ausgeglichen", so Gross weiter.

Bobic hofft auf die Europa League

Doch nicht nur in der Bundesliga stehen die Stuttgarter mit dem Rücken zur Wand.

Schon am kommenden Donnerstag müssen sich die Schwaben in einer anderen Verfassung präsentieren, wenn sie beim Auftakt in die Gruppenphase der Europa League gegen die Young Boys Bern keinen weiteren Fehlstart hinlegen möchten.

Auf dieser Partie ruhen die Hoffungen von Sportdirektor Fredi Bobic.

Dutt stolz auf die Freiburger Mentalität

"Wir haben eine schwierige Phase. Wichtig ist jetzt ein Erfolgserlebnis. Aber je länger es dauert, bis wir eines haben, um so schwieriger wird es", sagte der Ex-Nationalspieler: "Wir müssen einen Sieg erzwingen. Ein Erfolg ändert alles, und das Potenzial in der Mannschaft ist da."

Genügend Potenzial im Team haben trotz der Unkenrufe der Experten offenbar die Freiburger.

Sechs Punkte nach drei Spielen hätte den als Abstiegskandidaten gehandelten Breisgauern kaum jemand zugetraut.

Um so größer war die Freude bei Trainer Robin Dutt: "Ich bin stolz auf die Mannschaft, die das Spiel mit ihrer Mentalität gewonnen hat."

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