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In der 31. Minute wurde Michael Ballack (l.) in Hannover verletzt ausgewechselt © imago

Der Ausfall des Nationalspielers überlagert die indiskutable Leistung gegen Hannover. Die genaue Diagnose ist erschütternd.

Hannover - Der Leidensweg von Michael Ballack geht weiter.

Der Nationalmannschaftskapitän von Bayer Leverkusen fällt aufgrund einer feinen Fraktur im Schienbeinkopf des linken Beines erneut sechs Wochen aus.

Damit erhielten auch die Ambitionen des 98-maligen Nationalspielers, im Oktober in den Kreis der DFB-Elf zurückzukehren, einen herben Dämpfer.

Wegen eines Syndesmoserisses am 15. Mai war Ballack für die WM in Südafrika ausgefallen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der 32-Jährige erlitt die neue Verletzung am Samstag beim glücklichen 2:2 (0:1) bei Hannover 96 in der ersten Halbzeit bei einem Zweikampf mit Sergio Pinto und musste in der 31. Minute ausgewechselt werden 285592(DIASHOW: Bilder des 3. Spieltags).

Zunächst hatte Trainer Jupp Heynckes nur eine Überdehnung des Innenbandes im Knie vermutet.

Die genaue Diagnose konnte nach einer Kernspin- und eine Computertomografie im Klinikum Köln-Merheim am Sonntagvormittag gestellt werden.

Bayers Neuzugang hatte gerade erst wieder Spielpraxis beim Werksklub gesammelt.

K-Frage hinterlässt Spuren

Auch die Diskussion um die K-Frage in der deutschen Auswahl war an Ballack nicht spurlos vorübergegangen.

"Die letzten Wochen waren nicht einfach für mich. Ich bin da Betroffener und sehe das anders als viele Außenstehende", sagte der Routinier dem ZDF.

Erfreut zeigte sich der Mittelfeldspieler dagegen von der Rückendeckung durch Nationalspieler wie zuletzt Bastian Schweinsteiger.

"Viele halten zu mir"

"Einige können sich noch an die Leistungsstärke vor meiner Verletzung erinnern. Viele Spieler halten zu mir, und das ist schön zu wissen. Da freut man sich über die Unterstützung", sagte Ballack nach dem wochenlangen Hickhack um die Binde. Einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft hatte "Balle" allerdings nicht in Erwägung gezogen.

Im Spiel in Hannover war der Auftritt Ballacks schon nach einer guten halben Stunde beendet.

Mit der Leistung Ballacks war Heynckes allerdings zufrieden: "Er hat seine Position gut gehalten und viel Sicherheit ausgestrahlt."

Keine Wiedergutmachung

Bereits vor Ballacks Auswechslung hatte das Spiel der Werkself durch das 0:1 von Didier Ya Konan (20.) einen Knick erhalten. Von einer Wiedergutmachung für das 3:6 gegen Gladbach vor der Länderspielpause war nichts zu sehen.

"Da war der Faden gerissen. Wir haben uns verunsichern lassen", sagte der Bayer-Coach.

Auch nach der Gelb-Roten Karte gegen Hannover Emanuel Pogatetz besserte sich nichts. "Wir haben einfach keine Mittel gegen die Unterzahl gefunden", sagte Heynckes.

Kurz nach der Pause fiel durch Mohammed Abdellaoue auch noch das 0:2 (49.). Bayer-Sportchef Rudi Völler war stocksauer.

Völler angesäuert

"Bei allem Respekt vor Hannover. Aber ein Team mit unseren Möglichkeiten muss die in der zweiten Halbzeit doch abschießen", sagte der Weltmeister von 1990.

Erst Joker Eren Derdiyok (62.) und Nationalspieler Patrick Helmes (89.) drehten das Spiel und bewahrten Bayer vor dem schlechtesten Saisonstart seit fünf Jahren.

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