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Der HSV hatte die ersten beiden Saisonspiele gegen Schalke und in Frankfurt gewonnen © getty

Die Hamburger hadern mit einem Elfmeterpfiff, hätten gegen zufriedene Nürnberger aber einfach den Sack zumachen müssen.

Hamburg - Erst pfiff Schiedsrichter Markus Wingenbach, zehn Minuten später der gesamte Fanblock des Hamburger SV:

Durch seine Elfmeterentscheidung in der Schlussphase hatte der Referee aus Diez den Hanseaten den dritten Sieg in Folge und damit auch den besten Saisonstart in der Fußball-Bundesliga seit 36 Jahren verdorben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

1:1 (0:0) hieß am Ende gegen den 1. FC Nürnberg. Weil Wingenbach auf den Punkt zeigte und Javier Pinola den Strafstoß sicher verwandelt - vor allem aber, weil es der HSV versäumt hatte, einem vermeintlich schwächeren Gegner früh den Zahn zu ziehen.

Veh bemängelt Sorglosigkeit

"Wir hatten zu Beginn des Spiels eine sehr gut Phase. Da hätten wir knipsen müssen", mäkelte Hamburgs Trainer Armin Veh:

"Wir haben aber Geduld bewiesen und sind dann doch in Führung gegangen. Danach hätten wir das Ding nach Hause fahren müssen. Aber wir lernen aus diesem Spiel. Das wird uns nicht noch einmal passieren."

Nach den beiden Auftaktsiegen gegen Schalke 04 (2:1) und bei Eintracht Frankfurt (3:1) hat der HSV nun nur sieben statt der erhofften neun Punkte auf dem Konto.

"1:1 war völlig unnötig"

Dabei hatten die Hanseaten gegen den Club gar nicht so viel falsch gemacht - aber eben auch zu wenig richtig.

"Nach der Führung haben wir aufgehört, Fußball zu spielen. Das 1:1 war völlig unnötig. Insgesamt können wir mit dem Saisonstart aber zufrieden sein", sagte Mannschaftskapitän Heiko Westermann.

Dennoch haderte der Nationalspieler auch nach dem Spielende weiter mit dem Elfmeterpfiff acht Minuten vor dem Ende. 285592(DIASHOW: Bilder des 3. Spieltags)

Streit um Elfmeterpfiff

"Schieber ist vorher abgehoben. Wenn man das als Maßstab nimmt, hätten wir drei Elfmeter bekommen müssen. Dass so etwas ein Spiel entscheidet ist natürlich bitter", sagte Westermann.

Nürnbergs Stürmer Julian Schieber, der die kurze Berührung von HSV-Keeper Frank Rost dankbar annahm, verstand die ganze Aufregung hingegen nicht.

"Gibt es an der Entscheidung Zweifel?", fragte die Leihgabe vom VfB Stuttgart in die Runde, um die Antwort selbst zu geben: "Das war ein klarer Elfmeter."

Geburtstagskind Hecking zufrieden

Auch Club-Trainer Dieter Hecking sah den Ausgleich als Lohn der vorher geleisteten Arbeit - zumal sein Team in der ersten Halbzeit durch einen Lattentreffer von Christian Eigler (27.) und eine große Chance durch Albert Bunjaku (37.) über gute Möglichkeiten verfügte.

"Das war absolut verdient. Zumal ich keine klaren Chancen des HSV gesehen habe", äußerte der Coach, der von Wingenbach kurz vor dem Ende der Partie wegen eines dezenten Ballwegschlagens noch auf die Tribüne verbannt worden war.

Heckings Freude über den Punktgewinn einen Tag vor seinem 46. Geburtstag konnte dies aber nicht trüben: "Wir sind überglücklich."

Auch Schieber sah in dem Remis die mögliche Trendwende für die weiterhin sieglosen Franken.

Wiedergutmachung im Derby

"Jetzt können wir auch im nächsten Spiel gegen Bayer Leverkusen punkten und wollen in jeder Partie das Maximale herausholen", sagte der Angreifer.

Beim HSV richtete sich der Blick hingegen schon auf das brisante Stadtderby am kommenden Sonntag beim FC St. Pauli.

"Das 1:1 gegen Nürnberg haut uns nicht um", meinte Hamburgs Abwehrchef Joris Mathijsen, der sein Team in Führung gebracht hatte (61.): "Nun gilt es, das Ganze am nächsten Wochenende besser zu machen."

Rost fügte hinzu: "Wir gehen ungeschlagen ins Derby. Ich freue mich schon sehr auf dieses Spiel."

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